August / September 2018

Geduldig Warten

Gedanken zu Jakobus 5,7-9

Liebe Leser!

Im Jakobusbrief Kapitel 5 Vers 7 werden die Christen aufgerufen geduldig zu sein: „Haltet also geduldig aus, liebe Geschwister. Wartet auf das Wiederkommen des Herrn. Seht, wie der Bauer auf die köstliche Frucht der Erde wartet und sich ihretwegen geduldet, bis sie den Herbst- und Frühjahrsregen bekommt.“

Wir sollen Geduld haben, auch wenn Ungerechtigkeit und Lieblosigkeit unser Umfeld bestimmen. Und wie lange sollen wir geduldig sein?
Wann wird der Unfriede und Egoismus ein Ende haben?
Jakobus sagt: Wartet auf das Wiederkommen des Herrn.
Dann wird alles gut.
Und er malt uns ein Bild aus der Landwirtschaft vor Augen: „Seht, wie der Bauer auf die köstliche Frucht der Erde wartet und sich ihretwegen geduldet, bis sie den Herbst- und Frühjahrsregen bekommt“.

Der Bauer kann die Frucht nicht selbst produzieren. Wenn Gott keinen Herbstregen schenkt, gibt es keine Winterfrucht. Und ohne Frühjahrsregen, keine Sommerfrucht.
In Israel waren Herbst- und Frühjahrsregen Gnade Gottes. Der Bauer war davon abhängig.
Gott ist es, der die Frucht schenkt. Gott ist es auch, der die Ungerechtigkeit der Welt beseitigt. Für uns heißt es: Geduldig warten!

Und das nicht nach dem Motto: „Die Hoffnung stirbt zuletzt“
Weil Jesus wiederkommt, wird sich die Hoffnung erfüllen.
Vers 8 lesen wir: „So habt auch ihr Geduld und fasst Mut, denn das Kommen des Herrn steht bevor.“
Jakobus weiß, wie schwer es ist geduldig zu sein. Zu langes Warten führt schnell zur Enttäuschung. Wie schnell lassen wir uns entmutigen. Wir lenken uns ab und verlieren unser Vertrauen. Unser Glaube wird schwach. Deshalb ermutigt uns Jakobus: habt Geduld! Fasst Mut! Das Kommen des Herrn steht bevor!
Ja, ja, kenn ich schon. Vor 2000 Jahren haben die schon gesagt, dass Jesus wiederkommt, aber bis heute ist noch nichts passiert. Was soll ich mich verrückt machen? – Ich werd das eh nicht erleben!
Doch! Du wirst es erleben! Die Wiederkunft Jesu wird jeder erleben! Ob Du vorher gestorben bist oder nicht!

Und dann kommt es darauf an, wie Du gelebt hast. Wartest Du auf Jesus?
Lebe ich so, dass Jesus jeden Augenblick wiederkommen darf?
Wie sieht das praktisch aus?
Jakobus sagt: Vers 9: „Jammert nicht übereinander, liebe Geschwister. Ihr wollt doch nicht gerichtet werden. Seht, der Richter steht schon vor der Tür!“

Dieses Jammern meint das anklagende Stöhnen oder Schimpfen über unerwünschte Verhältnisse. Hat der andere mehr als ich? Ist er gesünder? Fällt ihm das Lernen leichter? Geht er uns mit seiner Einfalt auf die Nerven? Ärgern mich seine Schwächen? Oder machen mich seine Stärken neidisch?

Mit solchen Fragen und Gedanken, ob wir sie aussprechen oder nicht, klagen wir an. Wir werden unzufrieden. Unser Wesen versinkt in Dunkelheit. Wir blockieren uns selbst und den Heiligen Geist.
„Jammert nicht übereinander, liebe Geschwister. Ihr wollt doch nicht gerichtet werden.“
Jesu Wiederkunft ist Erlösung und Gericht.

Zufrieden, geduldig und dankbar auf das erlösende Kommen Jesu warten, das ist richtig. Viel besser als jammernd, neidisch und unzufrieden auf den Richter warten.

