Oktober / November 2019

Johannes 6: 30 Da sprachen sie zu ihm: Was tust du nun für ein Zeichen, damit wir sehen und dir glauben? Was wirkst du? 31 Unsere Väter aßen das Manna in der Wüste, wie geschrieben steht: “Brot aus dem Himmel gab er ihnen zu essen.” 32 Da sprach Jesus zu ihnen: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Nicht Mose hat euch das Brot aus dem Himmel gegeben, sondern mein Vater gibt euch das wahrhaftige Brot aus dem Himmel. 33 Denn das Brot Gottes ist der,
welcher aus dem Himmel herabkommt und der Welt das Leben gibt. 34 Da sprachen sie zu ihm: Herr, gib uns allezeit dieses Brot! 35 Jesus sprach zu ihnen: Ich bin das Brot des Lebens. Wer zu mir kommt, wird nicht hungern, und wer an mich glaubt, wird nie mehr dürsten.

Liebe Leser!
Wenn wir die ersten Verse von Johannes 6 anschauen, dann lesen wir von der Speisung der fünftausend. Wie wunderbar hat Jesus mit 5 Broten und 2 Fischen, die ein Junge dabei hatte, fünftausend Menschen satt gemacht. Jesus hat eines ihrer Grundbedürfnisse befriedigt. Bei so einem Mann muss man bleiben. Der versorgt einen. So sucht ihn das Volk am nächsten Tag.
Das Volk hat nicht mitbekommen, dass Jesus auf dem See gelaufen ist. Jesus sagt zu ihnen, dass sie sich nicht um das Vergängliche, sondern um das Unvergängliche kümmern sollen. Wie reagiert das Volk darauf? Verse 30+31. Jesus hatte sie herausgefordert. Es geht um mehr als das tägliche Brot. Aber das Volk fühlt sich kritisiert. Anstatt auf Jesu guten Rat zu hören schießen sie zurück und fordern Jesus heraus: Sie lenken von sich ab und wollen Jesus unter Druck setzen. Warum soll denn Jesus schon wieder ein Zeichen tun? Gerade eben hat er 5000 Menschen satt gemacht und da will das Volk schon wieder ein Wunder?


Tja so ist das oft mit uns Menschen. Heute hat Gott uns beschenkt und ein Gebet erhört und es geht uns super, dann ist morgen schon wieder alles verflogen. Weil irgendeine Laus uns über die Leber läuft, vergessen wir Gottes Hilfe von gestern. Das Volk hat immer Hunger nach Wundern. Sie wollen nicht nur einmal die wunderbare Brotvermehrung. Sie wollen täglich den Wundermacher für ihre Interessen einspannen. Da sind im Volk Einige, die sich im Alten Testament gut auskennen. Sie zitieren aus dem 2. Buch Mose und aus Psalm 78. Wir haben es hier wohl mit Schriftgelehrten zu tun.

In 2. Mose 16,4 war das Himmelsbrot nicht nur ein Wunder. Es war auch eine Glaubensprüfung. War das Volk bereit am Vortag vom Sabbat mehr zu sammeln und am Sabbat zu ruhen? Haben sie
Gott vertraut, dass er sie versorgt? Die Verse in Psalm 78,23-32 reißen die Schriftgelehrten aus dem Zusammenhang. Sie zitieren
ein Wunder und verlangen von Jesus Wunder. Sie berufen sich auf ihre Väter. Aber was hat Gott mit ihren Vätern gemacht? Ihre Väter haben trotz der Wunder weiter gesündigt. Haben trotzdem nicht geglaubt. Und Gott hat sie gestraft. All das wollen die Schriftgelehrten hier nicht wissen. Sie lernen nicht aus der Vergangenheit. Sie basteln sich das Wort Gottes so zusammen, wie es ihnen passt. Der Messias ist in den Augen der Juden der zweite Mose.

Wenn Mose täglich Brot vom Himmel regnen ließ, dann wird der Messias, für den Jesus sich ausgibt, auch täglich Brot aus dem Himmel geben, – so war die Vorstellung von den frommen Juden. Jesu macht keine Vorwürfe. Er tadelt nicht und rührt auch nicht in der Vergangenheit.

