August / September 2019

Offenbarung 2:

8 “Schreibe an den Engel der Gemeinde in Smyrna: Der Erste und der Letzte, der tot war und wieder lebendig wurde, lässt der Gemeinde Folgendes sagen:

9 Ich weiß von deiner Bedrängnis und Armut – obwohl du eigentlich reich bist! Ich weiß auch, wie bösartig du von Leuten verleumdet wirst, die behaupten, Juden zu sein, aber in Wirklichkeit eine Synagoge des Satans sind.

10 Es werden noch manche Leiden auf dich zukommen. Der Teufel wird einige von euch ins Gefängnis bringen, um euch auf die Probe zu stellen, und ihr werdet zehn Tage lang Schweres durchmachen. Hab keine Angst davor und bleibe mir treu, selbst wenn es dich das Leben kostet. Dann werde ich dir als Ehrenkranz das ewige Leben geben.

11 Wer hören will, achte auf das, was der Geist den Gemeinden sagt! Wer den Kampf besteht, dem wird der zweite Tod nichts anhaben können.”

Liebe Leser!

Die Offenbarung ist so eine Art Rundbrief an viele Gemeinden Jesu. Sieben Gemeinden werden mit Ort genannt, aber der Inhalt der Offenbarung richtet sich an alle christlichen Gemeinden. Diese Sendschreiben sind keine Abrechnung. Auch kein Abschlusszeugnis oder Urteilsspruch. Sie sind eher eine Art Zwischenbeurteilung.

In der Ausbildung kennt man die Zwischenprüfung. Es wird deutlich, was ich schon gelernt habe, und wo es noch fehlt.

Das End-Ergebnis steht also noch nicht fest. Es lässt sich noch etwas ändern. Gott gibt uns in seiner Gnade Zeit. Korrektur ist möglich. Wir sollten uns nicht Gemeinde der Heiligen nennen, sondern eher Kirche der zweiten Chance. Damit klar wird: Deine Gegenwart bestimmt deine Zukunft, nicht deine Vergangenheit. Und es ist nie zu spät mit Gott neu zu beginnen. Erst mit dem Tod können wir nichts mehr ändern. Dann sind die Voraussetzungen, ob wir durchs Jüngste Gericht kommen fest. Wer im Buch des Lebens steht wird ewige Gemeinschaft mit Gott haben – Halleluja!

Jetzt zu dem Sendschreiben in Offenbarung 2,8-11 (Text siehe oben).

Ich nehme Euch jetzt in einen Gedanken mit hinein, der mich im Zusammenhang mit diesem Sendschreiben beschäftigt: Hauptsache Christ, der Rest ist egal?

Der Brief richtet sich an Christen. Wie wird man Christ? – Bei mir war das so: Ich habe gehört, dass Jesus Christus der Sohn Gottes ist. Und Gott liebt die Menschen so sehr, dass er seinen fehlerlosen Sohn für meine Fehler bezahlen ließ. Mein unvollkommenes, fehlerhaftes Wesen trennt mich von Gott. Diesen Abstand von Gott bezeichnet die Bibel als Sünde. Jesus hat durch seinen Tod am Kreuz diesen Abstand überbrückt. In der Bibel heißt es, dass der Tod der Lohn für die Sünde ist. Jesus hat für meine Schuld die Strafe bezahlt. Alle meine Sünden sind bezahlt. Das ist wie ein Lottogewinn ohne Grenzen. Wenn ich zu Gottes JA zu mir auch JA sage, habe ich Versöhnung mit Gott. Bin ich damit Christ bis zum Lebensende? Christsein ist mehr. Es ist eine Beziehung. Wenn ich das Geschenk Jesu annehme, nehme ich Jesus in mein Leben auf (vgl. Joh. 1,12). Es wäre also viel zu kurz gegriffen, wenn es im Leben nur um Sündenvergebung geht. Es geht um Gemeinschaft mit dem Schöpfer. Ich habe den liebevollsten Vater im Himmel. An seiner Hand gehe ich durchs Leben. Ich bin also nicht Christ, weil ich einmal in meinem Leben JA zu Gott gesagt habe. Einmal den Lottoschein der Sündenvergebung eingereicht habe. – Nein! Ich bin Christ weil Gott zu mir JA gesagt hat und ich mein Leben ganz in Gottes Hand gebe. Mein ganzes Leben wird durch Gottes Geist geführt. Ich bin nicht mehr von meinen Umständen und von meinem begrenzten Horizont abhängig, sondern von Jesus, der über Raum und Zeit steht. Jesus war schon bevor die Welt erschaffen wurde beim Vater. Er war bei der Schöpfung dabei. Er kam als Mensch in diese Welt. Er starb für unsere Schuld und er ist auferstanden. Genau das finden wir in Vers 8.

In allen sieben Sendschreiben finden wir die Formulierung: Schreibe an den Engel der Gemeinde. Dieser Brief ist an eine himmlische Gestalt gerichtet, die nicht an die Zeit gebunden ist. Daher ist auch der Inhalt nicht an die damalige Zeit gebunden, sondern auch heute genauso Maßstab für unser Leben. Was sagt nun Jesus der Gemeinde in Smyrna? – Vers 9.

Es geht hier um Schein und Sein. In der wohlhabenden Stadt Smyrna ist die Gemeinde unterdrückt und materiell nicht reich. Von außen gesehen scheint die Gemeinde arm. Aber die wesentliche Perspektive hat Gott. Die Gemeinde ist reich, weil sie zu Gott gehört und damit Anteil an seinem Reichtum hat. Und dieser Reichtum ist ewig! Doch es ist nicht nur die äußere Armut, die ihnen das Leben erschwert. Da gibt es eine Gruppe von Menschen, die sich Juden nennen und die Gemeinde in Smyrna verleumden. Die Ehre der Christen wird in den Schmutz gezogen. Das Urteil Jesu über die selbsternannten Juden heißt nicht Volk Gottes, sondern Synagoge des Satans. Der Mensch sieht was vor Augen ist, aber Gott sieht das Herz an. Doch auch die Verleumdungen sind noch nicht das Ende der Fahnenstange. Vers 10.

Nicht nur Armut und Verleumdung erleidet die Gemeinde. Es wird einigen auch die Freiheit genommen. Und wer steckt dahinter? – Einmal mehr erfahren wir, dass unser Kampf nicht nur in der sichtbaren Welt stattfindet. Der Teufel stellt Christen auf die Probe. Aber die Tage des Leidens sind gezählt. Auch wenn es das Leben kostet, lohnt sich die Treue. Obwohl der Teufel handelt, hat Gott das letzte Wort. Und Gott hilft durch alle Leiden hindurch. Wir brauchen keine Angst zu haben. ER ist da. Und ER wird belohnen. Mit jeder Prüfung, die wir bestehen, werden wir reifer und fester im Glauben. Ich komme noch einmal auf die Zwischenprüfung zurück. Bei manchen Ausbildungen kann man schon froh sein, wenn man es bis zur Zwischenprüfung geschafft hat. Und wer zur Abschlussprüfung zugelassen wird, hat die Chance seine Ausbildung positiv abzuschließen. Auch die Lebensprüfungen als Christ sind auf der einen Seite Kampf und auf der anderen Seite eine Ehre. Und zwar, dass wir in der Ausbildung als Nachfolger Jesu so viel zugetraut bekommen. Jeder Einzelne wird in seinem Leben erfahren, dass Gott treu ist. Und Gott hat es versprochen, dass die Prüfung nicht über unsere Kraft geht (vgl. 1. Kor 10,13). Und jetzt ruft Gott uns zur Entscheidung auf. Wir sollen hören. Wir kennen das Sprichwort, wer nicht hören will muss fühlen. Gottes Geist spricht dies zu allen Gemeinden zu allen Zeiten: Vers 11.

Der erste Tod beendet die zeitlichen Prüfungen. Danach ist die Zeit im wahrsten Sinne des Wortes abgelaufen. Aber was ist der zweite Tod? (vgl. Offb. 20,14-15) Es ist die ewige Trennung von Gott. – Wie ermutigend sind die Worte an die Gemeinde in Smyrna. Die Christen dort sind auf dem richtigen Weg. Sie haben nicht nur das Geschenk der Vergebung angenommen, sondern sie sind Jesus konsequent nachgefolgt. Mit Gottes Hilfe haben sie die Prüfungen des Lebens bestanden.

Was würde Jesus dem Engel der Gemeinde in Freital sagen? – Hören wir auf Gottes Wort? Lasse ich mich ermutigen vom Geist Gottes in den Prüfungen meines Lebens? Folge ich Jesus konsequent nach? Suche ich nach Gottes Richtlinien für mein Leben? Hauptsache Christ, der Rest ist egal? – Nein! – Mut zur Nachfolge! – Es lohnt sich!

Euer Pastor Timon Fuchs

Juni / Juli 2019

Liebe Leser!

