August / September 2019

Offenbarung 2:

8 “Schreibe an den Engel der Gemeinde in Smyrna: Der Erste und der Letzte, der tot war und wieder lebendig wurde, lässt der Gemeinde Folgendes sagen:

9 Ich weiß von deiner Bedrängnis und Armut – obwohl du eigentlich reich bist! Ich weiß auch, wie bösartig du von Leuten verleumdet wirst, die behaupten, Juden zu sein, aber in Wirklichkeit eine Synagoge des Satans sind.

10 Es werden noch manche Leiden auf dich zukommen. Der Teufel wird einige von euch ins Gefängnis bringen, um euch auf die Probe zu stellen, und ihr werdet zehn Tage lang Schweres durchmachen. Hab keine Angst davor und bleibe mir treu, selbst wenn es dich das Leben kostet. Dann werde ich dir als Ehrenkranz das ewige Leben geben.

11 Wer hören will, achte auf das, was der Geist den Gemeinden sagt! Wer den Kampf besteht, dem wird der zweite Tod nichts anhaben können.”

Liebe Leser!

Die Offenbarung ist so eine Art Rundbrief an viele Gemeinden Jesu. Sieben Gemeinden werden mit Ort genannt, aber der Inhalt der Offenbarung richtet sich an alle christlichen Gemeinden. Diese Sendschreiben sind keine Abrechnung. Auch kein Abschlusszeugnis oder Urteilsspruch. Sie sind eher eine Art Zwischenbeurteilung.

In der Ausbildung kennt man die Zwischenprüfung. Es wird deutlich, was ich schon gelernt habe, und wo es noch fehlt.

Das End-Ergebnis steht also noch nicht fest. Es lässt sich noch etwas ändern. Gott gibt uns in seiner Gnade Zeit. Korrektur ist möglich. Wir sollten uns nicht Gemeinde der Heiligen nennen, sondern eher Kirche der zweiten Chance. Damit klar wird: Deine Gegenwart bestimmt deine Zukunft, nicht deine Vergangenheit. Und es ist nie zu spät mit Gott neu zu beginnen. Erst mit dem Tod können wir nichts mehr ändern. Dann sind die Voraussetzungen, ob wir durchs Jüngste Gericht kommen fest. Wer im Buch des Lebens steht wird ewige Gemeinschaft mit Gott haben – Halleluja!

Jetzt zu dem Sendschreiben in Offenbarung 2,8-11 (Text siehe oben).

Ich nehme Euch jetzt in einen Gedanken mit hinein, der mich im Zusammenhang mit diesem Sendschreiben beschäftigt: Hauptsache Christ, der Rest ist egal?

Der Brief richtet sich an Christen. Wie wird man Christ? – Bei mir war das so: Ich habe gehört, dass Jesus Christus der Sohn Gottes ist. Und Gott liebt die Menschen so sehr, dass er seinen fehlerlosen Sohn für meine Fehler bezahlen ließ. Mein unvollkommenes, fehlerhaftes Wesen trennt mich von Gott. Diesen Abstand von Gott bezeichnet die Bibel als Sünde. Jesus hat durch seinen Tod am Kreuz diesen Abstand überbrückt. In der Bibel heißt es, dass der Tod der Lohn für die Sünde ist. Jesus hat für meine Schuld die Strafe bezahlt. Alle meine Sünden sind bezahlt. Das ist wie ein Lottogewinn ohne Grenzen. Wenn ich zu Gottes JA zu mir auch JA sage, habe ich Versöhnung mit Gott. Bin ich damit Christ bis zum Lebensende? Christsein ist mehr. Es ist eine Beziehung. Wenn ich das Geschenk Jesu annehme, nehme ich Jesus in mein Leben auf (vgl. Joh. 1,12). Es wäre also viel zu kurz gegriffen, wenn es im Leben nur um Sündenvergebung geht. Es geht um Gemeinschaft mit dem Schöpfer. Ich habe den liebevollsten Vater im Himmel. An seiner Hand gehe ich durchs Leben. Ich bin also nicht Christ, weil ich einmal in meinem Leben JA zu Gott gesagt habe. Einmal den Lottoschein der Sündenvergebung eingereicht habe. – Nein! Ich bin Christ weil Gott zu mir JA gesagt hat und ich mein Leben ganz in Gottes Hand gebe. Mein ganzes Leben wird durch Gottes Geist geführt. Ich bin nicht mehr von meinen Umständen und von meinem begrenzten Horizont abhängig, sondern von Jesus, der über Raum und Zeit steht. Jesus war schon bevor die Welt erschaffen wurde beim Vater. Er war bei der Schöpfung dabei. Er kam als Mensch in diese Welt. Er starb für unsere Schuld und er ist auferstanden. Genau das finden wir in Vers 8.