Ich wünsche Euch von Herzen einen fröhlichen, dankbaren, geduldigen und zufriedenen Lebensstil.

Euer Pastor Timon Fuchs

Juni / Juli 2018

Auf zum Angriff!

Gedanken zu Kolosser 4,2-6:

Liebe Leser!

Den Brief an die Kolosser hat Paulus im Gefängnis geschrieben. Statt Trübsal zu blasen nutzte er die Zeit, um ermutigende Briefe zu schreiben.

Vers 2 beginnt mit einem Auftrag: „Betet mit aller Ausdauer, voll Dankbarkeit gegenüber Gott und ohne in eurer Wachsamkeit nachzulassen.“

Es geht darum Menschen von Jesus weiterzuerzählen. Das Geheimnis von Jesus Christus, seine rettende Gnade muss verkündigt werden. Auf zum Angriff!

Und wie funktioniert nun dieser Angriff? Das Entscheidende ist das Gebet.

Jesus sagt zu seinen Nachfolgern in Matthäus 9,37: „Bittet den Herrn der Ernte, dass er Arbeiter in seine Ernte aussende.

Mission beginnt mit Gebet. Und Mission lebt aus dem Gebet. Warum? –

Ich antworte mit drei Begründungen: 1. Ich kann den Dienst nicht aus mir heraus starten. Dazu muss ich beauftragt und gesandt sein. Beten heißt hier, Gottes Dienst und Platzanweisung für mich erbitten. 2. Mission ist Angriff gegen Satan. Wer hier nicht Gottes Kraft und Schutz erbittet, ist bald gefangen und besiegt. 3. Mission ist Bau vom Tempel Gottes. Wer den Bauplan nicht kennt, kann nicht mit bauen. Ich muss mir von Gott die nächsten Schritte und die richtigen Mitarbeiter erbitten.

Durch Gebet und Verkündigung kommen Menschen zum Glauben an Jesus Christus. Hier ein Zitat von Charles Haddon Spurgeon: „Der Mutterboden einer Erweckung sind Gebetskreise, die Kraft einer Erweckung kommt aus der Verkündigung biblisch fundierter Lehre.“

Deshalb hat eine Gemeinde nie zu viele Beter oder Gebetskreise. Betet mit aller Ausdauer!

Hier erkennt man, wer es im Kampf des Glaubens ernst meint. Das Gebet darf keine Eintagsfliege sein. Auch für die Mission und für die Missionare kann ich langfristig durchs Gebet mitkämpfen. Ausdauer und Wachsamkeit ist gefragt.

In Matthäus 26 steht über Jesus folgendes geschrieben (40+41): „Als er zu den Jüngern zurückkam, schliefen sie. Da sagte er zu Petrus: »Ihr konntet also nicht einmal eine einzige Stunde mit mir wach bleiben? Wacht und betet, damit ihr nicht in Versuchung geratet! Der Geist ist willig, aber die menschliche Natur ist schwach.«“

Beten und Wachen steht oft zusammen. Das Gebet soll konzentriert und bewusst geschehen. Satan versucht die Gemeinde im Gebet träge zu machen. Die Folge ist, dass die Gemeinde nicht mehr kämpft. Deshalb ist das Gebet so wichtig! Auf zum Angriff!

Weiter heißt es: „voll Dankbarkeit“. Der dankbare Mensch freut sich darüber, was er hat. Er freut sich über gute Erlebnisse. Wer sich freut schläft nicht so leicht ein. Wer dankt, denkt. Jeder von uns kann danken, dass er beten kann. Jeder von uns kann mittragen und mitkämpfen im Reich Gottes.

Gebet ist ein Lebensstil. Wenn ich gewohnt bin mit Gott zu reden, dann kann ich auch Gottes Reden wahrnehmen. Durch Gebet greife ich aktiv in das Weltgeschehen ein.