30 Da sprachen sie zu ihm: Was tust du nun für ein Zeichen, damit wir sehen und dir glauben? Was wirkst du? 31 Unsere Väter aßen das Manna in der Wüste, wie geschrieben steht: “Brot aus dem Himmel gab er ihnen zu essen.” 32 Da sprach Jesus zu ihnen: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Nicht Mose hat euch das Brot aus dem Himmel gegeben, sondern mein Vater gibt euch das wahrhaftige Brot aus dem Himmel. 33 Denn das Brot Gottes ist der,
welcher aus dem Himmel herabkommt und der Welt das Leben gibt. 34 Da sprachen sie zu ihm: Herr, gib uns allezeit dieses Brot! 35 Jesus sprach zu ihnen: Ich bin das Brot des Lebens. Wer zu mir kommt, wird nicht hungern, und wer an mich glaubt, wird nie mehr dürsten. Was tust du nun für ein Zeichen?
Was wirkst du? Vers 31. Der Sohn Gottes ist das Brot des Lebens!

Er stellt zwar Missverständnisse klar, aber er wirbt für die aktuelle Beziehung zu Gott: Verse 32+33. Jesus macht hier klar: Nicht Mose ist der Held, sondern Gott hat gewirkt. Und er macht auch klar, dass er nicht der 2. Mose ist, sondern Gottes Sohn, weil SEIN Vater gibt. Interessant ist, dass Jesus plötzlich von der Vergangenheit in die Gegenwart springt: Jesus schlägt direkt den Bogen von: Ich bin Gottes Sohn und ich bin das Brot des Lebens. Es ist nicht ein Gegenstand, wie das Manna, was regnet. Es ist eine Person, der Sohn Gottes, der aus dem Himmel herabkommt. Und was ist das Ziel vom Kommen Jesu? Er bringt der Welt das Leben. Nicht nur Israel bekommt das Brot des Lebens. Das Ziel ist das ewige Leben. —
Das Volk Israel hat das Manna gegessen und kam doch nicht ins verheißene Land. Aber Jesus ist das wahrhaftige Brot des Lebens. Durch dieses Brot habe ich das ewige Leben. Ich komme in das ewige verheißene Land: ins Paradies. Aber auch jetzt schon wird durch Jesus mein Hunger nach Liebe gestillt. Mein Hunger nach Sinn des Lebens und meine Sehnsucht nach Liebesgemeinschaft mit dem vollkommenen Vater im Himmel sind befriedigt. Der geistige und seelische Hunger nach Leben wird durch das Brot des Lebens gestillt. Jesus ist das Brot des Lebens.

Nach was haben wir Hunger? Was sind unsere tiefsten Sehnsüchte?
Als Jugendlicher und junger Erwachsener war es ein großer Wunsch von mir: Einmal in einem Porsche 911 zu sitzen und dann auf der Autobahn selber zu beschleunigen und die Landschaft an mir vorbeirasen zu spüren. Bei Dir ist es vielleicht etwas ganz anderes.
Vielleicht einmal einem berühmten Menschen die Hand zu geben oder ist es eine Kreuzfahrt rund um die Welt? Oder sind es funktionierende menschliche Beziehungen? Eine intakte Familie? — Ist es Arbeit, die immer Spaß machen soll? Oder ist es Karriere oder ein gutes Image? Manche versuchen ihre Herzenssehnsucht mit viel Geld oder Macht zu stillen. Andere finden Befriedigung in der Musik, im Sex oder in Drogen. Und was ist, wenn ich das Ziel erreicht habe? Wenn ich mal Porsche gefahren bin. Oder wenn ich reich bin. Oder ganz oben auf der Karriereleiter stehe.

Alle Quellen dieser Erde geben nur zeitliche Befriedigung. Es gibt immer ein danach. Und der Hunger kommt wieder. Die Sehnsucht sucht ein neues Ziel. Was haben alle diese Sehnsüchte gemeinsam? Sie haben mich im Mittelpunkt. Mein Ziel ist das Wichtigste. Und weil ich zeitlich beschränkt bin, ist auch mein Ziel beschränkt. Es kann mich nicht langfristig befriedigen. Jesus hat es gezeigt, wie ein Leben Ewigkeit im Zentrum haben kann. Er hat alles, was zeitlich
war geopfert für unsere Ewigkeit. Deshalb kann er sagen, dass er das wahrhaftige Brot des Lebens ist. Die Quelle seiner Kraft ist nicht zeitlich, sondern ewig. Etwas Nachhaltigeres gibt es nicht. Schau auf Jesus und lass Dich in Zeit und Ewigkeit von ihm versorgen!
Euer Pastor Timon Fuchs