Johannes 15,9-17:

9 Wie mich mein Vater liebt, so liebe ich euch auch. Bleibt in meiner Liebe! 10 Wenn ihr meine Gebote haltet, so bleibt ihr in meiner Liebe, wie ich meines Vaters Gebote halte und bleibe in seiner Liebe.  11 Das sage ich euch, damit meine Freude in euch bleibe und eure Freude vollkommen werde.  12 Das ist mein Gebot, dass ihr euch untereinander liebt, wie ich euch liebe.  13 Niemand hat größere Liebe als die, dass er sein Leben lässt für seine Freunde.  14 Ihr seid meine Freunde, wenn ihr tut, was ich euch gebiete.  15 Ich sage hinfort nicht, dass ihr Knechte seid; denn ein Knecht weiß nicht, was sein Herr tut. Euch aber habe ich gesagt, dass ihr Freunde seid; denn alles, was ich von meinem Vater gehört habe, habe ich euch kundgetan.  16 Nicht ihr habt mich erwählt, sondern ich habe euch erwählt und bestimmt, dass ihr hingeht und Frucht bringt und eure Frucht bleibt, damit, wenn ihr den Vater bittet in meinem Namen, er’s euch gebe. 17 Das gebiete ich euch, dass ihr euch untereinander liebt.

Liebe ohne Grenzen!

Das Johannesevangelium wird oft als das Evangelium der Liebe bezeichnet. Immer wieder wird die Liebe Gottes zu den Menschen deutlich betont. Auch in den Versen heute geht es uns um die Liebe.

Liebe ist zielgerichtet. Man liebt nicht einfach nur so vor sich hin. Man liebt etwas, man liebt jemanden, man liebt sich, man liebt eine Gewohnheit. Liebe hat immer ein Ziel.

Im neutestamentlichen Griechisch gibt es 3 verschiedene Worte für Liebe: „Philia“ beschreibt die Neigung zu einer Sache oder einem Menschen. „Eros“ ist die strebende besitzergreifende Liebe. Und „Agape“ wird für die göttliche Liebe verwendet, auch für die durch Gott gewirkte Liebe bei den Menschen.

In unseren 9 Versen kommt 9 mal eine Form von Agape vor. Jesus erzählt uns nun einiges über die Liebe: “Wie mich mein Vater liebt, so liebe ich euch auch.” Jesus Christus ist Gottes Sohn.

Er wird hier geliebt. Er ist das Ziel der Liebe von seinem Vater. Was für eine große Liebe muss Gott der Vater zu seinem Sohn haben. Gott ist vollkommen. Kein Mensch kann sich das Maß der Liebe vorstellen, mit dem Gott seinen Sohn liebt. Doch nicht nur der Vater ist zu dieser Liebe fähig. Der Sohn ist ihm da gleich.

Wer ist aber das Ziel der Liebe Jesu? WIR! Jeder Mensch wird von Jesus genauso geliebt, wie Gott-Vater den Sohn liebt. Was für eine große Liebe wird uns Menschen da geschenkt!

Ja geschenkt! Es ist ein Geschenk. Wir müssen uns das nicht verdienen! Wir wären auch gar nicht in der Lage uns dieses Geschenk zu verdienen. Ein Geschenk: Ein großes Paket, schön eingepackt, mit Schleifchen drumrum.

Jesus bietet jedem dieses Geschenk der Liebe an.Nun liegt es an uns, ob wir das Geschenk annehmen, oder lieber ohne Gottes Liebe unser Leben leben wollen. Jeder muss sich entscheiden, ob er das Geschenk annehmen will oder nicht.

Ich habe dieses Geschenk angenommen. Für mich gilt damit auch der zweite Teil von Johannes 15,9: “Bleibt in meiner Liebe!” Gehen wir davon aus, dass ich das Geschenk der Liebe angenommen habe. Wie kann ich nun in seiner Liebe bleiben? Der Herr Jesus antwortet auf diese Frage in Vers 10.

Jesus lebte hier auf unserer Erde. Er hat die Gebote seines Vaters gehalten. Er blieb in der Liebe seines Vaters. Jesus wusste, dass der Vater ihn liebt. Deshalb war es gut seine Gebote zu halten. Wenn ich also in der Liebe Jesu bleiben will, dann muss ich auch seine Gebote halten. Bei einigen Geboten verstehe ich den Sinn. Dann ist für mich einsichtig, dass ich diese Gebote auch versuche zu halten. Und die Gebote, die ich nicht verstehe?

Auch die Gebote möchte ich halten, weil ich meine Liebe zu Jesus dadurch beweisen kann. Wenn einer einem anderen etwas Liebes tut, dann freut sich der, der beschenkt wurde.
Und der, der das Geschenk weitergegeben hat freut sich auch. Da trifft dann das Sprichwort zu: “Geteilte Freude ist doppelte Freude”. Ähnlich sagt es uns der Herr Jesus in Vers 11.

Wenn wir also das Geschenk der vollkommenen Liebe angenommen haben und diese Liebe auch ausleben, dann wird unsere Freude vollkommen werden. Diese Freude ist Jesu Freude. Durch sein Kommen, seine Worte und sein Wiederkommen wirkt er diese Freude in seinen Jüngern. Diese Freude ist in der Lage Licht ins Dunkel zu bringen und Schmerz zu ersetzen.

Weiter sagt Jesus, dass wir uns untereinander so lieben sollen, wie er uns liebt (Vers 12). Ja geht das denn überhaupt, dass ein Mensch so lieben kann, wie Gott liebt? Eigentlich ist das unmöglich.

Hat der Mensch aber das Geschenk der vollkommenen Liebe angenommen, dann ist er in der Lage auch diese vollkommene Liebe weiterzugeben. Sobald er sich nicht mehr auf das vollkommene Geschenk verlässt, ist er auch nicht mehr zu vollkommener Liebe fähig. Was vollkommene Liebe ist, hat Jesus vorgelebt (Vers 13)

Jesus hat sein Leben gegeben für seine Freunde. Er hat für alle, die seine Freunde sind, etwas Großartiges getan: Er hat ihre von Natur aus zerstörte Beziehung zu Gott in Ordnung gebracht.

Das fehlerhafte Wesen hat er für alle, die an ihn glauben, umgewandelt in ein neues vor Gott reines Wesen. Wie groß ist doch die Liebe, die Jesus uns anbietet! Jesus Christus ist der König aller Könige und der Herr aller Herren! Wir können Freunde Jesu sein; Freunde des größten Königs!

Dem Freund des Königs sind die Worte des Königs wichtig. Es ist ihm eine Ehre, das zu tun, was der König ihm an Aufgaben anvertraut. Wenn der Freund des Königs sich dem König widersetzt, dann kann man ihn wohl kaum noch als Freund bezeichnen. So verstehe ich die Verse 14 und 15.

Gottes Freunde werden nicht für das eigennützige Ziel des Herrschers eingesetzt. Nein! Sie sind in die geheimen Pläne Gottes eingeweiht. Sie erhalten eine Belohnung.

Ich kann mir hier auf der Erde einen Schatz im Himmel sammeln. Dort ist er noch sicherer als auf einem Schweizer Nummernkonto. Die Belohnung haben wir eigentlich nicht verdient, aber Jesus hat sie seinen Freunden versprochen. Liebe ohne Grenzen.

Jesus hat seine Freunde erwählt, damit sie Frucht bringen.

Mit anderen Worten: Jesus hat den ersten Schritt zur Freundschaft gemacht. Wer nun das Geschenk der Liebe annimmt, der hat den zweiten Schritt in dieser Freundschaft gemacht. Und wer in dieser Freundschaft Frucht bringt, der bringt beständige Frucht. Das sagt uns Jesus in Vers 16.

Jesus ruft Menschen in seine Nachfolge. Er bietet Menschen seine Freundschaft an. Er liebt seine Feinde. Feinden seine Freundschaft anzubieten ist kostspielig und fordert Opfer. Aber Gottes Liebe ist zu diesem Opfer bereit.

Freunde Jesu sollen in der Liebe bleiben. Tun sie das, entsteht Frucht, die bleibt. Außerdem hat der Freund Jesu die Verheißung, dass der Vater die Bitten erhören wird, die aus der Liebe zu Gott entstehen.

Wenn wir das Geschenk der Liebe bewusst angenommen haben, dann hat das Auswirkungen auf unser Verhältnis zu unserem Mitmenschen. Auch unseren Mitmenschen sollen wir lieben (Vers 17).

So wie Gottes Liebe zu uns keine Grenzen kennt, so soll auch unser Leben hier geprägt sein von der “Liebe ohne Grenzen“.

Was bestimmt Dein Leben? Wie sieht das ganz praktisch aus?

Lebst Du jede Minute Deines Lebens in der Gegenwart Gottes?

