Februar / März 2019

Ich bin Friedensbeauftragter!

Gedanken zur Jahreslosung Psalm 34,15:

Suche Frieden und jage ihm nach!

Liebe Leser!

König David hat diesen Psalm geschrieben. Er gibt seinen Zuhörern Weisheiten fürs Leben mit. Wir schauen uns die Jahreslosung im näheren Zusammenhang an:

Psalm 34 Verse 14+15: 14 Bewahre deine Zunge vor Bösem und deine Lippen vor betrügerischer Rede;

15 lass ab vom Bösen und tue Gutes, suche Frieden und jage ihm nach!

David hat früher Schafe gehütet. Wie schnell war da eins ausgebüchst. Wie wichtig war es aufmerksam auf jedes Einzelne zu achten. Hier in diesem Psalm geht es auch um Aufmerksamkeit: Hüte Deine Zunge! Pass auf, dass du nichts Böses redest! Keine betrügerische Rede soll Menschen verletzen. Sorge nicht mit Deinen Worten für Unfrieden.

In Vers 15 kommt er dann vom Reden zum Handeln: lass ab vom Bösen und tue Gutes.

Die Jahreslosung 2019 schließt sich an: Suche Frieden und jage ihm nach!

Da geht es nicht um Schweigen. Wir sollen auch nicht auf Frieden warten. Hier ist Aktivität gefragt!

Nachjagen – da ist Kraft dahinter. Da ist voller Einsatz gefragt. Das Ziel ist der Friede.

Ich bin Friedensbeauftragter!

Wer Frieden will muss kompromissbereit sein. Er muss auf eigene Interessen verzichten können. Hauptziel ist der Friede, nicht das eigene Recht. Voller Einsatz zur Versöhnung. Friedensvereinbarungen treffen und sich daran halten. Mit dem Frieden zufrieden sein und nicht mit dem immer mehr wollen alles wieder kaputt machen. –

Das hebräische Wort für Frieden heißt: Schalom. Es kommt im Alten Testament über 350mal vor. Die Hauptbedeutung ist Friede, Freundlichkeit, Wohlergehen und Sicherheit.

Es geht also nicht in erster Linie darum, dass wir nicht aufeinander schießen.

Weltfrieden erreiche ich nicht, wenn ich demonstrieren gehe, dass Waffen abgerüstet werden.

Es geht um viel mehr. Es geht um einen Frieden, der mein ganzes Wesen in Geborgenheit hüllt.

Das ist Schalom. Ich bin angstfrei. Ich fühle mich wohl. Ich fühle mich geliebt. Meine Beziehungen zu anderen Menschen sind ohne Streit. Auch zu Gott habe ich nur positives Empfinden. 100%ig angenommen und zufrieden. Das ist Schalom. Das ist der Friede, den wir suchen und dem wir nachjagen sollen.

Ist das nicht zu schön, um wahr zu sein? Hab ich das jemals erlebt? – Das schaff ich doch nie!

Zum Glück lässt uns Gott mit diesem Aufruf nicht allein. Er schenkt uns, was wir dazu brauchen. Das ist wie Weihnachten. Noch besser: Das ist Weihnachten! Jesus ist der Friedefürst. 700 Jahre vor Jesu Geburt hat es der Prophet Jesaja vorausgesagt (9,5): Denn uns ist ein Kind geboren! Ein Sohn ist uns geschenkt! Er wird die Herrschaft übernehmen. Man nennt ihn »Wunderbarer Ratgeber«, »Starker Gott«, »Ewiger Vater«, »Friedensfürst«. Jesus kam und verkündete die rettende Friedensbotschaft.

Durch sein Vorbild können wir lernen im Frieden miteinander umzugehen. Durch seinen Tod am Kreuz können wir Frieden mit Gott haben. Jesus hat unsere Trennung von Gott durch sein Opfer überbrückt. Er ist der Friedensstifter zwischen Mensch und Gott. Und derjenige, der das für sich annimmt, hat Frieden mit Gott. Jesus hat für unseren Frieden mit Gott alles eingesetzt.

Er hat sein Blut vergossen. Er starb, um unsere Schuld vor Gott ein für allemal zu löschen.

Doch was wäre Weihnachten und Karfreitag ohne Ostern? Jesus ist auferstanden – Halleluja!!!

Jesus lebt! Und was sind die ersten Worte Jesu, als er seinen Jüngern nach der Auferstehung begegnet? (Johannes 20,19:) Friede sei mit euch!

Und auch vor Jesu Auferstehung geht es Jesus um Frieden. Er gibt seinen göttlichen Frieden seinen Jüngern (Johannes 14,26+27).

Jesus hat alle seine Versprechen wahr gemacht. Er hat 10 Tage nach seiner Himmelfahrt an Pfingsten seinen Nachfolgern den Heiligen Geist geschickt. Und zu den Früchten des Heiligen Geistes gehört auch der Friede (Galater 5,22)

Die Liebe hat eine ewige unerreichbare Bedeutung in allen Beziehungen. Aber auch der Friede wird an vielen Stellen in der Bibel besonders betont. Paulus schreibt davon in Kolosser 3,15 „Und der Friede, den Christus schenkt, soll euer ganzes Leben bestimmen. Gott hat euch dazu berufen, in Frieden miteinander zu leben; ihr gehört ja alle zu dem einen Leib von Christus. Dankt Gott dafür!“

Wie sieht das im Umgang mit unseren Mitmenschen praktisch aus?

Wenn es um die Beziehung von Menschen geht sind Stolz, Eigenwille und Rechthaberei Friedenstöter.

Ich bin Friedensbeauftragter! Jeder Nachfolger Jesu ist Friedensbeauftragter! Suche Frieden und jage ihm nach!

Die Beziehungen zu unseren Mitmenschen sind besonders gefährdet. Wie schnell führt ein Missverständnis oder eine unbedachte Bemerkung zu Streit.

Wenn wir doch nur genauso schnell Beziehungen reparieren könnten, wie wir sie zerstören.

Wenn wir verletzt werden, wollen wir Gerechtigkeit. Wir wollen, dass der andere für seine Tat bestraft wird. Dabei finden wir selbst keinen Frieden. Und die Beziehung zum anderen wird auch nicht besser.

Paulus zeigt uns in Römer 12(17-21) ganz klar, dass wir unsere Rache Gott überlassen sollen. Wenn wir Gott unseren Hass und unsere Rachegedanken abgeben, finden wir Frieden. Und wenn in uns der Friede Christi regiert, dann können wir auch Frieden weitergeben. Jeder von uns sollte sich immer wieder sagen: Ich bin Friedensbeauftragter!

Euer Pastor Timon Fuchs