Satan verliert in den umbeteten Bereichen Macht. Paulus ruft die Kolosser auf zum Angriff:

3 Tretet auch für uns ein, wenn ihr betet! Bittet Gott, uns eine Tür für seine Botschaft zu öffnen. Dann können wir das Geheimnis weitergeben, das Christus uns enthüllt hat und für das ich im Gefängnis bin. 4 Betet, dass ich meinen Auftrag erfüllen und dieses Geheimnis klar und verständlich verkünden kann.

Also, wenn ich im Gefängnis sitzen würde, dann würde ich Gott bitten, dass er mich irgendwie von dort rausholt! Es ist erstaunlich, dass Paulus ein solches Gebet hier nicht erwähnt. Er betet, dass er in seiner Situation ein Zeugnis sein kann für Christus. Und er fordert auch auf, dass die Gemeinde für ihn betet, damit er genau das sein kann. Wer betet, der weiß, dass Gott es machen muss, weil man es selber eben nicht kann.

Wer betet, der weiß, dass seine eigene Arbeit umsonst ist, wenn Gott nicht die getane Arbeit segnet. Je mehr ich mich um meine eigenen Angelegenheiten kümmere und darin vertieft bin, umso weniger bete ich. Ich bete weniger, wenn ich meine, dass ich mehr machen muss. Ich bete weniger, wenn ich meine Rolle überschätze und Gottes Rolle unterschätze. Je mehr ich mich um Gottes Angelegenheiten kümmere, umso mehr werde ich beten. Gebet ist ein Bekenntnis meines Vertrauens!

Wenn ich Gott nicht anbete, ist mir seine Größe nicht wichtig. Wenn ich ihm nicht meine Fehler sage, ist mir unsere Beziehung nicht wichtig. Wenn ich mich nicht bei ihm bedanke, ist mir seine Zuwendung nicht wichtig. Wenn ich nicht seine und meine Anliegen vor ihn bringe, ist mir seine Hilfe nicht wichtig.

Dass Mission vor der eigenen Haustür beginnt zeigt Paulus ab Vers 5: Verhaltet euch klug im Umgang mit denen, die nicht zur Gemeinde gehören. Wenn sich euch eine Gelegenheit bietet, ´euren Glauben zu bezeugen,` dann macht davon Gebrauch. 6 Eure Worte sollen immer freundlich und mit dem Salz ´der Weisheit` gewürzt sein. Dann werdet ihr es auch verstehen, jedem, ´der mit euch redet,` eine angemessene Antwort zu geben.

Das ist auch unsere Aufgabe: Lebe so, dass dein Glaube nach außen sichtbar ist. Das fängt im Gebet an.

April / Mai 2018

Im Licht leben!

Gedanken zu -1. Johannes 1,5-7

Liebe Leser!

Gott ist Licht – Licht ist gut. In Gott gibt es überhaupt keine Finsternis. Nichts Böses ist bei ihm zu finden. Sein Licht erhellt, wärmt und heilt. Kein willkürliches unerwartetes Böses kann von ihm kommen.

Bei dem Begriff „in der Finsternis leben“, geht es um einen Lebensstil. Wenn ich nur sage, dass ich zu Gott gehöre, aber in meinem Alltag nicht mit Gott lebe, bin ich ein Heuchler. Hierbei geht es nicht um Fehler, die bei mir ungewollt vorkommen.

Johannes zeigt klar: Reden und Leben gehören zusammen.

Wenn ich das, was ich sage auch lebe, dann bin ich authentisch. Es geht also um folgendes:

Nicht die Finsternis, sondern das Licht authentisch leben.

Im Licht leben!

Wenn wir im Licht leben, wird alles Dunkle aufgedeckt. Ungetrübte Gemeinschaft mit Gott und den Menschen ist möglich.

Durch Jesus wurde die Gemeinschaft mit Gott wiederhergestellt. Wenn wir im Licht leben, dann werden auch zerbrochene Beziehungen zum Nächsten geheilt. So wie Gott barmherzig mit uns ist, können wir in seinem Licht barmherzig mit unserem Nächsten sein.