Rede mit Gott, wie mit Deinem besten Freund. Höre Gott zu, indem Du sein Wort liest oder in der Gemeinschaft über Deinen Glauben redest. Geht es Dir bei Lebensentscheidungen um Gottes Sache?

Ich kümmere mich um meine Beziehungen zu Nächsten. Gibt es etwas zu klären? Wie kann ich Störendes aus der Welt schaffen? Gottes Liebe bestimmt mein Denken und Handeln? Nicht mein Stolz oder meine Rechthaberei müssen siegen. Gottes Liebe siegt!

Liebe ohne Grenzen

Euer Pastor Timon Fuchs

April / Mai 2019

Erst hören, was Jesus sagt!

Gedanken zu Lukas 10, 38-42:

Als Jesus mit seinen Jüngern weiterzog, kam er in ein Dorf, wo ihn eine Frau mit Namen Martha in ihr Haus einlud. Sie hatte eine Schwester, die Maria hieß. Maria setzte sich dem Herrn zu Füßen und hörte ihm zu. Martha hingegen machte sich viel Arbeit, um für das Wohl ihrer Gäste zu sorgen. Schließlich stellte sie sich vor Jesus hin und sagte: »Herr, findest du es richtig, dass meine Schwester mich die ganze Arbeit allein tun lässt? Sag ihr doch, sie soll mir helfen!« –  »Martha, Martha«, erwiderte der Herr, »du bist wegen so vielem in Sorge und Unruhe, aber notwendig ist nur eines. Maria hat das Bessere gewählt, und das soll ihr nicht genommen werden.«

Liebe Leser! Welche Überschrift könnten wir für diese Geschichte wählen? Wie wäre es mit „vom richtigen Umgang mit Gastgebern“? Oder: „wer nicht arbeitet, soll wenigstens gut essen“? Ich habe folgende Überschrift gewählt:Erst hören, was Jesus sagt!

In Vers 38 lädt eine Frau Jesus und seine Jünger ein. Durfte eine alleinstehende Frau mit Rücksicht auf Sitte und Anstand eine Männergruppe in ihr Haus aufnehmen? Das war schon ungewöhnlich. Aber Martha war ja nicht allein. Ihre Schwester Maria war ja auch noch da. In einem anderen Bericht wird deutlich, dass da noch ein Bruder dazugehörte, der Lazarus hieß. In unserer Begebenheit wird er nicht genannt.

Martha gehörte zu den wohlhabenden Juden. Nicht jeder konnte mal eben mehr als 10 Gäste einladen und bewirten. Jesus lässt sich einladen. Er macht keinen Unterschied zwischen arm und reich. Jeder Mensch braucht die Erlösung von seiner Gottesferne. Wer sich dem Angebot Jesu zuwendet, dem begegnet Jesus.

Martha war also eine ungewöhnliche Frau. Doch das gilt auch für ihre Schwester Maria. „Maria setzte sich dem Herrn zu Füßen und hörte ihm zu.“ Wieder ist es gut einen Blick in die damalige Zeit und Kultur in Israel zu werfen. Ein Rabbi hatte Jünger. Frauen hatten da keinen Platz. Da ist es sicher aufgefallen, dass Maria sich, genau wie die Jünger, zu Jesu Füßen setzte. Es war ihr wichtiger Jesu Worte zu hören, als ihrer Aufgabe der Gastfreundschaft nachzukommen. Und Jesus schickt sie nicht weg. Er sagt nicht: „Was fällt dir ein, dich als Frau zu meinen Jüngern zu setzen“.

Die Jünger hatten mittlerweile schon erlebt, dass Jesus nicht irgendein Rabbi ist. Er geht mit vielen Situationen anders um als die Rabbis vor ihm. Von den Jüngern wird uns auch keine Reaktion darauf beschrieben.

Aber es gibt eine Person, die sich daran stört: Martha! (Vers 40)  Martha war wohl die Managerin des Hauses. Sie hat mal eben 13 Gäste eingeladen. Das bedeutete volles Programm. Martha war völlig in Anspruch genommen vom vielen Dienen. Im griechischen steht hier das Wort „diakonos“. Ihre diakonische Arbeit lief auf Hochtouren. Alle Gäste sollten sich wohlfühlen. Essen und Trinken war bereit zu machen. Für die Hygiene am Tisch musste gesorgt werden. Die Gäste mussten bedient werden. Und alles sollte möglichst perfekt über die Bühne gehen. In Gedanken hatte sie bei der ganzen Arbeit ihre Schwester Maria sicher einkalkuliert. Schließlich gehörte sie ja auch zur gastgebenden Familie.

Martha ist überfordert. Sie schafft es nicht alleine. Das kann doch nicht wahr sein, dass ihre Schwester keinen Finger krumm macht. Das ist ungerecht. Wie kann Jesus das nur mit ansehen – oder merkt er es etwa nicht? Martha macht das einzig richtige. Sie geht mit ihrer Frage zu Jesus. Ich weiß nicht, ob ich mich das getraut hätte an ihrer Stelle.

Rabbi Jesus sitzt in der guten Stube und lehrt seine Jünger. Mich da vor ihn hinzustellen und ihn anzusprechen, da gehört schon ganz schön Mut dazu. Aber vielleicht hat sie sich so über Maria und über Jesus geärgert, dass es nur so aus ihr herausplatzte: »Herr, findest du es richtig, dass meine Schwester mich die ganze Arbeit allein tun lässt? Sag ihr doch, sie soll mir helfen!«.

Das ist schon ein heftiger Vorwurf: Martha appelliert an Jesu Gerechtigkeitsempfinden, nach dem Motto: Das hättest du aber merken müssen, dass die Maria hier ihren Pflichten nicht nachkommt“. – Und dann setzt sie noch einen drauf: Jesus soll gefälligst der Maria befehlen ihr beim Dienen zu helfen.

Martha stellt Jesus in Frage und diktiert ihm, wie er die Situation gerade biegen soll. Martha muss emotional ganz schön unter Druck gestanden haben. Und sie lässt es raus. Das klingt schon fast so wie: „Ich brauch deine Meinung nicht, wenn ich mit dir diskutier!“

Wie reagiert Jesus? – (Vers 41) Ich stelle mir vor, dass er liebevoll und in Ruhe antwortet. „Martha, Martha“, sagt er. Er wendet sich ihr ganz zu. Er nimmt sie ernst. Diese Wertschätzung in dieser Situation überwältigt mich. Jesus hatte Martha und Maria lieb. Kritik führt deshalb nicht zum Konflikt. Jesus macht klar, dass er ihre Situation versteht. Ihre Arbeit wird von ihm gesehen und nicht verurteilt.

Ihrer „Unruhe“ stellt er seine „Ruhe“ gegenüber. Ihrem „vielen“ Dienen und Sorgen stellt er „eines“ gegenüber. Vers 42: „aber notwendig ist nur eines. Maria hat das Bessere gewählt, und das soll ihr nicht genommen werden.“ Was ist dieses EINE, was die Not wendet? – Es ist das Hören!

Erst hören, was Jesus sagt!

Wenn ich auf das höre, was Jesus sagt, bin ich auf der sicheren Seite. Jesus aufnehmen heißt nicht zuerst für ihn arbeiten. Ich kann mir die Gemeinschaft mit Gott nicht durch gute Taten verdienen.

Jesus aufnehmen heißt: Hören und glauben. „All denen jedoch, die ihn aufnahmen und an seinen Namen glaubten, gab er das Recht, Gottes Kinder zu werden.“ (Johannes 1,12) Das Handeln folgt dem Hören und Glauben.

Deshalb schickt Jesus die Maria nicht weg. Deshalb darf sie bei ihm sitzen und hören und glauben. Maria hat das Bessere gewählt: Und zwar die Gemeinschaft mit Jesus. Und diese Gemeinschaft soll nicht von ihr genommen werden. Die Taten sind vergänglich. Aber die Gemeinschaft mit Jesus bleibt in Ewigkeit. Martha hatte die Gabe der Gastfreundschaft. Es gibt etwas, was in bestimmten Situationen dem Ausüben der von Gott gegebenen Gabe vorzuziehen ist. Das Hören auf Jesus! Gottes Willen kann ich im Hören erkennen. Blindes Dienen verhindert das Hören.

Welche Gaben hast Du? Was kannst Du statt Gastfreundschaft hier einsetzen? Ist es Deine technische Begabung? Musik? Das Lehren? Das Predigen? Erst durch das aufmerksame Hören erkenne ich die Liebe Jesu. Und nur durch diese Liebe kann ich richtig dienen. Und nur durch Jesu Anweisung kann ich den richtigen Dienst zur rechten Zeit tun. Das Hören auf Jesus vor dem Handeln gilt für jeden Jünger. Egal ob Mann oder Frau. Egal welche Gaben sie oder er hat. Nix nach dem Motto: „der Pastor oder Älteste hört und die anderen folgen“. Jeder hört. Und weil jeder auf Jesus hört funktioniert es gemeinsam. Jesus ist der Kopf und wir der Leib. Wer ist Dein Chef?

