Juni / Juli 2019

Liebe Leser!

Johannes 15,9-17:

9 Wie mich mein Vater liebt, so liebe ich euch auch. Bleibt in meiner Liebe! 10 Wenn ihr meine Gebote haltet, so bleibt ihr in meiner Liebe, wie ich meines Vaters Gebote halte und bleibe in seiner Liebe.  11 Das sage ich euch, damit meine Freude in euch bleibe und eure Freude vollkommen werde.  12 Das ist mein Gebot, dass ihr euch untereinander liebt, wie ich euch liebe.  13 Niemand hat größere Liebe als die, dass er sein Leben lässt für seine Freunde.  14 Ihr seid meine Freunde, wenn ihr tut, was ich euch gebiete.  15 Ich sage hinfort nicht, dass ihr Knechte seid; denn ein Knecht weiß nicht, was sein Herr tut. Euch aber habe ich gesagt, dass ihr Freunde seid; denn alles, was ich von meinem Vater gehört habe, habe ich euch kundgetan.  16 Nicht ihr habt mich erwählt, sondern ich habe euch erwählt und bestimmt, dass ihr hingeht und Frucht bringt und eure Frucht bleibt, damit, wenn ihr den Vater bittet in meinem Namen, er’s euch gebe. 17 Das gebiete ich euch, dass ihr euch untereinander liebt.

Liebe ohne Grenzen!

Das Johannesevangelium wird oft als das Evangelium der Liebe bezeichnet. Immer wieder wird die Liebe Gottes zu den Menschen deutlich betont. Auch in den Versen heute geht es uns um die Liebe.

Liebe ist zielgerichtet. Man liebt nicht einfach nur so vor sich hin. Man liebt etwas, man liebt jemanden, man liebt sich, man liebt eine Gewohnheit. Liebe hat immer ein Ziel.

Im neutestamentlichen Griechisch gibt es 3 verschiedene Worte für Liebe: „Philia“ beschreibt die Neigung zu einer Sache oder einem Menschen. „Eros“ ist die strebende besitzergreifende Liebe. Und „Agape“ wird für die göttliche Liebe verwendet, auch für die durch Gott gewirkte Liebe bei den Menschen.

In unseren 9 Versen kommt 9 mal eine Form von Agape vor. Jesus erzählt uns nun einiges über die Liebe: “Wie mich mein Vater liebt, so liebe ich euch auch.” Jesus Christus ist Gottes Sohn.

Er wird hier geliebt. Er ist das Ziel der Liebe von seinem Vater. Was für eine große Liebe muss Gott der Vater zu seinem Sohn haben. Gott ist vollkommen. Kein Mensch kann sich das Maß der Liebe vorstellen, mit dem Gott seinen Sohn liebt. Doch nicht nur der Vater ist zu dieser Liebe fähig. Der Sohn ist ihm da gleich.

Wer ist aber das Ziel der Liebe Jesu? WIR! Jeder Mensch wird von Jesus genauso geliebt, wie Gott-Vater den Sohn liebt. Was für eine große Liebe wird uns Menschen da geschenkt!

Ja geschenkt! Es ist ein Geschenk. Wir müssen uns das nicht verdienen! Wir wären auch gar nicht in der Lage uns dieses Geschenk zu verdienen. Ein Geschenk: Ein großes Paket, schön eingepackt, mit Schleifchen drumrum.

Jesus bietet jedem dieses Geschenk der Liebe an.Nun liegt es an uns, ob wir das Geschenk annehmen, oder lieber ohne Gottes Liebe unser Leben leben wollen. Jeder muss sich entscheiden, ob er das Geschenk annehmen will oder nicht.

Ich habe dieses Geschenk angenommen. Für mich gilt damit auch der zweite Teil von Johannes 15,9: “Bleibt in meiner Liebe!” Gehen wir davon aus, dass ich das Geschenk der Liebe angenommen habe. Wie kann ich nun in seiner Liebe bleiben? Der Herr Jesus antwortet auf diese Frage in Vers 10.

Jesus lebte hier auf unserer Erde. Er hat die Gebote seines Vaters gehalten. Er blieb in der Liebe seines Vaters. Jesus wusste, dass der Vater ihn liebt. Deshalb war es gut seine Gebote zu halten. Wenn ich also in der Liebe Jesu bleiben will, dann muss ich auch seine Gebote halten. Bei einigen Geboten verstehe ich den Sinn. Dann ist für mich einsichtig, dass ich diese Gebote auch versuche zu halten. Und die Gebote, die ich nicht verstehe?

Auch die Gebote möchte ich halten, weil ich meine Liebe zu Jesus dadurch beweisen kann. Wenn einer einem anderen etwas Liebes tut, dann freut sich der, der beschenkt wurde.
Und der, der das Geschenk weitergegeben hat freut sich auch. Da trifft dann das Sprichwort zu: “Geteilte Freude ist doppelte Freude”. Ähnlich sagt es uns der Herr Jesus in Vers 11.

