Kategoriearchiv: Allgemein

Gemeindebrief September – November 2026

An(ge)dacht
Jesus ist der Sieger! Bereits im letzten Gemeindebrief haben wir uns zu diesem Thema Gedanken gemacht. Jesus hatte den Jüngern erklärt, dass er beim Vater im Himmel war, bevor er in die Welt kam. Und dass er bald wieder zum Vater zurückkehrt. Dass die Jünger das kapiert haben, sagen sie in den Versen 29 und 30. Ein ehrliches Bekenntnis. Die Jünger stehen zu ihrem Meister. Sie haben verstanden, dass er der Sohn Gottes ist. Aber ist das ein bloßes für wahrhalten oder gelebter Glaube? Jesus stellt die Aussage der Jünger in Frage – Verse 31 und 32. Ist die Nachfolge der Jünger nur Theorie? Wie sieht die Praxis aus? Als Jesus verhaftet wird, sind alle weg. Ihr eigenes Leben ist ihnen wichtiger, als das von ihrem Meister. Also wenn ich damals gelebt hätte, ich wär sicher nicht weggelaufen – oder? Solange wir in unserem gewohnten Alltag sind fühlen wir uns wohl. Alles geht uns leicht von der Hand, wir müssen uns nicht besonders anstrengen, brauchen kaum nachzudenken. Routinearbeiten, Familie und Freunde, unser vertrauter Wohnort. Alles bleibt, wie es ist. Anstrengender wird es, wenn sich etwas verändert oder verändern soll. Krisen zum Beispiel können unseren Alltag erschüttern. In allen Krisen stecken aber auch Chancen. Die Chance zu wachsen. Wir betreten unbekanntes Gebiet. Hier wird es ein wenig schwierig, wir brauchen Energie, fühlen eventuell Verunsicherung oder gar etwas Angst. Wir stellen unsere Gewohnheiten in Frage und das gibt uns die Gelegenheit, uns positiv zu verändern. Wir wissen, dass wir viele Fehler haben. Manches wurde uns in die Wiege gelegt. Kein Elternhaus ist vollkommen. Auch unsere Kindheit war nicht perfekt. Über die Jugendzeit wollen wir jetzt gar nicht reden. Aber auch danach haben wir uns wenig um die Fehler der Vergangenheit gekümmert. So viele schlechte Gewohnheiten und Vorurteile begleiten uns. Theoretisch haben wir bemerkt, dass wir im Lichte Gottes nicht viel glänzen. Natürlich ist Jesus für all das gestorben. Und natürlich vergibt uns Jesus. Aber bleiben wir bei der Theorie stehen? – Oder soll unser Glaube praktisch werden?

Ich habe gemerkt, dass in Bezug auf meine Gefühle manches im Argen liegt. Reaktionen von 3 mir gegenüber anderen Menschen waren nicht in Ordnung. Ich habe mich und andere gefährdet. Da durfte ich nicht stehen bleiben. Es reichte nicht von der Vergebung zu leben. Es war auch Veränderung nötig! Ich hatte mich dann bei einem Seelsorgekurs angemeldet, um an meinen blinden Flecken gearbeitet. Das was ich nicht selbst wahrnehme, sehen andere oft nur zu gut. Und die Ausbilder haben mich angeleitet an mir selbst zu arbeiten. Das kostet Überwindung. Das ist harte Arbeit. Neue, gute Gewohnheiten trainieren – das ist Kampf! Im Licht Gottes hält so Manches nicht stand.