Die Worte von Jesus, sein Auftrag steht über allem Dienst. Verliere ich seine Worte und den Auftrag aus den Augen, dann ist mein Dienst nicht mehr Frucht durch Jesus. Bestimmt das Hören auf Jesus mein Handeln? Es geht nicht darum, dass wir uns wohlfühlen. Es geht nicht in erster Linie darum, dass die Menschen in unsere Gemeinde kommen. Unsere Kernaufgabe ist nicht: Menschen einen perfekten Gottesdienst zu präsentieren.

Es ist das Hören auf Jesus und das Umsetzen des Gehörten. In unserer Gesellschaft heute leben wir bedürfnisorientiert. Das hat auch oft auf uns Christen abgefärbt. Wir fragen uns, wie können wir es hier schön machen, damit wir und auch Außenstehende sich wohlfühlen. Jesus spricht nicht von einem Wohlfühlevangelium. Jesus gibt einen Auftrag. Wir sollen auf ihn Hören und auftragsorientiert handeln. Wenn wir uns nicht um unsere Kernaufgabe kümmern, wie kann dann Gemeinde zu Gottes Ehre leben? Jesus baut seine Gemeinde mit den Menschen, die auf ihn hören. Wo verzetteln wir uns mit Randaufgaben und vernachlässigen unseren Kernauftrag? Unser Kern-Auftrag steht in Matthäus 28,18-20: „Darum gehet hin und machet zu Jüngern alle Völker: Taufet sie auf den Namen des Vaters, des Sohnes und des heiligen Geistes und lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe.“

Da wo der Kernauftrag nicht im Mittelpunkt steht müssen wir umkehren. Und da bin ich gefragt und da bist du gefragt. Wie sieht es mit dem Hören und Gehorchen in unserem Leben aus? Unser Denken ist verblendet durch unsere bedürfnisorientierte Prägung. Wir müssen zurück zur biblischen auftragsorientierten Lebensweise: Hören und Gehorchen! Ich bin gespannt, was Gott in Freital mit uns vorhat.

Kehrt um und glaubt an das Evangelium und gehorcht Jesu Auftrag. Jesus aufnehmen heißt nicht nach eigenem Ermessen Dienen, wie ich denke, dass es gut sein könnte. Wir können von Maria lernen. Jesus aufnehmen heißt: Ihm zuhören und ihm glauben. Das ist immer der erste Schritt. Und wenn ich auf ihn höre, zeigt er auch wie ich seinen Auftrag ausführen kann. Und er gibt seinen Segen, weil er versprochen hat bis an das Ende der Welt bei uns zu sein.

Wichtig ist, offene Ohren zu haben. Erst hören, was Jesus sagt!Und dann nicht danach zu fragen, worauf ich Lust habe, oder wobei ich mich wohlfühle. Lasst uns gemeinsam Hören, Glauben und Gehorchen!

Euer Pastor Timon Fuchs

Februar / März 2019

Ich bin Friedensbeauftragter!

Gedanken zur Jahreslosung Psalm 34,15:

Suche Frieden und jage ihm nach!

Liebe Leser!

König David hat diesen Psalm geschrieben. Er gibt seinen Zuhörern Weisheiten fürs Leben mit. Wir schauen uns die Jahreslosung im näheren Zusammenhang an:

Psalm 34 Verse 14+15: 14 Bewahre deine Zunge vor Bösem und deine Lippen vor betrügerischer Rede;

15 lass ab vom Bösen und tue Gutes, suche Frieden und jage ihm nach!

David hat früher Schafe gehütet. Wie schnell war da eins ausgebüchst. Wie wichtig war es aufmerksam auf jedes Einzelne zu achten. Hier in diesem Psalm geht es auch um Aufmerksamkeit: Hüte Deine Zunge! Pass auf, dass du nichts Böses redest! Keine betrügerische Rede soll Menschen verletzen. Sorge nicht mit Deinen Worten für Unfrieden.

In Vers 15 kommt er dann vom Reden zum Handeln: lass ab vom Bösen und tue Gutes.

Die Jahreslosung 2019 schließt sich an: Suche Frieden und jage ihm nach!

Da geht es nicht um Schweigen. Wir sollen auch nicht auf Frieden warten. Hier ist Aktivität gefragt!

Nachjagen – da ist Kraft dahinter. Da ist voller Einsatz gefragt. Das Ziel ist der Friede.

Ich bin Friedensbeauftragter!

Wer Frieden will muss kompromissbereit sein. Er muss auf eigene Interessen verzichten können. Hauptziel ist der Friede, nicht das eigene Recht. Voller Einsatz zur Versöhnung. Friedensvereinbarungen treffen und sich daran halten. Mit dem Frieden zufrieden sein und nicht mit dem immer mehr wollen alles wieder kaputt machen. –

Das hebräische Wort für Frieden heißt: Schalom. Es kommt im Alten Testament über 350mal vor. Die Hauptbedeutung ist Friede, Freundlichkeit, Wohlergehen und Sicherheit.

Es geht also nicht in erster Linie darum, dass wir nicht aufeinander schießen.

Weltfrieden erreiche ich nicht, wenn ich demonstrieren gehe, dass Waffen abgerüstet werden.

Es geht um viel mehr. Es geht um einen Frieden, der mein ganzes Wesen in Geborgenheit hüllt.

Das ist Schalom. Ich bin angstfrei. Ich fühle mich wohl. Ich fühle mich geliebt. Meine Beziehungen zu anderen Menschen sind ohne Streit. Auch zu Gott habe ich nur positives Empfinden. 100%ig angenommen und zufrieden. Das ist Schalom. Das ist der Friede, den wir suchen und dem wir nachjagen sollen.

Ist das nicht zu schön, um wahr zu sein? Hab ich das jemals erlebt? – Das schaff ich doch nie!

Zum Glück lässt uns Gott mit diesem Aufruf nicht allein. Er schenkt uns, was wir dazu brauchen. Das ist wie Weihnachten. Noch besser: Das ist Weihnachten! Jesus ist der Friedefürst. 700 Jahre vor Jesu Geburt hat es der Prophet Jesaja vorausgesagt (9,5): Denn uns ist ein Kind geboren! Ein Sohn ist uns geschenkt! Er wird die Herrschaft übernehmen. Man nennt ihn »Wunderbarer Ratgeber«, »Starker Gott«, »Ewiger Vater«, »Friedensfürst«. Jesus kam und verkündete die rettende Friedensbotschaft.

Durch sein Vorbild können wir lernen im Frieden miteinander umzugehen. Durch seinen Tod am Kreuz können wir Frieden mit Gott haben. Jesus hat unsere Trennung von Gott durch sein Opfer überbrückt. Er ist der Friedensstifter zwischen Mensch und Gott. Und derjenige, der das für sich annimmt, hat Frieden mit Gott. Jesus hat für unseren Frieden mit Gott alles eingesetzt.

Er hat sein Blut vergossen. Er starb, um unsere Schuld vor Gott ein für allemal zu löschen.

Doch was wäre Weihnachten und Karfreitag ohne Ostern? Jesus ist auferstanden – Halleluja!!!

Jesus lebt! Und was sind die ersten Worte Jesu, als er seinen Jüngern nach der Auferstehung begegnet? (Johannes 20,19:) Friede sei mit euch!

Und auch vor Jesu Auferstehung geht es Jesus um Frieden. Er gibt seinen göttlichen Frieden seinen Jüngern (Johannes 14,26+27).

Jesus hat alle seine Versprechen wahr gemacht. Er hat 10 Tage nach seiner Himmelfahrt an Pfingsten seinen Nachfolgern den Heiligen Geist geschickt. Und zu den Früchten des Heiligen Geistes gehört auch der Friede (Galater 5,22)

Die Liebe hat eine ewige unerreichbare Bedeutung in allen Beziehungen. Aber auch der Friede wird an vielen Stellen in der Bibel besonders betont. Paulus schreibt davon in Kolosser 3,15 „Und der Friede, den Christus schenkt, soll euer ganzes Leben bestimmen. Gott hat euch dazu berufen, in Frieden miteinander zu leben; ihr gehört ja alle zu dem einen Leib von Christus. Dankt Gott dafür!“

Wie sieht das im Umgang mit unseren Mitmenschen praktisch aus?

Wenn es um die Beziehung von Menschen geht sind Stolz, Eigenwille und Rechthaberei Friedenstöter.

Ich bin Friedensbeauftragter! Jeder Nachfolger Jesu ist Friedensbeauftragter! Suche Frieden und jage ihm nach!

Die Beziehungen zu unseren Mitmenschen sind besonders gefährdet. Wie schnell führt ein Missverständnis oder eine unbedachte Bemerkung zu Streit.

Wenn wir doch nur genauso schnell Beziehungen reparieren könnten, wie wir sie zerstören.

