April-Mai-Juni 2021

Das Geheimnis vom unsichtbaren Schatz!

2. Korinther 4: 7 Diesen Schatz tragen wir aber in zerbrechlichen Tongefäßen, wie wir es sind, damit deutlich wird, dass die alles überragende Kraft von Gott stammt und nicht von uns. 8 Von allen Seiten werden wir bedrängt, sind aber nicht erdrückt; wir sind oft ratlos, aber nicht kopflos, 9 wir werden verfolgt, sind aber nicht verlassen, wir werden zu Boden geschlagen, aber kommen doch nicht um. 10 Immer und überall tragen wir das Sterben von Jesus an unserem Körper umher, damit auch sein Leben an uns deutlich sichtbar wird. 11 Weil wir zu Jesus gehören, werden wir als Lebende ständig dem Tod ausgeliefert, damit sein Leben auch an unserem sterblichen Körper offenbar wird. 12 So wirkt nun also der Tod in uns, das Leben aber in euch.

Liebe Leser!

Wir wollen uns jetzt mal auf Schatzsuche begeben. Wie war das denn zu Seefahrers Zeiten. Da gab es eine Karte, auf der der Ort eingezeichnet war, wo der Schatz zu finden ist. Und dann ging’s mit den Strapazen los. Die richtige Insel erreicht, musste der genaue Ort gefunden werden. Und dann wurde kräftig gebuddelt. Da hatte man schon einiges zu durchleiden, bis man dann endlich den heißersehnten Schatz in Händen hielt. Ok, heute müssen wir noch nicht einmal das Haus verlassen, um das Geheimnis vom unsichtbaren Schatz zu lüften. Wir haben als Schatzkarte den 2. Korintherbrief von Paulus und machen uns in Gedanken auf die Reise.

Paulus hat also die Schatzkarte an die Gemeinde in Korinth geschickt. Wie groß war denn diese Stadt? So groß wie Freital? Oder eher so groß wie Dresden? Korinth war eine Handelsstadt am Meer. Es war eine Kulturstadt mit über 700000 Einwohnern. Also mehr als Dresden und Freital zusammen. Es gab dort Kunstschulen, Rednersäle und Schulen der Philosophie. Der Aufschwung von Kultur und Reichtum hielt jedoch den sittlichen Niedergang nicht auf. Im Gegenteil. Ausdrücke wie “korinthisches Gelage”, oder “korinthischer Trinker” waren sprichwörtlich. Die Gemeinde in Korinth wurde von Paulus gegründet. Er betreute sie ungefähr 2 Jahre lang. Die Mitglieder der Gemeinde waren hauptsächlich Judenchristen. Außer ihnen gab es auch einige gläubige Heiden. Paulus spricht über konkrete Schwierigkeiten in der Gemeinde. Im ersten Brief an die Korinther geht es vorwiegend um die Ordnung in der Gemeinde. Im zweiten Brief steht der Dienst für den Herrn im Vordergrund. Die Kapitel 1-7 dienen zur Klärung von verschiedenen Missverständnissen in der Gemeinde, wie z.B. Kirchenzucht, Leiden und Belohnung im Dienst für den Herrn. Hab‘ ich da gerade Belohnung gelesen? – Na das klingt doch schon so, als könnte das etwas mit unserem Schatz zu tun haben. Wir schauen uns Verse aus 2. Korinther 4 an (siehe oben).

Paulus und sein Team berichten also von einem Schatz. Es handelt sich dabei nicht um Silber, Gold oder Juwelen. Der Schatz ist für uns nicht sichtbar. Es ist die Herrlichkeit Christi. Paulus hat diesen Schatz gesehen. Es hat ihn umgehauen. Und zwar so, dass er danach blind war. Das war beim Bekehrungserlebnis von Paulus. Jesus begegnete ihm. Manches, was es an nicht Sichtbarem gibt, ist so gewaltig, dass es uns nicht nur die Sprache verschlägt. Paulus hat diese Herrlichkeit nicht nur gesehen, sondern er wurde davon erleuchtet. Deshalb erklärt er einen Vers vorher, in 2. Korinther 4 Vers 6, folgendes: Denn der Gott, der einst aus der Finsternis heraus Licht aufleuchten ließ, hat das Licht auch in unserem Herzen erstrahlen und uns die Herrlichkeit Gottes auf dem Angesicht von Jesus Christus erkennen lassen. Der Schatz ist also die Herrlichkeit Christi. Und diese ist im Herzen von Paulus und seinen Mitarbeitern.