Im Licht leben deckt unsere Finsternis auf. Christen erkennt man nicht an ihrer Sündlosigkeit, sondern daran, dass sie im Licht ihre Sünde durchleuchten lassen.

Das Blut Jesu hat am Kreuz auf Golgatha alle Sünde gelöscht. Wenn wir also im Licht leben, sind wir nicht fehlerlos, aber Jesus hat uns alles vergeben!

Wenn ich ehrlich als Sünder in Gottes Licht trete, dann gilt die Vergebung, die Jesus ein für allemal am Kreuz auf Golgatha erkämpft hat.

Unser Leben ist nicht mehr zeitlich, sondern ewig.
Und diese Ewigkeit können wir im Licht Gottes leben.

Darüber können wir uns jeden Tag freuen und IHM dankbar sein.

Euer Pastor Timon Fuchs

Dezember 2017 / Januar 2018

„Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst.“ Offenbarung 21,6

Gott wird es gut machen

„Widerstreitende Handelsinteressen“, „religiöse Vielfalt“ und „Multikulti“, „moralischer Verfall“, „die Welt ist ein Dorf“, „Krieg“. Wir kennen diese Schlagworte. Sie liefern uns in Kurzform die Zustandsbeschreibung einer zerbrechlichen Welt. Aber ich rede nicht vom Jahr 2018. Ich rede vom ersten Jahrhundert nach Christus. Denn genau diese Beschreibungen treffen auf das Lebensgefühl vieler Menschen im Mittelmeerraum der damaligen Zeit zu. Globalisierung und die Angst davor sind keine Erfindungen unseres Jahrhunderts. Wir bilden uns das nur ein.

Die Texte im Buch der Offenbarung sind Ende des ersten Jahrhunderts entstanden. Und neben diesem allgemeinen Unsicherheitsgefühl ging es der Gemeinde Jesu an den Kragen. Kaiser Domitian konnte nicht ertragen, dass sich die Christen weigerten, ihn anzubeten. Dahinein wird dem Johannes die „Offenbarung“ (die Apokalypse, wörtlich: Entschleierung) gegeben. Und mit der Jahreslosung 2018 lassen wir jeden Schleier und Nebel hinter uns und treten direkt auf eine Lichtung mit weitem Horizont. Sie steht im vorletzten Kapitel des Buches und der ganzen Bibel. Dort erfahren wir, dass Gott einen neuen Himmel und eine neue Erde schaffen wird. Gott wird jede Träne abwischen und alle Schmerzen beenden. Kein Leid und kein Geschrei wird mehr sein. Gott wird mitten unter seinem Volk wohnen. Und dann steht sie da, die Verheißung: „Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst.“ (Offb21,6).

Gottes Verheißung, veranschaulicht mit dem Bild einer Quelle, aus der lebendiges Wasser hervorsprudelt. Es steht für Gott selbst. Für seine Gerechtigkeit. Für sein Heil. Für seine heilsame, richtende und aufrichtende Gegenwart. Er sagt uns: „Ich mache alles neu“ (Vers 5) und damit wird wirklich alles gut. Umsonst, frei erhältlich, aus Gnade.

Jemand hat einmal gesagt: „So wie Durst auf die Existenz von Wasser hinweist, so weist unsere Sehnsucht nach Gott auf dessen Existenz hin.“ Sehnsucht ist schmerzlich und normal zugleich, so wie Durst. Wir dürsten nach Gott. Manchmal spüren wir es, oft nicht. Aber da ist dieser Unfriede, der nur von ihm selbst gestillt werden kann. Da ist die Sehnsucht, die nur von ihm erfüllt werden kann. Bei ihm kommen wir zur Ruhe, findet unsere Suche ihr Ziel.

Erstaunliche und realistische Perspektive der Bibel: So lange sich die Welt dreht, wird geweint, gehofft, gebangt und geklagt. Es wird verloren, gelitten und gestorben. Dass wir uns da gar keine Illusion machen. Aber dann! Dann wird alles gut werden. Am Ende.