Wenn wir verletzt werden, wollen wir Gerechtigkeit. Wir wollen, dass der andere für seine Tat bestraft wird. Dabei finden wir selbst keinen Frieden. Und die Beziehung zum anderen wird auch nicht besser.

Paulus zeigt uns in Römer 12(17-21) ganz klar, dass wir unsere Rache Gott überlassen sollen. Wenn wir Gott unseren Hass und unsere Rachegedanken abgeben, finden wir Frieden. Und wenn in uns der Friede Christi regiert, dann können wir auch Frieden weitergeben. Jeder von uns sollte sich immer wieder sagen: Ich bin Friedensbeauftragter!

Euer Pastor Timon Fuchs

Dezember 2018 / Januar 2019

Auf Gott stolz sein

Gedanken zu Jeremia 9:
(22) So spricht Jahwe:
“Der Weise rühme sich nicht seiner Weisheit, der Starke sei nicht stolz auf seine Stärke, und der Reiche gebe nicht an mit seinem Geld.
(23) Grund zum Rühmen hat nur, wer mich erkennt und begreift, was ich will; wer einsieht, dass ich Jahwe bin, der auf der Erde Gnade, Recht und Gerechtigkeit schafft! Denn das gefällt mir”, spricht Jahwe.

Liebe Leser!

Es geht um Worte aus dem Buch Jeremia. Jeremia leidet an dem Unglück, das das Volk Israel durchmacht. Doch das Volk ist eigensinnig. Es lebt nach eigenen Gesetzen. Lüge und Betrug gehören zur Tagesordnung. Sie laufen Götzenbildern hinterher.
Das Gesetz des Herrn hat keine Bedeutung mehr. Und Gott kündigt Gericht an. Das Thema, das ich den beiden obigen Versen zuordne heißt: Auf Gott stolz sein

Schauen wir uns den Aufbau dieser beiden Verse mal genauer an. Man kann hier einen dreifachen Dreiklang beobachten:
Der erste Dreiklang: Jahwe – Jahwe – Jahwe
Jahwe bedeutet: Ich bin der ich bin. Er ist der Ewige, – der immer war, – jetzt ist und ewig sein wird. – Sein Name steht am Anfang von unserem Text, – in der Mitte und schließt unsere Verse ab. Jahwe steht hoch erhaben über allem.
Der zweite Dreiklang: Weisheit – Stärke – Geld
Jeremia beschreibt hier drei Mächte, auf die man nicht stolz sein soll. Das schauen wir uns nachher genauer an.
Der dritte Dreiklang: Gnade – Recht – Gerechtigkeit
Hier kommt Gott zu Wort. Die einzige Macht, auf die man stolz sein soll, ist der allmächtige Gott. Und er ist nicht zufällig weise, stark oder reich. Er schafft Gnade, Recht und Gerechtigkeit.
So viel zum Aufbau, jetzt die Details: “Der Weise rühme sich nicht seiner Weisheit,“ Wenn ich im Alten Testament das Wort Weisheit lese, denke ich an den König Salomo.
Salomo war nicht nur sehr weise, sondern auch sehr reich und sehr mächtig. Aber all das ist es nicht Wert stolz darauf zu sein. Die Ursache von seinem Reichtum und seiner Weisheit wird uns berichtet: Es ist sein Gott Jahwe. Nur ihm hat er das alles zu verdanken. Nur weil Salomo Gott als seinen Herrn erkannt hat, hat Gott sein Leben gesegnet. Jahwe ist der einzige Grund zum Rühmen.
Auf Gott stolz sein
Wie ist das heute in unserem Volk. Auf was sind die Deutschen stolz? Sind es die Erfindungen? – Aber woher kommt die Weisheit? In der Politik will jeder groß rauskommen. Mit seiner Weisheit glänzen.

Wie ist es in der Wirtschaft? – Die Werbung zeigt uns, worauf wir stolz sein sollen. Zum Beispiel mein tolles Auto mit vielen schönen Extras. – Oder der neue Computer oder das neue Smartphone. – Und wenn ich diese Schuhe hab, dann bin ich up-to-date. – Ohne diese geniale Zahnpasta kann ich nur noch zahnlos lächeln. Mit der richtigen Schmerzcreme kann ich auch im Alter meinen Enkeln noch zeigen, dass ich stark und dynamisch bin. Oder meine Arbeit in der Firma. Ich bin so gut, dass ich eigentlich jedes Jahr als der beste Angestellte des Jahres geehrt werden müsste.

Vers (22) heißt nicht, dass wir nicht weise, stark oder reich sein dürfen.
Hier steht nicht: Seid nicht weise, seid schwach und seid arm. Es ist auch erlaubt Anerkennung oder Dank anzunehmen. Die Frage ist, ob man an mir als Geschöpf den Schöpfer als Ursache erkennt.
Die Ehre sei Gott. Von ihm kommt alles. Er beschenkt uns.
Er nimmt uns an, ob wir weise sind oder nicht. Er steht zu uns, ob wir stark sind oder nicht. Er versorgt uns, ob wir reich sind oder nicht. Für was können wir uns da noch rühmen?
Vers (23) werden jetzt die Taten Gottes beschrieben. – Was tut Gott denn hier auf der Erde?
„der auf der Erde Gnade, Recht und Gerechtigkeit schafft!“ Mir ist aufgefallen, dass bei der Aufzählung das Wort Gnade an erster Stelle steht. Was ist eigentlich Gnade? – Es ist ein unverdientes Wohlwollen.
Oder anders gesagt: Das Recht wird nicht durchgesetzt.
Im Alten Testament hat Gott den Sünder geschont. Gottes Gnade hat die Strafe aufgeschoben, aber nicht aufgehoben. Gott war geduldig, aber der Mensch blieb unter der Last seiner Schuld. Die Gerechtigkeit und damit die ungetrübte Gemeinschaft mit Gott blieb aus. So war das im Alten Bund.

Ich will an dieser Stelle etwas zum Verständnis vom Alten und neuen Testament erklären.
Gott hat mit Abraham einen Bund geschlossen. Und zwar mit ihm und seinen Nachkommen. Ein Bund ist wie ein Vertrag. Beide Parteien verpflichten sich Zusagen einzuhalten. Interessant ist, dass der Bund Gottes mit Abraham allein von Gott abhängig ist. Der Mensch Abraham ist entlastet.
Vertragspartner sind Gott und die Nachkommen Abrahams, also das Volk Israel.
Alles, was im Alten Bund vereinbart wird, gilt für die Vertragspartner.
Wer vom Volk Israel diesen Bund anerkennt, ist auch an seinen Inhalt gebunden.
Im neuen Testament lesen wir von einem Neuen Bund. Wer ist hier Vertragspartner? – Und was ist der Inhalt von diesem Neuen Bund?
Durch den Tod Jesu am Kreuz wird das Böse vernichtet. Gottes Gnade wird für jeden Menschen greifbar. Jeder, der Jesus in sein Leben aufnimmt ist Gottes Kind. Jesu Blut wäscht alle Schuld ein für allemal weg. Heißt das, dass Gott im neuen Bund ungerecht ist, weil er uns nicht bestraft? – Nein!
Gott vollstreckt seine Gerechtigkeit am Leiden und Sterben Jesu. Sein Blut ist meine Gerechtigkeit.
Es gibt nichts, was meine Beziehung zum Vater im Himmel stören kann. Jesus hat es schon in Ordnung gebracht. Er als Gottes Sohn ist ewig. So ist auch sein Opfer am Kreuz ewig.
Und ähnlich wie beim Alten Bund, ist Gott der Einzige, der handelt. Die Vertragspartner sind alle Menschen aus allen Völkern. Und zwar jeder, der diesen Bund anerkennt.

Mit diesem Gnadenangebot macht sich Gott berechenbar. Er bietet jedem seine Vaterschaft an.
Das gibt es in keiner Religion. Nur in Gottes heiligem Wort finden wir diese Neuschöpfung. Was haben wir für einen großen und wunderbaren Gott.
Es ist kein Gott der willkürlich handelt. Wo keiner weiß, wo er dran ist. Der den einen verstößt und den anderen, der genauso handelt annimmt.
Gott will, dass allen Menschen geholfen wird und sie zur Erkenntnis der Wahrheit kommen.
Und da gibt es nichts, mit dem ich vor Gott angeben könnte, dass es auf meinem Mist gewachsen ist.
Keiner von uns war schon immer ein Heiliger. Wir sind alle begnadigte Sünder. Wenn für uns der Neue Bund gilt, was interessiert uns der Alte Bund?
Müssen wir den Alten Bund auch halten? – Das ist nicht möglich. Ich kann nicht Auge um Auge, Zahn um Zahn ausleben und gleichzeitig die Feindesliebe praktizieren. Ich brauch auch keine Tiere opfern. Jesus hat durch sein Opfer am Kreuz alles bezahlt.
Aber warum lese ich das Alte Testament? – Und erst recht: Warum wird heute unter Christen noch aus dem Alten Testament gepredigt?
Das hat mehrere Gründe. Zum einen lernen wir das Wesen Gottes kennen, wenn wir sowohl den Alten, als auch den Neuen Bund betrachten.