In allen sieben Sendschreiben finden wir die Formulierung: Schreibe an den Engel der Gemeinde. Dieser Brief ist an eine himmlische Gestalt gerichtet, die nicht an die Zeit gebunden ist. Daher ist auch der Inhalt nicht an die damalige Zeit gebunden, sondern auch heute genauso Maßstab für unser Leben. Was sagt nun Jesus der Gemeinde in Smyrna? – Vers 9.

Es geht hier um Schein und Sein. In der wohlhabenden Stadt Smyrna ist die Gemeinde unterdrückt und materiell nicht reich. Von außen gesehen scheint die Gemeinde arm. Aber die wesentliche Perspektive hat Gott. Die Gemeinde ist reich, weil sie zu Gott gehört und damit Anteil an seinem Reichtum hat. Und dieser Reichtum ist ewig! Doch es ist nicht nur die äußere Armut, die ihnen das Leben erschwert. Da gibt es eine Gruppe von Menschen, die sich Juden nennen und die Gemeinde in Smyrna verleumden. Die Ehre der Christen wird in den Schmutz gezogen. Das Urteil Jesu über die selbsternannten Juden heißt nicht Volk Gottes, sondern Synagoge des Satans. Der Mensch sieht was vor Augen ist, aber Gott sieht das Herz an. Doch auch die Verleumdungen sind noch nicht das Ende der Fahnenstange. Vers 10.

Nicht nur Armut und Verleumdung erleidet die Gemeinde. Es wird einigen auch die Freiheit genommen. Und wer steckt dahinter? – Einmal mehr erfahren wir, dass unser Kampf nicht nur in der sichtbaren Welt stattfindet. Der Teufel stellt Christen auf die Probe. Aber die Tage des Leidens sind gezählt. Auch wenn es das Leben kostet, lohnt sich die Treue. Obwohl der Teufel handelt, hat Gott das letzte Wort. Und Gott hilft durch alle Leiden hindurch. Wir brauchen keine Angst zu haben. ER ist da. Und ER wird belohnen. Mit jeder Prüfung, die wir bestehen, werden wir reifer und fester im Glauben. Ich komme noch einmal auf die Zwischenprüfung zurück. Bei manchen Ausbildungen kann man schon froh sein, wenn man es bis zur Zwischenprüfung geschafft hat. Und wer zur Abschlussprüfung zugelassen wird, hat die Chance seine Ausbildung positiv abzuschließen. Auch die Lebensprüfungen als Christ sind auf der einen Seite Kampf und auf der anderen Seite eine Ehre. Und zwar, dass wir in der Ausbildung als Nachfolger Jesu so viel zugetraut bekommen. Jeder Einzelne wird in seinem Leben erfahren, dass Gott treu ist. Und Gott hat es versprochen, dass die Prüfung nicht über unsere Kraft geht (vgl. 1. Kor 10,13). Und jetzt ruft Gott uns zur Entscheidung auf. Wir sollen hören. Wir kennen das Sprichwort, wer nicht hören will muss fühlen. Gottes Geist spricht dies zu allen Gemeinden zu allen Zeiten: Vers 11.

Der erste Tod beendet die zeitlichen Prüfungen. Danach ist die Zeit im wahrsten Sinne des Wortes abgelaufen. Aber was ist der zweite Tod? (vgl. Offb. 20,14-15) Es ist die ewige Trennung von Gott. – Wie ermutigend sind die Worte an die Gemeinde in Smyrna. Die Christen dort sind auf dem richtigen Weg. Sie haben nicht nur das Geschenk der Vergebung angenommen, sondern sie sind Jesus konsequent nachgefolgt. Mit Gottes Hilfe haben sie die Prüfungen des Lebens bestanden.

Was würde Jesus dem Engel der Gemeinde in Freital sagen? – Hören wir auf Gottes Wort? Lasse ich mich ermutigen vom Geist Gottes in den Prüfungen meines Lebens? Folge ich Jesus konsequent nach? Suche ich nach Gottes Richtlinien für mein Leben? Hauptsache Christ, der Rest ist egal? – Nein! – Mut zur Nachfolge! – Es lohnt sich!

Euer Pastor Timon Fuchs