Unsere Gesellschaft versucht uns vom Wesentlichen abzulenken. Zum Beispiel durch hohe Erwartungen an unseren Lebensstandard. Uns wird gesagt: Was im Leben zählt, ist ein eigenes Haus, ein teures Auto und ein angesehener Beruf. Oder die Gesundheit und das Wohlbefinden stehen an erster Stelle. Alles, was den ersten Platz in unserem Leben einnehmen will, verdrängt die echte Nachfolge. Was ist denn das Wichtigste für einen Jünger Jesu? Ist es jeden Sonntag in den Gottesdienst zu gehen? Ist es viel Geld zu spenden? Was hat Jesus seinen Jüngern aufgetragen? In Matthäus 28,19+20 sagt er folgendes:19 Darum gehet hin und lehret alle Völker: Taufet sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes 20 und lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe. Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.
Das ist sein Vermächtnis. Das ist der Befehl, der seinen Jüngern gilt! Gott hat entschieden, die Menschheit mit der guten Botschaft durch seine Jünger zu erreichen. Und bei diesem Auftrag ist jeder gefragt, seine Gaben und Fähigkeiten einzusetzen, um diesem Ziel näher zu kommen. Bleibt das Theorie? Wie viel von unserer Lebenszeit setzen wir für den Auftrag Jesu ein? Wie verhalten wir uns als Gemeinde? Ist dieser Auftrag Zentrum unseres Gemeindelebens? Wir haben uns von unserer Umwelt neue Werte diktieren lassen. Neue Gemeindeglieder bekomme ich dadurch, dass ich attraktive Gottesdienste gestalte. Es ist wichtig, dass ich mich wohl fühle. Es ist auch wichtig, dass Gäste sich wohlfühlen. Das ist ja nicht verkehrt, aber es darf nicht an die erste Stelle treten.
Ist irgendetwas wichtiger als Menschen zu Jüngern zu machen? Ich packe mich an meiner eigenen Nase: Ich sehe meine Bequemlichkeit. Ich sehe meine Prioritäten. Geht es mir in erster Linie um den Auftrag Jesu? Es gibt so viel anderes. Es ist ein ständiger Prioritätenwechsel. Heute hier, morgen da. Keine Zeit für … – wie keine Zeit? – Wer organisiert denn mein Leben? Wer teilt denn meine Zeit ein? Es muss sich dringend etwas ändern! Nur was? – Dumme Frage. Natürlich ICH! Ich muss mich ändern. Umkehr zum Herzen Jesu. Jesus näher kennenlernen. Seinen Auftrag ernst nehmen. Und wenn Jesus und sein Auftrag im Mittelpunkt steht, dann werden wir trotz harter Arbeit und Bedrängnissen Freude über den Sieg haben – Vers 33! Ihr habt es sicher gemerkt. Es ist mir nicht leicht gefallen über diese Verse zu schreiben. Es fällt mir schwer, mich von Gott verändern zu lassen. Aber es ist Gottes große Liebe und Gnade zu uns Menschen, die dahintersteckt. Jesus verspricht uns Frieden in unser Herz. Er verspricht uns auch Bedrängnis. Wie bei jedem Kampf gehören Opfer dazu, aber wir sind auf der Siegerseite, weil Jesus schon gesiegt hat. Das ist Grund zur Freude!
Jesus ist der Sieger!

Gruß

Oktober-November-Dezember 2025

Die frohmachende Beziehung

4 Freut euch, was auch immer geschieht; freut euch darüber, dass ihr mit dem Herrn verbunden seid! Und noch einmal sage ich: Freut euch!
5 Seid freundlich im Umgang mit allen Menschen; ihr wisst ja, dass das Kommen des Herrn nahe bevorsteht.
6 Macht euch um nichts Sorgen! Wendet euch vielmehr in jeder Lage mit Bitten und Flehen und voll Dankbarkeit an Gott und bringt eure Anliegen vor ihn.
7 Dann wird der Frieden Gottes, der weit über alles Verstehen hinausreicht, über euren Gedanken wachen und euch in eurem Innersten bewahren – euch, die ihr mit Jesus Christus verbunden seid.
Philipper 4,4-7

Liebe Leser,
das vierte Quartal hat begonnen. Wir blicken zurück auf ein dreiviertel Jahr mit schönen und weniger schönen Tagen. Wir gehen auf das Ende vom Jahr zu und fragen uns vielleicht, wo die Zeit hingeflogen ist. Die Kinder merken so langsam, dass Weihnachten näher rückt. Da kommt Freude bei ihnen auf. Bei den Erwachsenen hält sich die Freude oft in Grenzen. Es ist meistens eher Stress angesagt. Schaff ich bis zum Jahresende das, was noch unbedingt erledigt werden muss? Wenn ich nur auf das schaue, was noch fehlt, steh ich vielleicht hilflos und überfordert da. Denke ich aber mit Dankbarkeit zurück, wie Gott mich beschenkt hat in der Vergangenheit, dann sieht die Welt ganz anders aus.

Im Neuen Testament ermutigt uns Paulus zur Freude, egal, was passiert (Philipper 4,4-7 lesen). Diese Freude hat ihren Ursprung in der frohmachenden Beziehung. Gott schenkt uns Freude, die ansteckt. Paulus spricht hier zu einer Gemeinde zu der er ein sehr persönliches Verhältnis hat. Es war die erste christliche Gemeinde auf europäischem Boden. In der Apostelgeschichte wird uns berichtet, wie Paulus diese Gemeinde auf seiner zweiten Missionsreise gründet. Es beginnt damit, dass Paulus in der Nacht eine Erscheinung hat: Ein Mann aus Mazedonien bittet ihn zu sich, um ihnen zu helfen. Paulus versteht Gottes Rufen und macht sich auf den Weg. Philippi war die erste Stadt Mazedoniens, die Paulus und Silas erreichten. Es war eine römische Kolonie. Wir erfahren, dass die Purpurhändlerin Lydia sich taufen lässt. Wir hören von einer Wahrsagerin, die geheilt wird. Paulus und Silas werden ins Gefängnis geworfen. In der sichersten Zelle werden ihre Füße in einem Holzblock befestigt. Weil sie in der frohmachenden Beziehung zu Gott leben, beten sie mitten in der Nacht und singen laute Loblieder. Da geschieht ein Erdbeben. Der Gefängnisaufseher findet den Weg zum Glauben an Jesus. Danach ziehen Paulus und Silas weiter. Beeindruckend, was die Christen in Philippi in ihrer Gemeindegründungsphase erlebt haben.