Wenn wir also das Geschenk der vollkommenen Liebe angenommen haben und diese Liebe auch ausleben, dann wird unsere Freude vollkommen werden. Diese Freude ist Jesu Freude. Durch sein Kommen, seine Worte und sein Wiederkommen wirkt er diese Freude in seinen Jüngern. Diese Freude ist in der Lage Licht ins Dunkel zu bringen und Schmerz zu ersetzen.

Weiter sagt Jesus, dass wir uns untereinander so lieben sollen, wie er uns liebt (Vers 12). Ja geht das denn überhaupt, dass ein Mensch so lieben kann, wie Gott liebt? Eigentlich ist das unmöglich.

Hat der Mensch aber das Geschenk der vollkommenen Liebe angenommen, dann ist er in der Lage auch diese vollkommene Liebe weiterzugeben. Sobald er sich nicht mehr auf das vollkommene Geschenk verlässt, ist er auch nicht mehr zu vollkommener Liebe fähig. Was vollkommene Liebe ist, hat Jesus vorgelebt (Vers 13)

Jesus hat sein Leben gegeben für seine Freunde. Er hat für alle, die seine Freunde sind, etwas Großartiges getan: Er hat ihre von Natur aus zerstörte Beziehung zu Gott in Ordnung gebracht.

Das fehlerhafte Wesen hat er für alle, die an ihn glauben, umgewandelt in ein neues vor Gott reines Wesen. Wie groß ist doch die Liebe, die Jesus uns anbietet! Jesus Christus ist der König aller Könige und der Herr aller Herren! Wir können Freunde Jesu sein; Freunde des größten Königs!

Dem Freund des Königs sind die Worte des Königs wichtig. Es ist ihm eine Ehre, das zu tun, was der König ihm an Aufgaben anvertraut. Wenn der Freund des Königs sich dem König widersetzt, dann kann man ihn wohl kaum noch als Freund bezeichnen. So verstehe ich die Verse 14 und 15.

Gottes Freunde werden nicht für das eigennützige Ziel des Herrschers eingesetzt. Nein! Sie sind in die geheimen Pläne Gottes eingeweiht. Sie erhalten eine Belohnung.

Ich kann mir hier auf der Erde einen Schatz im Himmel sammeln. Dort ist er noch sicherer als auf einem Schweizer Nummernkonto. Die Belohnung haben wir eigentlich nicht verdient, aber Jesus hat sie seinen Freunden versprochen. Liebe ohne Grenzen.

Jesus hat seine Freunde erwählt, damit sie Frucht bringen.

Mit anderen Worten: Jesus hat den ersten Schritt zur Freundschaft gemacht. Wer nun das Geschenk der Liebe annimmt, der hat den zweiten Schritt in dieser Freundschaft gemacht. Und wer in dieser Freundschaft Frucht bringt, der bringt beständige Frucht. Das sagt uns Jesus in Vers 16.

Jesus ruft Menschen in seine Nachfolge. Er bietet Menschen seine Freundschaft an. Er liebt seine Feinde. Feinden seine Freundschaft anzubieten ist kostspielig und fordert Opfer. Aber Gottes Liebe ist zu diesem Opfer bereit.

Freunde Jesu sollen in der Liebe bleiben. Tun sie das, entsteht Frucht, die bleibt. Außerdem hat der Freund Jesu die Verheißung, dass der Vater die Bitten erhören wird, die aus der Liebe zu Gott entstehen.

Wenn wir das Geschenk der Liebe bewusst angenommen haben, dann hat das Auswirkungen auf unser Verhältnis zu unserem Mitmenschen. Auch unseren Mitmenschen sollen wir lieben (Vers 17).

So wie Gottes Liebe zu uns keine Grenzen kennt, so soll auch unser Leben hier geprägt sein von der “Liebe ohne Grenzen“.

Was bestimmt Dein Leben? Wie sieht das ganz praktisch aus?

Lebst Du jede Minute Deines Lebens in der Gegenwart Gottes?

Rede mit Gott, wie mit Deinem besten Freund. Höre Gott zu, indem Du sein Wort liest oder in der Gemeinschaft über Deinen Glauben redest. Geht es Dir bei Lebensentscheidungen um Gottes Sache?

Ich kümmere mich um meine Beziehungen zu Nächsten. Gibt es etwas zu klären? Wie kann ich Störendes aus der Welt schaffen? Gottes Liebe bestimmt mein Denken und Handeln? Nicht mein Stolz oder meine Rechthaberei müssen siegen. Gottes Liebe siegt!

Liebe ohne Grenzen

Euer Pastor Timon Fuchs