Und jetzt?
Nehmen wir den Klassiker vieler Filme und Vorstellungen. Zwei Menschen sind verschollen auf einer einsamen Insel. Der eine hat Hoffnung, dass es gut wird und sie einmal gefunden werden. Der andere verliert schon bald jede Hoffnung, die Insel jemals lebend verlassen zu können. Der erste wird Kraft haben und durchhalten, der zweite gibt sich schon bald auf, es hat sowieso keinen Zweck für ihn.
Ein Mensch, der keine Hoffnung hat, ist arm dran. Wir brauchen für unser Leben einen Ausblick über den Tod und über diese Welt hinaus. Er gibt uns Hoffnung. Ob die Hoffnung des Gestrandeten begründet ist, ist fraglich. Für unser Leben aber haben wir eine begründete Hoffnung. Sie liegt in Gott und seiner Zusage. Gott macht alles neu – und gut. Diese hoffnungserfüllte Perspektive verändert jeden Tag heute. Wie das?

Ich habe mich mit der Jahreslosung in einer Zeit beschäftigt, in der es mir nicht gut ging. Es gab ein paar unlösbare Fragen und ich machte mir selbst sehr viel Druck. Das machte mich für Wochen fast apathisch. Viele kennen dieses Lebensgefühl, wenn man denkt: „Ich will nicht mehr“, wenn man nicht einmal aufstehen will. Wenn man sich einfach nur noch entsetzlich müde fühlt. So war es bei mir. Und dann kam die Jahreslosung wie ein himmlischer Hoffnungsschimmer: „Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst“ und „Siehe, ich mache alles neu“. Ich verstand, dass es vollkommen ausreicht, was Gott tut und tun wird. Dieses Wort hat mich getröstet und aufgerichtet. Es hat mich gerettet. Es hat mir für den einen Tag Kraft gegeben. Und dann für den nächsten. Und für den nächsten.

Weil Gott die Zukunft gehört (und wir ihm), können wir unsere Angst überwinden. Wir sind befreit von der lähmenden Angst um uns und unsere Zukunft. Das ist die beste Voraussetzung für ein leidenschaftliches und engagiertes Leben. Es ist ein befreites Leben. Diese Zukunftsperspektive tut hier und heute nicht nur gut – sie gibt uns die Kraft, in den ungelösten Fragen zu bestehen. Und weil wir ganz an Jesus und seinem Heil hängen, hören wir auf, es uns selbst zu erarbeiten. Wir müssen uns nicht selbst erlösen. Und weil wir Realisten sind, halten wir durch. Denn wer erwartet, durch dieses Leben tränen- und schmerzfrei hindurch zu schweben, wird an den überzogenen Erwartungen zerschellen. Gottes Hoffnung gibt uns Kraft. Nicht das perfekte Leben.

Man hat den Christen oft vorgeworfen, sie seien Jenseitsvertröster. Dieser Vorwurf mag manchmal berechtigt gewesen sein. Ich erlebe heute viele Menschen jedoch als Diesseitsvertröster, auch Christen. Viele tun so, als ob diese Welt alles sei. Aber das wäre doch sehr wenig. Es wäre sehr kurzsichtig. Und es entzöge uns den Grund für eine lebendige Hoffnung, die echt trägt.

„Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst.“ Das Jahr 2018 steht unter dieser starken Verheißung. Das lebendige Wasser fließt in unsere Welt und verändert sie. Gott wird einmal alles neu machen. Deswegen kann ich mich hier und heute begeistert dem Leben widmen, ohne Angst. Ohne Angst? Ja, das würde das kommende Jahr ganz sicher entscheidend verändern.

Ihr Ansgar Hörsting, Präses des Bundes Freier evangelischer Gemeinden Deutschland

P.S.: Stellen Sie sich im Blick auf das Jahr 2018 doch einmal folgende Frage: Was würde ich lassen und was würde ich tun, wenn ich all meine Angst überwinden könnte?

Oktober/November 2017

Entschämt euch!