Auf der dritten Missionsreise besucht Paulus die Gemeinde erneut. Er hat eine herzliche Beziehung zu den Glaubensgeschwistern. Das betont Paulus im Philipperbrief mehrfach. Und jetzt ruft er die Gemeinde zur Freude auf. Und das gleich zweimal (Vers 4 lesen). Doppelte Freude! Kann man sich bei allem, was passiert freuen? Und wenn ja, wie sieht diese Freude aus? Was ist der Grund der Freude? Es ist die frohmachende Beziehung zum HERRN! Er und seine Macht und Herrlichkeit schenken übernatürliche Freude! Weil ER die Quelle der Freude ist, hört sie auch nicht durch irdische Umstände auf! Auf dieser Grundlage ruft Paulus seine Gemeinde zur Freude auf! Und was Gott im Innern von einem Menschen wirkt, soll nach außen sichtbar werden (Vers 5 lesen). Hier am Ende seines Briefes kommen wichtige Ermutigungen. Als erstes die Freude im Herzen.

Hast Du Freude im Herzen, dann sag es Deinem Gesicht. Sei freundlich zu allen Menschen! Euer Umgang mit den Menschen soll zugewandt und hilfreich sein. Und das sowohl zu den Leuten, die uns mögen und auch zu den anderen, über die wir lieber nichts Gutes erzählen wollen. Paulus ermutigt uns Liebe und Friede weiterzugeben, weil das Kommen des Herrn nahe bevorsteht. Die Zeit ist also begrenzt. Also nutzt die Zeit zum Guten! Die frohmachende Beziehung zu Gott führt also zu Freude, die ansteckt. Und wenn unsere Freude von Sorgen erstickt wird? (Vers 6 lesen) Dann ist Reden mit Gott wichtig! Wie sieht dieses Reden aus? Die Sorgen abgeben, manchmal mit Nachdruck (Flehen) und das Danken nicht vergessen! Wie schon bei der Freude, der gleiche Grund auch hier bei der Sorgenfreiheit: Gott ist da – Er beschenkt und versorgt! Nachdem wir uns freuen und unsere Sorgen abladen sollen, kommt nun der Friede als Drittes hinzu (Vers 7 lesen). Wir haben es also hier nicht mit dem einfachen „Friede, Freude, Eierkuchen“ zu tun, sondern mit der übernatürlichen Freude, der Sorgenfreiheit und dem Friedenszuspruch zu tun. Und auch der Friede hat seinen Grund in der Verbundenheit mit Christus. So wie bei der Freude und bei der Sorgenfreiheit ist auch der Friede kein Gefühl, sondern eine Entscheidung.

Der Wunsch nach Frieden ist in unserer Gesellschaft so aktuell wie schon lange nicht mehr. Und wenn der Frieden nicht im Herzen beginnt, ist er nicht von Dauer. Gottes Friede bewahre und bewache unsere Herzen! Dann wird auch unser Reden und Handeln vom Frieden Christi regiert. So schreibt es Paulus in Kolosser 3,15: „Der Frieden, der von Christus kommt, regiere euer Herz und alles, was ihr tut! Als Glieder eines Leibes seid ihr dazu berufen, miteinander in diesem Frieden zu leben.“


Ich wünsche Euch von Herzen eine frohe, sorgenbefreite und friedvolle Advents- und Weihnachtszeit!


Euer Pastor Timon Fuchs

Juli – August – September 2025

Liebe Leser,

5 Eure Einstellung soll der von Jesus Christus gleichen:

6 Er war genauso wie Gott / und hielt es nicht gewaltsam fest, Gott gleich zu sein.

7 Er legte alles ab / und wurde einem Sklaven gleich. / Er wurde Mensch / und alle sahen ihn auch so.

8 Er erniedrigte sich selbst / und gehorchte Gott bis zum Tod – zum Verbrechertod am Kreuz.

9 Darum hat Gott ihn über alles erhöht / und ihm den Namen geschenkt, / der über allen Namen steht:

10 Denn vor dem Namen Jesus wird einmal jedes Knie gebeugt; / von allen, ob sie im Himmel sind, auf der Erde oder unter ihr.

