Die frohmachende Beziehung
4 Freut euch, was auch immer geschieht; freut euch darüber, dass ihr mit dem Herrn verbunden seid! Und noch einmal sage ich: Freut euch!
5 Seid freundlich im Umgang mit allen Menschen; ihr wisst ja, dass das Kommen des Herrn nahe bevorsteht.
6 Macht euch um nichts Sorgen! Wendet euch vielmehr in jeder Lage mit Bitten und Flehen und voll Dankbarkeit an Gott und bringt eure Anliegen vor ihn.
7 Dann wird der Frieden Gottes, der weit über alles Verstehen hinausreicht, über euren Gedanken wachen und euch in eurem Innersten bewahren – euch, die ihr mit Jesus Christus verbunden seid.
Philipper 4,4-7
Liebe Leser,
das vierte Quartal hat begonnen. Wir blicken zurück auf ein dreiviertel Jahr mit schönen und weniger schönen Tagen. Wir gehen auf das Ende vom Jahr zu und fragen uns vielleicht, wo die Zeit hingeflogen ist. Die Kinder merken so langsam, dass Weihnachten näher rückt. Da kommt Freude bei ihnen auf. Bei den Erwachsenen hält sich die Freude oft in Grenzen. Es ist meistens eher Stress angesagt. Schaff ich bis zum Jahresende das, was noch unbedingt erledigt werden muss? Wenn ich nur auf das schaue, was noch fehlt, steh ich vielleicht hilflos und überfordert da. Denke ich aber mit Dankbarkeit zurück, wie Gott mich beschenkt hat in der Vergangenheit, dann sieht die Welt ganz anders aus.
Im Neuen Testament ermutigt uns Paulus zur Freude, egal, was passiert (Philipper 4,4-7 lesen). Diese Freude hat ihren Ursprung in der frohmachenden Beziehung. Gott schenkt uns Freude, die ansteckt. Paulus spricht hier zu einer Gemeinde zu der er ein sehr persönliches Verhältnis hat. Es war die erste christliche Gemeinde auf europäischem Boden. In der Apostelgeschichte wird uns berichtet, wie Paulus diese Gemeinde auf seiner zweiten Missionsreise gründet. Es beginnt damit, dass Paulus in der Nacht eine Erscheinung hat: Ein Mann aus Mazedonien bittet ihn zu sich, um ihnen zu helfen. Paulus versteht Gottes Rufen und macht sich auf den Weg. Philippi war die erste Stadt Mazedoniens, die Paulus und Silas erreichten. Es war eine römische Kolonie. Wir erfahren, dass die Purpurhändlerin Lydia sich taufen lässt. Wir hören von einer Wahrsagerin, die geheilt wird. Paulus und Silas werden ins Gefängnis geworfen. In der sichersten Zelle werden ihre Füße in einem Holzblock befestigt. Weil sie in der frohmachenden Beziehung zu Gott leben, beten sie mitten in der Nacht und singen laute Loblieder. Da geschieht ein Erdbeben. Der Gefängnisaufseher findet den Weg zum Glauben an Jesus. Danach ziehen Paulus und Silas weiter. Beeindruckend, was die Christen in Philippi in ihrer Gemeindegründungsphase erlebt haben.
Auf der dritten Missionsreise besucht Paulus die Gemeinde erneut. Er hat eine herzliche Beziehung zu den Glaubensgeschwistern. Das betont Paulus im Philipperbrief mehrfach. Und jetzt ruft er die Gemeinde zur Freude auf. Und das gleich zweimal (Vers 4 lesen). Doppelte Freude! Kann man sich bei allem, was passiert freuen? Und wenn ja, wie sieht diese Freude aus? Was ist der Grund der Freude? Es ist die frohmachende Beziehung zum HERRN! Er und seine Macht und Herrlichkeit schenken übernatürliche Freude! Weil ER die Quelle der Freude ist, hört sie auch nicht durch irdische Umstände auf! Auf dieser Grundlage ruft Paulus seine Gemeinde zur Freude auf! Und was Gott im Innern von einem Menschen wirkt, soll nach außen sichtbar werden (Vers 5 lesen). Hier am Ende seines Briefes kommen wichtige Ermutigungen. Als erstes die Freude im Herzen.
Hast Du Freude im Herzen, dann sag es Deinem Gesicht. Sei freundlich zu allen Menschen! Euer Umgang mit den Menschen soll zugewandt und hilfreich sein. Und das sowohl zu den Leuten, die uns mögen und auch zu den anderen, über die wir lieber nichts Gutes erzählen wollen. Paulus ermutigt uns Liebe und Friede weiterzugeben, weil das Kommen des Herrn nahe bevorsteht. Die Zeit ist also begrenzt. Also nutzt die Zeit zum Guten! Die frohmachende Beziehung zu Gott führt also zu Freude, die ansteckt. Und wenn unsere Freude von Sorgen erstickt wird? (Vers 6 lesen) Dann ist Reden mit Gott wichtig! Wie sieht dieses Reden aus? Die Sorgen abgeben, manchmal mit Nachdruck (Flehen) und das Danken nicht vergessen! Wie schon bei der Freude, der gleiche Grund auch hier bei der Sorgenfreiheit: Gott ist da – Er beschenkt und versorgt! Nachdem wir uns freuen und unsere Sorgen abladen sollen, kommt nun der Friede als Drittes hinzu (Vers 7 lesen). Wir haben es also hier nicht mit dem einfachen „Friede, Freude, Eierkuchen“ zu tun, sondern mit der übernatürlichen Freude, der Sorgenfreiheit und dem Friedenszuspruch zu tun. Und auch der Friede hat seinen Grund in der Verbundenheit mit Christus. So wie bei der Freude und bei der Sorgenfreiheit ist auch der Friede kein Gefühl, sondern eine Entscheidung.
Der Wunsch nach Frieden ist in unserer Gesellschaft so aktuell wie schon lange nicht mehr. Und wenn der Frieden nicht im Herzen beginnt, ist er nicht von Dauer. Gottes Friede bewahre und bewache unsere Herzen! Dann wird auch unser Reden und Handeln vom Frieden Christi regiert. So schreibt es Paulus in Kolosser 3,15: „Der Frieden, der von Christus kommt, regiere euer Herz und alles, was ihr tut! Als Glieder eines Leibes seid ihr dazu berufen, miteinander in diesem Frieden zu leben.“
Ich wünsche Euch von Herzen eine frohe, sorgenbefreite und friedvolle Advents- und Weihnachtszeit!
Euer Pastor Timon Fuchs