(Zu Vers 7) Ich kann mich nicht erinnern, dass bei meinen Eltern oder Großeltern irgendetwas in Tongefäßen aufgehoben wurde. Woran ich mich aus meiner Kindheit erinnern kann, sind Steingutfässchen. Darin wurde Sauerkraut drin gelagert. Das war für mich nicht attraktiv, weil man mich mit Sauerkraut jagen konnte. Im alten Orient war das mit der Lagerung anders. Da wurden wertvolle Dinge oft in Tonkrügen versteckt. Das kennen wir möglicherweise von den Schriftrollen vom Toten Meer. Wertvolle Bibeldokumente waren in Tonkrügen aufbewahrt. Von außen konnte man den Wert vom Inhalt nicht erkennen. Die Tonkrüge selbst waren nicht wertvoll. Sie waren zerbrechlich. Paulus macht deutlich, dass es nicht um ihn geht, sondern um den Inhalt, den Gott geschenkt hat, damit deutlich wird, dass die alles überragende Kraft von Gott stammt und nicht von uns. Danach berichtet Paulus von seiner Missionsarbeit. Er hat viel durchgemacht. (Verse 8-9) Bei allen Schwierigkeiten erlebt Paulus, dass das ABER Gottes größer ist. Erlebt haben das Paulus und Silas zum Beispiel im Gefängnis in Philippi. Das sah für die beiden aussichtslos aus. Doch das ABER Gottes war größer. Durch die wunderbare Kraft Gottes gab es einen Ausweg. Nicht nur das Erdbeben, sondern auch die Erleuchtung vom Kerkermeister und seiner Familie war Inhalt vom großen ABER Gottes. Es geht um die Herrlichkeit Christi. Jesus ist das Leben. Er schenkt ewiges Leben. Jesus hat gelitten. Doch sein Leiden und Sterben hatte immer das Leben in sich. Und es hat uns das Leben gebracht. So versteht Paulus auch sein Leiden. Es soll das Leben Jesu sichtbar machen. (Verse 10-11) Paulus und seine Mitarbeiter hatten einen harten Leidensweg. Er ist dem Tod ausgeliefert. Und doch sieht er schon jetzt einen Sinn darin. (Vers 12) Er hat den Korinthern das Leben gebracht. Den Korinthern geht es gut. Sie leben nicht in der Verfolgung. Sie haben von Paulus den Weg zu Jesus gezeigt bekommen. Sie haben den Schatz der Herrlichkeit Christi erleben können. Wie viele Christen erleben heute Verfolgung oder sind dem Tod ausgeliefert. Als ich die vorangegangenen Verse gelesen hatte, dachte ich: das hört sich so an, als ob ein verfolgter Christ an unsere Gemeinde schreibt. Und er macht uns klar, dass es wichtigeres gibt als gemütliches Beisammensein und fröhliche Anbetungszeiten oder Religionsfreiheit. In besonders schwierigen Situationen hilft es mir, dass ich mir der Herrlichkeit Christi in meinem Herzen bewusst bin. Dann werde ich die Liebe Gottes erleben und kann sie erwidern.

Das Geheimnis vom unsichtbaren Schatz!

Wenn ich Berichte über standhafte Zeugen in der Verfolgung lese, bin ich beeindruckt und ermutigt. Beeindruckt, dass Menschen durch Jesu Liebe treu sind. Und ermutigt, dass ich mir keine Sorgen machen brauch, wenn schwierige Situationen auf mich zukommen. Gott wird mir helfen und mir die richtigen Worte schenken. Auch wenn es um uns herum kracht, ist Gottes Kraft da. Er wirkt durch uns. Er bringt uns und unserer Umwelt das Leben! Wir leben in einer Zeit, die uns Einschränkungen auferlegt. Gottes ABER ist da und er trägt uns durch. Lasst uns den Menschen den Schatz der Herrlichkeit Christi bringen. Dieser Schatz bringt uns Frieden, Liebe und ewiges Leben! Wir sind reich beschenkt!

Euer Pastor Timon Fuchs