11 Und jeder Mund wird anerkennen: / „Jesus Christus ist der Herr!“ / (Phil. 2,5-11)

In der letzten Ausgabe vom Gemeindebrief haben wir uns die Verse 5-8 vom zweiten Kapitel im Philipperbrief näher angeschaut. Das Hauptthema zu den Versen 5-11: Jesus Christus Vorbild und Herrscher.

In der letzten Ausgabe ging es darum, dass Jesus Christus das Vorbild in Demut und Gehorsam war. (zur Erinnerung Verse 5-8 lesen)

Nach dieser unfassbar großen Erniedrigung geht es in der zweiten Strophe genauso unfassbar bergauf. Jesus Christus wird der Herrscher sein (Verse 9-11 lesen). Dieses „Darum“ (Vers 9) zeigt eine logische Schlussfolgerung. Nur weil Jesus gehorsam war, wurde er erhöht! Wenn Jesus ungehorsam gewesen wäre, hätte Gott die Himmelfahrt ausfallen lassen! Kreuzigung, Auferstehung, Himmelfahrt und Pfingsten zeigen deutlich, dass Jesus das Vorbild in Demut und Gehorsam war. Und darum setzt Gott ihn als Herrscher ein. Wir haben schon in der ersten Strophe gesehen, dass Gott-Vater und Gott-Sohn eigenständige Personen sind. Der Sohn hat sich entschieden, sein göttliches Wesen einzuschränken und aus Liebe zu uns Mensch zu werden. Der Vater hat den Sohn beauftragt. Der Sohn war gehorsam. Hier in der zweiten Strophe ist Gott der Handelnde. Der Vater erhöht den Sohn über alles. Der Vater hat seinem Sohn einen Namen gegeben. Dem „Stiefvater“ Josef hatte der Engel aufgetragen, das Kind „Jesus“ zu nennen. Und dieser Name steht über allen Namen. Jesus ist von den Toten auferstanden. Der erste Mensch mit einem neuen Leib. Der Vater hat ihn zu sich geholt. Aber das ist nicht so wie vorher. Das Wesen vom Sohn hat sich verändert. Die Gottesgestalt des Gottessohnes ist jetzt die Gestalt eines auferstandenen Menschen. Gottes Sohn hat einen Veränderungsprozess durchgemacht, damit wir mit Gott Gemeinschaft haben können. Und warum das alles? – Weil Gott uns liebt. Jesus Christus wird der Herrscher sein. Weiter lesen wir, dass jedes Knie sich vor ihm beugen wird. Damit ist kein Knicks oder Niederknien für den Ritterschlag gemeint. Im damaligen Sprachgebrauch beugte sich der Besiegte vor dem Sieger. Und zwar so weit, dass der Sieger seinen Fuß in den Nacken vom Besiegten setzen konnte. Da ging es nicht um Höflichkeit. Der Besiegte hat sein Leben dem Sieger übergeben. Jesus ist der Sieger! Über die Menschen, die ihm nachfolgen? Ja auch. Aber noch über viel mehr. Jeder Mensch zu jeder Zeit wird sich ihm unterwerfen. Über jedes Wesen in jeder Dimension wird Jesus herrschen! Und da gibt es kein Wenn und Aber. Da wird keiner sagen können: „Da mach ich nicht mit“. Oder: „Ich sag nichts ohne meinen Anwalt“. (Vers 11 lesen) Ist das das „happy end“? Alle bekennen Jesus und alle kommen in den Himmel? Wir wissen aus den Evangelien, dass das nicht so ist. Wir müssen Jesus schon hier vor den Menschen bekennen. Dann wird Jesus auch im Himmel zu uns stehen. Jesus herrscht über alles. Erinnern wir uns nochmal: Warum schreibt Paulus das hier an die Philipper? Es geht um Einheit. In Demut und Gehorsam Gott gegenüber eins sein. Jesus hat sich erniedrigt. Er hat seinen Willen unter Gottes Willen gestellt. Deshalb hat der Vater ihn erhöht. Die Gemeinde muss auf jede Selbsterhöhung verzichten. Es geht nicht um den Einzelnen und auch nicht um die Ehre der Gemeinde. Wir müssen nicht toll dastehen. Liebe üben, Dienen, gehorchen und sich beugen, so ist die Gemeinde brauchbar, um vom Vater erhöht zu werden. Im Himmel, beim Hochzeitsfest wird Jesus der Bräutigam und die Gemeinde wird die Braut sein. Wenn das mal keine Erhöhung ist!

Jesus Christus Vorbild und Herrscher!

Wenn wir ihm nachfolgen, ist unser Gehorsam und unsere Demut Ehre für den Vater im Himmel. Lasst uns in Einheit zusammenstehen. An der Liebe wird die Welt erkennen, dass wir Jesu Jünger sind.

Euer Pastor Timon Fuchs