Von Pascal Görtz

Ein Freund von mir ist Freelancer. Irgendwas im Bereich „Human Resources“, oder altdeutsch: Personalentwicklung. Bis er arbeiten darf, muss er sich den Mund fusselig reden, Konzepte ins Blaue hinein schreiben und dann eine Menge Geduld aufbringen. Würde ich so häufig wie er mit potentiellen Kunden zu Abend essen, um mir in der Woche drauf telefonisch eine Absage einzuhandeln, mir würde der Appetit vergehen.

Kaltaquise nennt man das. Was auf nichts anderes hinausläuft als auf eine blutige Nase. Für meinen Freund ist Scheitern deshalb eine Alltagserfahrung, die ihn nicht mehr davon abhält, es wieder zu probieren. Ich finde das sehr löblich – nein: beeindruckend. Wie oft lassen wir uns von Misserfolgen der Vergangenheit die Gegenwart erdrücken? Wie viel wagen wir erst gar nicht, weil wir uns das Gefühl des Scheiterns ersparen wollen?

Das Verrückte ist doch: Das Scheitern der Anderen finden wir gar nicht so schlimm. Damit können wir gut umgehen. Dafür haben wir Verständnis. Gegenstände fallen mal runter, Beziehungen entfremden sich, Lebensläufe haben Lücken. Das alles darf passieren. Aber doch MIR nicht! Oder besser noch: Warum gerade MIR? Als sei es ein besonderes Schicksal oder Gottes Strafe, wenn wir die Dinge mal nicht auf die Reihe kriegen.

Niemand kann sich davor schützen, im Leben zu scheitern. Nicht mal Christen. Ich weiß: Das ist ein großer Schock für alle, die dachten, mit Gott würde ihnen so etwas nicht passieren. Andererseits: Wäre das nicht ziemlich arrogant gegenüber all denen, die immer wieder scheitern? Warum machen wir uns nicht mal eins mit denen, die wir vor unseren Augen scheitern sehen, übernehmen unseren Teil der Verantwortung und hören auf, uns selbst zu verurteilen, wenn wir mal straucheln?

Ich will keine Niederlage auf die leichte Schulter nehmen, keine Schuld beschönigen und kein Gefühl verdrängen. Aber das Scheitern in die Mitte des menschlichen Erfahrungsschatzes stellen. Und sagt: Scheitern ist so normal, dafür muss sich niemand schämen.
Dieser Artikel erschien in DRAN NEXT. Jetzt kostenlos testen: www.dran-next.de

August/September 2017

Die Seligpreisungen

Als er aber das Volk sah, ging er auf einen Berg.

Und er setzte sich, und seine Jünger traten zu ihm.

Und er tat seinen Mund auf, lehrte sie und sprach:

Selig sind, die da geistlich arm sind;

denn ihrer ist das Himmelreich.

Selig sind, die da Leid tragen;

denn sie sollen getröstet werden.

Selig sind die Sanftmütigen;

denn sie werden das Erdreich besitzen.

Selig sind, die da hungert und dürstet nach der Gerechtigkeit;

denn sie sollen satt werden.

Selig sind die Barmherzigen;

denn sie werden Barmherzigkeit erlangen.

Selig sind, die reinen Herzens sind;

denn sie werden Gott schauen.

Selig sind, die Frieden stiften;

denn sie werden Gottes Kinder heißen.

Selig sind, die um der Gerechtigkeit willen verfolgt werden;

denn ihrer ist das Himmelreich.

Selig seid ihr, wenn euch die Menschen um meinetwillen schmähen

und verfolgen und allerlei Böses gegen euch reden und dabei lügen.

Seid fröhlich und jubelt; es wird euch im Himmel reichlich belohnt

werden. Denn ebenso haben sie verfolgt die Propheten, die vor euch

gewesen sind.

Matthäus 5, 1-12

Gemeindebrief 156 (PDF, 1.3MB)

Juni/Juli 2017

Rückschau: Einsegnungsfeier

Liebe Freunde der FeG Freital,

am 14. Mai 2017 feierten wir gemeinsam die Einsegnung von Naomi, Saskia und Salomé, nach zwei Jahren „Biblischer Unterricht“ mit Thomas Oehme. Wir danken für die fröhliche, kreative und schöne Ausgestaltung des Gottesdienstes.

