Juni / Juli 2018

Auf zum Angriff!

Gedanken zu Kolosser 4,2-6:

Liebe Leser!

Den Brief an die Kolosser hat Paulus im Gefängnis geschrieben. Statt Trübsal zu blasen nutzte er die Zeit, um ermutigende Briefe zu schreiben.

Vers 2 beginnt mit einem Auftrag: „Betet mit aller Ausdauer, voll Dankbarkeit gegenüber Gott und ohne in eurer Wachsamkeit nachzulassen.“

Es geht darum Menschen von Jesus weiterzuerzählen. Das Geheimnis von Jesus Christus, seine rettende Gnade muss verkündigt werden. Auf zum Angriff!

Und wie funktioniert nun dieser Angriff? Das Entscheidende ist das Gebet.

Jesus sagt zu seinen Nachfolgern in Matthäus 9,37: „Bittet den Herrn der Ernte, dass er Arbeiter in seine Ernte aussende.

Mission beginnt mit Gebet. Und Mission lebt aus dem Gebet. Warum? –

Ich antworte mit drei Begründungen: 1. Ich kann den Dienst nicht aus mir heraus starten. Dazu muss ich beauftragt und gesandt sein. Beten heißt hier, Gottes Dienst und Platzanweisung für mich erbitten. 2. Mission ist Angriff gegen Satan. Wer hier nicht Gottes Kraft und Schutz erbittet, ist bald gefangen und besiegt. 3. Mission ist Bau vom Tempel Gottes. Wer den Bauplan nicht kennt, kann nicht mit bauen. Ich muss mir von Gott die nächsten Schritte und die richtigen Mitarbeiter erbitten.

Durch Gebet und Verkündigung kommen Menschen zum Glauben an Jesus Christus. Hier ein Zitat von Charles Haddon Spurgeon: „Der Mutterboden einer Erweckung sind Gebetskreise, die Kraft einer Erweckung kommt aus der Verkündigung biblisch fundierter Lehre.“

Deshalb hat eine Gemeinde nie zu viele Beter oder Gebetskreise. Betet mit aller Ausdauer!

Hier erkennt man, wer es im Kampf des Glaubens ernst meint. Das Gebet darf keine Eintagsfliege sein. Auch für die Mission und für die Missionare kann ich langfristig durchs Gebet mitkämpfen. Ausdauer und Wachsamkeit ist gefragt.

In Matthäus 26 steht über Jesus folgendes geschrieben (40+41): „Als er zu den Jüngern zurückkam, schliefen sie. Da sagte er zu Petrus: »Ihr konntet also nicht einmal eine einzige Stunde mit mir wach bleiben? Wacht und betet, damit ihr nicht in Versuchung geratet! Der Geist ist willig, aber die menschliche Natur ist schwach.«“

Beten und Wachen steht oft zusammen. Das Gebet soll konzentriert und bewusst geschehen. Satan versucht die Gemeinde im Gebet träge zu machen. Die Folge ist, dass die Gemeinde nicht mehr kämpft. Deshalb ist das Gebet so wichtig! Auf zum Angriff!

Weiter heißt es: „voll Dankbarkeit“. Der dankbare Mensch freut sich darüber, was er hat. Er freut sich über gute Erlebnisse. Wer sich freut schläft nicht so leicht ein. Wer dankt, denkt. Jeder von uns kann danken, dass er beten kann. Jeder von uns kann mittragen und mitkämpfen im Reich Gottes.

Gebet ist ein Lebensstil. Wenn ich gewohnt bin mit Gott zu reden, dann kann ich auch Gottes Reden wahrnehmen. Durch Gebet greife ich aktiv in das Weltgeschehen ein.

Satan verliert in den umbeteten Bereichen Macht. Paulus ruft die Kolosser auf zum Angriff:

3 Tretet auch für uns ein, wenn ihr betet! Bittet Gott, uns eine Tür für seine Botschaft zu öffnen. Dann können wir das Geheimnis weitergeben, das Christus uns enthüllt hat und für das ich im Gefängnis bin. 4 Betet, dass ich meinen Auftrag erfüllen und dieses Geheimnis klar und verständlich verkünden kann.

Also, wenn ich im Gefängnis sitzen würde, dann würde ich Gott bitten, dass er mich irgendwie von dort rausholt! Es ist erstaunlich, dass Paulus ein solches Gebet hier nicht erwähnt. Er betet, dass er in seiner Situation ein Zeugnis sein kann für Christus. Und er fordert auch auf, dass die Gemeinde für ihn betet, damit er genau das sein kann. Wer betet, der weiß, dass Gott es machen muss, weil man es selber eben nicht kann.

Wer betet, der weiß, dass seine eigene Arbeit umsonst ist, wenn Gott nicht die getane Arbeit segnet. Je mehr ich mich um meine eigenen Angelegenheiten kümmere und darin vertieft bin, umso weniger bete ich. Ich bete weniger, wenn ich meine, dass ich mehr machen muss. Ich bete weniger, wenn ich meine Rolle überschätze und Gottes Rolle unterschätze. Je mehr ich mich um Gottes Angelegenheiten kümmere, umso mehr werde ich beten. Gebet ist ein Bekenntnis meines Vertrauens!

Wenn ich Gott nicht anbete, ist mir seine Größe nicht wichtig. Wenn ich ihm nicht meine Fehler sage, ist mir unsere Beziehung nicht wichtig. Wenn ich mich nicht bei ihm bedanke, ist mir seine Zuwendung nicht wichtig. Wenn ich nicht seine und meine Anliegen vor ihn bringe, ist mir seine Hilfe nicht wichtig.

Dass Mission vor der eigenen Haustür beginnt zeigt Paulus ab Vers 5: Verhaltet euch klug im Umgang mit denen, die nicht zur Gemeinde gehören. Wenn sich euch eine Gelegenheit bietet, ´euren Glauben zu bezeugen,` dann macht davon Gebrauch. 6 Eure Worte sollen immer freundlich und mit dem Salz ´der Weisheit` gewürzt sein. Dann werdet ihr es auch verstehen, jedem, ´der mit euch redet,` eine angemessene Antwort zu geben.

Das ist auch unsere Aufgabe: Lebe so, dass dein Glaube nach außen sichtbar ist. Das fängt im Gebet an.