Außerdem sind im Miteinander von Nicht-Christen und Christen in dieser Welt einige Regeln aus dem Alten Bund sinnvoll. Nicht umsonst sind die 10 Gebote in der Entstehung von unserem Grundgesetz eine wichtige Basis.
Und doch sollen wir den Neuen Bund nicht mit dem Alten Bund vermischen. Jesus drückt das so aus: man füllt nicht alten Wein in neue Schläuche. Sonst zerreißt es den alten Schlauch und Schlauch und Wein sind kaputt.
Der Neue Bund hat seine eigenen Regeln. Auch wenn uns Etliches vom Alten Bund her bekannt vorkommt.
Wie ist das nun mit unseren Versen aus Jeremia 9? – Wie kann ich feststellen, ob das, was Jeremia über den Stolz oder das Rühmen sagt für uns gilt?
Wir schauen nach, ob wir in unserem Vertrag auch etwas dazu finden. Und tatsächlich – Paulus greift den Vers 23 aus Jeremia 9 im 1. Korintherbrief auf (bitte 1. Korinther 1,26-31 lesen)
Also auch für uns im Neuen Bund gilt: Gottes Ehre steht im Mittelpunkt!
Im Alten Bund hat Israel die Beziehung zu Gott geschenkt bekommen. Gott ist der König und Herrscher der Juden.
Der Neue Bund gibt uns viel mehr. Gott schenkt uns in seiner Gnade die Reinheit von aller unserer Schuld. Er nimmt uns in seine Familie auf.
Und er verspricht uns ewige Gemeinschaft mit ihm. Jesus ist durch seinen Geist hier auf der Erde immer bei uns. Und im Himmel werden wir dann auch immer mit ihm Gemeinschaft haben. – Halleluja!

Wenn das kein Grund ist, auf unseren Vater im Himmel stolz zu sein?

Euer Pastor Timon Fuchs

Oktober / November 2018

Warten lohnt sich

Gedanken zu Jakobus 5,10-11

Liebe Leser!

Der besonders aufmerksame Leser hat es schon entdeckt. Das ist ja eine Fortsetzung vom letzten Mal, da ging es doch auch ums Warten. Ja genau und zwar um: Geduldig warten.
Und Jakobus schreibt folgendermaßen weiter:

10 Nehmt euch die Propheten, die im Namen des Herrn gesprochen haben, als Beispiel. Wie standhaft haben sie ihre Leiden getragen.
11 Ihr wisst ja, dass wir die glücklich preisen, die durchhalten. Von der Standhaftigkeit Hiobs habt ihr gehört und gesehen, wie der Herr ihn am Ende belohnt hat. Der Herr ist voller Mitgefühl und Erbarmen.

Nehmt euch die Propheten als Beispiel. So kann einer reden, der genau weiß, dass seine Leser das Alte Testament super gut kennen. Welchen Prophet kennen wir denn aus dem Alten Testament?
Mir fällt spontan Jesaja ein – und dann gab es noch seinen Kollegen Jeremia. Wen gab es denn da sonst? – Stimmt, die vielen kleinen Propheten von denen fällt mir Jona ein. Die haben alle im Namen des Herrn gesprochen – oh ja, geduldig waren die auch meistens. Und die haben oft warten müssen. Warten, dass das Volk glauben würde oder sich etwas ändert. Und bis die Prophetien sich erfüllt haben, das hat auch oft gedauert.
Und Leiden mussten die auch ganz schön. Das Volk wollte nicht hören. Sie haben sich über die Propheten geärgert. Nicht selten gab es Streit, Schläge oder es ging ihnen ans Leben. Und oft haben sie mit dem Volk mitgelitten, gerade weil es nicht einsichtig war. Doch sie waren standhaft.
Selbst wenn sie verfolgt wurden oder in Lebensgefahr schwebten waren sie Gott treu.
Wenn ich nur an Elia denke, wie er von Isebel und Ahab bedroht wurde. Wie er in die Wüste flüchtete. Obwohl er am Ende seiner Kräfte war hielt er an Gott fest.
Oder der Prophet Daniel. Wie eindrücklich wird uns seine Standhaftigkeit bezeugt. Ob es darum ging keine anderen Götter anzubeten oder: Ob er trotz Todesandrohung seine Gebetszeiten einhielt.
Bei genauerem Hinsehen finden sich viele solche Vorbilder im Alten Testament.

11 Ihr wisst ja, dass wir die glücklich preisen, die durchhalten.
Jakobus spricht hier in Vers 11 von „wir“. Wen meint er denn? –
Er spielt auf die Seligpreisung Jesu in Matthäus 5 an, wo es heißt:
10 Wie glücklich sind die, die man verfolgt, weil sie Gottes Willen tun, / denn sie gehören dem Himmelreich an! 11 Wie beneidenswert glücklich seid ihr, wenn sie euch beschimpfen, verfolgen und verleumden, weil ihr zu mir gehört. 12 Freut euch und jubelt! Denn im Himmel wartet ein großer Lohn auf euch. Und genauso haben sie vor euch schon die Propheten verfolgt.”

Also Jakobus und sein Bruder und Retter Jesus Christus ermutigen uns zum durchhalten!

Zum Abschluss nennt uns Jakobus den leidgeprüften Hiob.
Vers 11 – Na dann Prost – Mahlzeit. Wer möchte gerne durchmachen, was der hinter sich hat. Sicher keiner von uns.
Aber wenn einer ein Vorbild von Standhaftigkeit ist, dann er.
Von der Standhaftigkeit Hiobs habt ihr gehört und gesehen, wie der Herr ihn am Ende belohnt hat. Der Herr ist voller Mitgefühl und Erbarmen.
So wie Jahwe am Ende den Hiob belohnt hat, wird er sich auch über uns erbarmen.

Das Warten lohnt sich!

Gottes Wort hat es uns versprochen und Jakobus begründet seine Aussage mit dem Wesen Gottes: Der Herr ist voller Mitgefühl und Erbarmen
Auch wenn die Gegenwart Geduld von uns verlangt. Es lohnt sich durchzuhalten.
Wenn ich mich gebeutelt fühle sag ich manchmal: Das Leben ist hart, die ersten 100 Jahre.
Warten kann oft sinnlos erscheinen. Erwarten hat ein Ziel. Wir warten auf IHN. Lasst uns geduldig und fröhlich die Ankunft Jesu erwarten!
Das Beispiel von Hiob zeigt, dass das Leiden ein Ende haben wird. Gott führt uns durch Leid in die Herrlichkeit. Für jeden, der Gott treu ist, wird die herrliche Gemeinschaft mit IHM nie zerstört werden.
Ich freu mich über meine Beziehung zu Jesus und natürlich auch auf die ewige Gemeinschaft mit IHM im Himmel!

Euer Pastor Timon Fuchs

August / September 2018

Geduldig Warten

Gedanken zu Jakobus 5,7-9

Liebe Leser!

Im Jakobusbrief Kapitel 5 Vers 7 werden die Christen aufgerufen geduldig zu sein: „Haltet also geduldig aus, liebe Geschwister. Wartet auf das Wiederkommen des Herrn. Seht, wie der Bauer auf die köstliche Frucht der Erde wartet und sich ihretwegen geduldet, bis sie den Herbst- und Frühjahrsregen bekommt.“

Wir sollen Geduld haben, auch wenn Ungerechtigkeit und Lieblosigkeit unser Umfeld bestimmen. Und wie lange sollen wir geduldig sein?
Wann wird der Unfriede und Egoismus ein Ende haben?
Jakobus sagt: Wartet auf das Wiederkommen des Herrn.
Dann wird alles gut.
Und er malt uns ein Bild aus der Landwirtschaft vor Augen: „Seht, wie der Bauer auf die köstliche Frucht der Erde wartet und sich ihretwegen geduldet, bis sie den Herbst- und Frühjahrsregen bekommt“.

Der Bauer kann die Frucht nicht selbst produzieren. Wenn Gott keinen Herbstregen schenkt, gibt es keine Winterfrucht. Und ohne Frühjahrsregen, keine Sommerfrucht.
In Israel waren Herbst- und Frühjahrsregen Gnade Gottes. Der Bauer war davon abhängig.
Gott ist es, der die Frucht schenkt. Gott ist es auch, der die Ungerechtigkeit der Welt beseitigt. Für uns heißt es: Geduldig warten!