Vorschau: Pastorenstelle

Viele Jahren wurde dafür gebetet, einen Teilzeitpastor einstellen zu können. Nun liegt eine Bewerbung vor, über die die Gemeinde am 11. Juni 2017 abstimmen wird.

Wir suchen einen finanziellen Unterstützerkreis, um eine Einstellung für mindestens 2 Jahre absichern zu können. Wer sich vorstellen kann, dies zu unterstützen, wendet sich bitte an Monika Pochert  oder den Mitarbeiterkreis.

April/Mai 2017

Jede Menge Zukunft

In unserer Gemeinde gibt es einen biblischen Unterricht. Schon mal davon gehört? Nein? Hier unser Steckbrief: Wir, das sind Saskia, Salome und Naomi und Thomas, drei Bibelunterrichtsschülerinnen und ein Lehrer, von diesem Schlüssel können andere Lehrer nur träumen.

Glauben_entdecken

Seit dem 17.9.15 treffen wir uns immer donnerstags 17 Uhr in unseren Gemeinderäumen zum biblischen Unterricht. Wir nutzen das Unterrichtsmaterial des Bundesverlages „Glauben entdecken“. Siehe auch: Glauben-entdecken.net. Jede Schülerin bekam im ersten Jahr einen Arbeitsordner für das Alte Testament und im zweiten für das Neue Testament. Nach einem für jeden von uns anstrengenden Schul- und Arbeitstag geht es also noch mal ans Arbeiten und Konzentrieren. Das ist manchmal nicht so leicht. So beginnt jeder Unterricht mit lockerem Austausch, wir essen etwas gemeinsam, kochen Tee oder was so da ist. Dann ist Thema angesagt.

Hier der Schnelldurchlauf der letzten 18 Monate: Altes Testament/ Die Bibel, das Buch, wie es entstand/ Gottesvorstellungen/ Gott führt Menschen und gestaltet Leben, haben wir anhand verschiedener Personen des Alten Testamentes kennengelernt/
Gottes Weg mit Israel: Gott hält seinem Volk die Treue/ Wüstenwanderung/Aufstieg und Niedergang der Könige/ Teilung des Reichens Untergang des Nord- und Südreiches, Exil und die Heimkehr ins Heilige Land, der Wiederaufbau.

Ach, schaut einfach mal in die Zeittafeln eurer Bibeln. Wir befinden uns aktuell gerade im Neuen Testament. Jesus Christus: Gott wird einer von uns/ Überblick über das Leben Jesu/Jesus sucht uns Menschen. Jesus leidet und stirbt für uns/ Jesus ist auferstanden!
Wir haben noch vor uns: die Gemeinde – ein Bauwerk Gottes und alles was Gemeinde ausmacht. Der Biblische Unterricht soll nicht nur unsere Köpfe mit biblischen Geschichtsdaten vollstopfen. Nein, das Unterrichtsziel ist ein anderes: Gott als unser Schöpfer und
Herr stellt sich uns Menschen vor. Er sucht eine Verbindung zu uns, er ist Realität in unserem Leben. Wir brauchen die Liebe Jesu und die biblischen Inhalte um für unser Leben gut gerüstet zu sein. Der biblische Unterricht soll eine Einladung zu einem Leben mit Christus sein.

Zum Unterrichtsende ist Kreatives angesagt. Manchmal machen wir ein Spiel, die Zeit ist oft schnell vorüber. Ein Dankeschön an dieser Stelle an alle, die uns mit Süßigkeiten, Eis, Pizza und anderem den Unterricht verschönt haben. Danke an die Gemeinde, die das
Unterrichtsmaterial gekauft hat. Für die Vorbereitung echt eine Entlastung. Wir wollen Gott danken, dass Bibelunterricht war.
Wir wollen Gott bitten um seinen besonderen Segen für unser weiteres Leben.