Und das nicht nach dem Motto: „Die Hoffnung stirbt zuletzt“
Weil Jesus wiederkommt, wird sich die Hoffnung erfüllen.
Vers 8 lesen wir: „So habt auch ihr Geduld und fasst Mut, denn das Kommen des Herrn steht bevor.“
Jakobus weiß, wie schwer es ist geduldig zu sein. Zu langes Warten führt schnell zur Enttäuschung. Wie schnell lassen wir uns entmutigen. Wir lenken uns ab und verlieren unser Vertrauen. Unser Glaube wird schwach. Deshalb ermutigt uns Jakobus: habt Geduld! Fasst Mut! Das Kommen des Herrn steht bevor!
Ja, ja, kenn ich schon. Vor 2000 Jahren haben die schon gesagt, dass Jesus wiederkommt, aber bis heute ist noch nichts passiert. Was soll ich mich verrückt machen? – Ich werd das eh nicht erleben!
Doch! Du wirst es erleben! Die Wiederkunft Jesu wird jeder erleben! Ob Du vorher gestorben bist oder nicht!

Und dann kommt es darauf an, wie Du gelebt hast. Wartest Du auf Jesus?
Lebe ich so, dass Jesus jeden Augenblick wiederkommen darf?
Wie sieht das praktisch aus?
Jakobus sagt: Vers 9: „Jammert nicht übereinander, liebe Geschwister. Ihr wollt doch nicht gerichtet werden. Seht, der Richter steht schon vor der Tür!“

Dieses Jammern meint das anklagende Stöhnen oder Schimpfen über unerwünschte Verhältnisse. Hat der andere mehr als ich? Ist er gesünder? Fällt ihm das Lernen leichter? Geht er uns mit seiner Einfalt auf die Nerven? Ärgern mich seine Schwächen? Oder machen mich seine Stärken neidisch?

Mit solchen Fragen und Gedanken, ob wir sie aussprechen oder nicht, klagen wir an. Wir werden unzufrieden. Unser Wesen versinkt in Dunkelheit. Wir blockieren uns selbst und den Heiligen Geist.
„Jammert nicht übereinander, liebe Geschwister. Ihr wollt doch nicht gerichtet werden.“
Jesu Wiederkunft ist Erlösung und Gericht.

Zufrieden, geduldig und dankbar auf das erlösende Kommen Jesu warten, das ist richtig. Viel besser als jammernd, neidisch und unzufrieden auf den Richter warten.

Ich wünsche Euch von Herzen einen fröhlichen, dankbaren, geduldigen und zufriedenen Lebensstil.

Euer Pastor Timon Fuchs

Juni / Juli 2018

Auf zum Angriff!

Gedanken zu Kolosser 4,2-6:

Liebe Leser!

Den Brief an die Kolosser hat Paulus im Gefängnis geschrieben. Statt Trübsal zu blasen nutzte er die Zeit, um ermutigende Briefe zu schreiben.

Vers 2 beginnt mit einem Auftrag: „Betet mit aller Ausdauer, voll Dankbarkeit gegenüber Gott und ohne in eurer Wachsamkeit nachzulassen.“

Es geht darum Menschen von Jesus weiterzuerzählen. Das Geheimnis von Jesus Christus, seine rettende Gnade muss verkündigt werden. Auf zum Angriff!

Und wie funktioniert nun dieser Angriff? Das Entscheidende ist das Gebet.

Jesus sagt zu seinen Nachfolgern in Matthäus 9,37: „Bittet den Herrn der Ernte, dass er Arbeiter in seine Ernte aussende.

Mission beginnt mit Gebet. Und Mission lebt aus dem Gebet. Warum? –

Ich antworte mit drei Begründungen: 1. Ich kann den Dienst nicht aus mir heraus starten. Dazu muss ich beauftragt und gesandt sein. Beten heißt hier, Gottes Dienst und Platzanweisung für mich erbitten. 2. Mission ist Angriff gegen Satan. Wer hier nicht Gottes Kraft und Schutz erbittet, ist bald gefangen und besiegt. 3. Mission ist Bau vom Tempel Gottes. Wer den Bauplan nicht kennt, kann nicht mit bauen. Ich muss mir von Gott die nächsten Schritte und die richtigen Mitarbeiter erbitten.

Durch Gebet und Verkündigung kommen Menschen zum Glauben an Jesus Christus. Hier ein Zitat von Charles Haddon Spurgeon: „Der Mutterboden einer Erweckung sind Gebetskreise, die Kraft einer Erweckung kommt aus der Verkündigung biblisch fundierter Lehre.“

Deshalb hat eine Gemeinde nie zu viele Beter oder Gebetskreise. Betet mit aller Ausdauer!

Hier erkennt man, wer es im Kampf des Glaubens ernst meint. Das Gebet darf keine Eintagsfliege sein. Auch für die Mission und für die Missionare kann ich langfristig durchs Gebet mitkämpfen. Ausdauer und Wachsamkeit ist gefragt.

In Matthäus 26 steht über Jesus folgendes geschrieben (40+41): „Als er zu den Jüngern zurückkam, schliefen sie. Da sagte er zu Petrus: »Ihr konntet also nicht einmal eine einzige Stunde mit mir wach bleiben? Wacht und betet, damit ihr nicht in Versuchung geratet! Der Geist ist willig, aber die menschliche Natur ist schwach.«“

Beten und Wachen steht oft zusammen. Das Gebet soll konzentriert und bewusst geschehen. Satan versucht die Gemeinde im Gebet träge zu machen. Die Folge ist, dass die Gemeinde nicht mehr kämpft. Deshalb ist das Gebet so wichtig! Auf zum Angriff!

Weiter heißt es: „voll Dankbarkeit“. Der dankbare Mensch freut sich darüber, was er hat. Er freut sich über gute Erlebnisse. Wer sich freut schläft nicht so leicht ein. Wer dankt, denkt. Jeder von uns kann danken, dass er beten kann. Jeder von uns kann mittragen und mitkämpfen im Reich Gottes.

Gebet ist ein Lebensstil. Wenn ich gewohnt bin mit Gott zu reden, dann kann ich auch Gottes Reden wahrnehmen. Durch Gebet greife ich aktiv in das Weltgeschehen ein.

Satan verliert in den umbeteten Bereichen Macht. Paulus ruft die Kolosser auf zum Angriff:

3 Tretet auch für uns ein, wenn ihr betet! Bittet Gott, uns eine Tür für seine Botschaft zu öffnen. Dann können wir das Geheimnis weitergeben, das Christus uns enthüllt hat und für das ich im Gefängnis bin. 4 Betet, dass ich meinen Auftrag erfüllen und dieses Geheimnis klar und verständlich verkünden kann.

Also, wenn ich im Gefängnis sitzen würde, dann würde ich Gott bitten, dass er mich irgendwie von dort rausholt! Es ist erstaunlich, dass Paulus ein solches Gebet hier nicht erwähnt. Er betet, dass er in seiner Situation ein Zeugnis sein kann für Christus. Und er fordert auch auf, dass die Gemeinde für ihn betet, damit er genau das sein kann. Wer betet, der weiß, dass Gott es machen muss, weil man es selber eben nicht kann.

Wer betet, der weiß, dass seine eigene Arbeit umsonst ist, wenn Gott nicht die getane Arbeit segnet. Je mehr ich mich um meine eigenen Angelegenheiten kümmere und darin vertieft bin, umso weniger bete ich. Ich bete weniger, wenn ich meine, dass ich mehr machen muss. Ich bete weniger, wenn ich meine Rolle überschätze und Gottes Rolle unterschätze. Je mehr ich mich um Gottes Angelegenheiten kümmere, umso mehr werde ich beten. Gebet ist ein Bekenntnis meines Vertrauens!

Wenn ich Gott nicht anbete, ist mir seine Größe nicht wichtig. Wenn ich ihm nicht meine Fehler sage, ist mir unsere Beziehung nicht wichtig. Wenn ich mich nicht bei ihm bedanke, ist mir seine Zuwendung nicht wichtig. Wenn ich nicht seine und meine Anliegen vor ihn bringe, ist mir seine Hilfe nicht wichtig.

Dass Mission vor der eigenen Haustür beginnt zeigt Paulus ab Vers 5: Verhaltet euch klug im Umgang mit denen, die nicht zur Gemeinde gehören. Wenn sich euch eine Gelegenheit bietet, ´euren Glauben zu bezeugen,` dann macht davon Gebrauch. 6 Eure Worte sollen immer freundlich und mit dem Salz ´der Weisheit` gewürzt sein. Dann werdet ihr es auch verstehen, jedem, ´der mit euch redet,` eine angemessene Antwort zu geben.

Das ist auch unsere Aufgabe: Lebe so, dass dein Glaube nach außen sichtbar ist. Das fängt im Gebet an.

April / Mai 2018

Im Licht leben!

Gedanken zu -1. Johannes 1,5-7

Liebe Leser!

Gott ist Licht – Licht ist gut. In Gott gibt es überhaupt keine Finsternis. Nichts Böses ist bei ihm zu finden. Sein Licht erhellt, wärmt und heilt. Kein willkürliches unerwartetes Böses kann von ihm kommen.

Bei dem Begriff „in der Finsternis leben“, geht es um einen Lebensstil. Wenn ich nur sage, dass ich zu Gott gehöre, aber in meinem Alltag nicht mit Gott lebe, bin ich ein Heuchler. Hierbei geht es nicht um Fehler, die bei mir ungewollt vorkommen.

Johannes zeigt klar: Reden und Leben gehören zusammen.

Wenn ich das, was ich sage auch lebe, dann bin ich authentisch. Es geht also um folgendes:

Nicht die Finsternis, sondern das Licht authentisch leben.

Im Licht leben!

Wenn wir im Licht leben, wird alles Dunkle aufgedeckt. Ungetrübte Gemeinschaft mit Gott und den Menschen ist möglich.

Durch Jesus wurde die Gemeinschaft mit Gott wiederhergestellt. Wenn wir im Licht leben, dann werden auch zerbrochene Beziehungen zum Nächsten geheilt. So wie Gott barmherzig mit uns ist, können wir in seinem Licht barmherzig mit unserem Nächsten sein.

Im Licht leben deckt unsere Finsternis auf. Christen erkennt man nicht an ihrer Sündlosigkeit, sondern daran, dass sie im Licht ihre Sünde durchleuchten lassen.

Das Blut Jesu hat am Kreuz auf Golgatha alle Sünde gelöscht. Wenn wir also im Licht leben, sind wir nicht fehlerlos, aber Jesus hat uns alles vergeben!

Wenn ich ehrlich als Sünder in Gottes Licht trete, dann gilt die Vergebung, die Jesus ein für allemal am Kreuz auf Golgatha erkämpft hat.

Unser Leben ist nicht mehr zeitlich, sondern ewig.
Und diese Ewigkeit können wir im Licht Gottes leben.

Darüber können wir uns jeden Tag freuen und IHM dankbar sein.

Euer Pastor Timon Fuchs

Dezember 2017 / Januar 2018

„Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst.“ Offenbarung 21,6

Gott wird es gut machen

„Widerstreitende Handelsinteressen“, „religiöse Vielfalt“ und „Multikulti“, „moralischer Verfall“, „die Welt ist ein Dorf“, „Krieg“. Wir kennen diese Schlagworte. Sie liefern uns in Kurzform die Zustandsbeschreibung einer zerbrechlichen Welt. Aber ich rede nicht vom Jahr 2018. Ich rede vom ersten Jahrhundert nach Christus. Denn genau diese Beschreibungen treffen auf das Lebensgefühl vieler Menschen im Mittelmeerraum der damaligen Zeit zu. Globalisierung und die Angst davor sind keine Erfindungen unseres Jahrhunderts. Wir bilden uns das nur ein.

Die Texte im Buch der Offenbarung sind Ende des ersten Jahrhunderts entstanden. Und neben diesem allgemeinen Unsicherheitsgefühl ging es der Gemeinde Jesu an den Kragen. Kaiser Domitian konnte nicht ertragen, dass sich die Christen weigerten, ihn anzubeten. Dahinein wird dem Johannes die „Offenbarung“ (die Apokalypse, wörtlich: Entschleierung) gegeben. Und mit der Jahreslosung 2018 lassen wir jeden Schleier und Nebel hinter uns und treten direkt auf eine Lichtung mit weitem Horizont. Sie steht im vorletzten Kapitel des Buches und der ganzen Bibel. Dort erfahren wir, dass Gott einen neuen Himmel und eine neue Erde schaffen wird. Gott wird jede Träne abwischen und alle Schmerzen beenden. Kein Leid und kein Geschrei wird mehr sein. Gott wird mitten unter seinem Volk wohnen. Und dann steht sie da, die Verheißung: „Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst.“ (Offb21,6).

Gottes Verheißung, veranschaulicht mit dem Bild einer Quelle, aus der lebendiges Wasser hervorsprudelt. Es steht für Gott selbst. Für seine Gerechtigkeit. Für sein Heil. Für seine heilsame, richtende und aufrichtende Gegenwart. Er sagt uns: „Ich mache alles neu“ (Vers 5) und damit wird wirklich alles gut. Umsonst, frei erhältlich, aus Gnade.

Jemand hat einmal gesagt: „So wie Durst auf die Existenz von Wasser hinweist, so weist unsere Sehnsucht nach Gott auf dessen Existenz hin.“ Sehnsucht ist schmerzlich und normal zugleich, so wie Durst. Wir dürsten nach Gott. Manchmal spüren wir es, oft nicht. Aber da ist dieser Unfriede, der nur von ihm selbst gestillt werden kann. Da ist die Sehnsucht, die nur von ihm erfüllt werden kann. Bei ihm kommen wir zur Ruhe, findet unsere Suche ihr Ziel.

Erstaunliche und realistische Perspektive der Bibel: So lange sich die Welt dreht, wird geweint, gehofft, gebangt und geklagt. Es wird verloren, gelitten und gestorben. Dass wir uns da gar keine Illusion machen. Aber dann! Dann wird alles gut werden. Am Ende.

Und jetzt?
Nehmen wir den Klassiker vieler Filme und Vorstellungen. Zwei Menschen sind verschollen auf einer einsamen Insel. Der eine hat Hoffnung, dass es gut wird und sie einmal gefunden werden. Der andere verliert schon bald jede Hoffnung, die Insel jemals lebend verlassen zu können. Der erste wird Kraft haben und durchhalten, der zweite gibt sich schon bald auf, es hat sowieso keinen Zweck für ihn.
Ein Mensch, der keine Hoffnung hat, ist arm dran. Wir brauchen für unser Leben einen Ausblick über den Tod und über diese Welt hinaus. Er gibt uns Hoffnung. Ob die Hoffnung des Gestrandeten begründet ist, ist fraglich. Für unser Leben aber haben wir eine begründete Hoffnung. Sie liegt in Gott und seiner Zusage. Gott macht alles neu – und gut. Diese hoffnungserfüllte Perspektive verändert jeden Tag heute. Wie das?

Ich habe mich mit der Jahreslosung in einer Zeit beschäftigt, in der es mir nicht gut ging. Es gab ein paar unlösbare Fragen und ich machte mir selbst sehr viel Druck. Das machte mich für Wochen fast apathisch. Viele kennen dieses Lebensgefühl, wenn man denkt: „Ich will nicht mehr“, wenn man nicht einmal aufstehen will. Wenn man sich einfach nur noch entsetzlich müde fühlt. So war es bei mir. Und dann kam die Jahreslosung wie ein himmlischer Hoffnungsschimmer: „Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst“ und „Siehe, ich mache alles neu“. Ich verstand, dass es vollkommen ausreicht, was Gott tut und tun wird. Dieses Wort hat mich getröstet und aufgerichtet. Es hat mich gerettet. Es hat mir für den einen Tag Kraft gegeben. Und dann für den nächsten. Und für den nächsten.

Weil Gott die Zukunft gehört (und wir ihm), können wir unsere Angst überwinden. Wir sind befreit von der lähmenden Angst um uns und unsere Zukunft. Das ist die beste Voraussetzung für ein leidenschaftliches und engagiertes Leben. Es ist ein befreites Leben. Diese Zukunftsperspektive tut hier und heute nicht nur gut – sie gibt uns die Kraft, in den ungelösten Fragen zu bestehen. Und weil wir ganz an Jesus und seinem Heil hängen, hören wir auf, es uns selbst zu erarbeiten. Wir müssen uns nicht selbst erlösen. Und weil wir Realisten sind, halten wir durch. Denn wer erwartet, durch dieses Leben tränen- und schmerzfrei hindurch zu schweben, wird an den überzogenen Erwartungen zerschellen. Gottes Hoffnung gibt uns Kraft. Nicht das perfekte Leben.

Man hat den Christen oft vorgeworfen, sie seien Jenseitsvertröster. Dieser Vorwurf mag manchmal berechtigt gewesen sein. Ich erlebe heute viele Menschen jedoch als Diesseitsvertröster, auch Christen. Viele tun so, als ob diese Welt alles sei. Aber das wäre doch sehr wenig. Es wäre sehr kurzsichtig. Und es entzöge uns den Grund für eine lebendige Hoffnung, die echt trägt.

„Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst.“ Das Jahr 2018 steht unter dieser starken Verheißung. Das lebendige Wasser fließt in unsere Welt und verändert sie. Gott wird einmal alles neu machen. Deswegen kann ich mich hier und heute begeistert dem Leben widmen, ohne Angst. Ohne Angst? Ja, das würde das kommende Jahr ganz sicher entscheidend verändern.

Ihr Ansgar Hörsting, Präses des Bundes Freier evangelischer Gemeinden Deutschland

P.S.: Stellen Sie sich im Blick auf das Jahr 2018 doch einmal folgende Frage: Was würde ich lassen und was würde ich tun, wenn ich all meine Angst überwinden könnte?