Oktober-November-Dezember 2021

„Jeder, der glaubt, dass Jesus der von Gott gesandte Retter, der Christus, ist, ist aus Gott geboren. Und ein Kind, das Gott, seinen Vater, liebt, liebt auch seine Geschwister, die anderen Kinder dieses Vaters.“

1.Johannes 5,1 (Neue Genfer Übersetzung)

Liebe Leser!

Unaufhaltsam geht die Zeit voran! Im letzten Quartal des Jahres kommt Weihnachten immer so plötzlich! Wir denken daran, dass Gott die Welt so geliebt hat, dass er Jesus, seinen Sohn, in die Welt geschickt hat. Jesus kam, um die Menschen von der Macht der Finsternis zu befreien. Er ist der Retter für die Menschen, die an ihn glauben. So schreibt es Johannes in seinem Evangelium (3,16). Wenn ich an das denke, was Jesus für mich getan hat, dann kann ich jeden Tag Weihnachten feiern. Jetzt aber erst mal der Reihe nach: Jesus Christus – was bedeutet dieser Name? Jesus ist die griechisch-lateinische Form von Jeschua und bedeutet „der Herr ist Rettung“. Gott hatte Josef mit dieser Namensnennung beauftragt (vgl. Matthäus 1,18-21). Und genau dieser Jesus ist mein persönlicher Chef und mein Retter! ER trägt den Titel oder die Amtsbezeichnung „Christus“. Der griechische Titel „christos“ ist eine Übersetzung von dem hebräischen „maschiach“ und bedeutet „der Gesalbte“. Priester und Könige wurden gesalbt. Jesus ist der Priester aller Priester und der König aller Könige. ER war schon vor seiner Geburt „der Christus“ (vgl. Matthäus 2,1-4). Das Bekenntnis: Jesus ist der Christus, beinhaltet also seine höchste Autorität und sein unvergleichliches Rettungswerk. Jeder, der diese Autorität persönlich anerkennt und das Rettungsgeschenk annimmt, ist ein Kind Gottes. Als Kinder Gottes sollen wir täglich in unserer Liebesbeziehung zu Gott und zu den Geschwistern wachsen. Im 1.Johannes 5,1 erklärt Johannes den Zusammenhang von Glaube und Liebe.

Wer glaubt, liebt! Am Anfang steht also der Glaube. Wer an Jesus Christus als seinen Retter glaubt, ist Kind Gottes. Gott nimmt ihn in seine Familie auf. Familie! – Welche Gedanken gehen uns durch den Kopf, wenn wir das Wort „Familie“ hören? Wenn wir kleine Kinder beobachten, hören wir oft den Satz: „Ganz der Vater“ oder „das hätte jetzt auch die Mama sagen können“. Wie war das Leben in Deiner Familie? Wie haben Deine Eltern Dich behandelt? – Hast Du ihre Liebe zu dir gespürt? – Oder war sie überschattet von Streit oder Arbeit oder Pflichten? Wenn Du Geschwister hattest, wie war das Verhältnis untereinander? Ich bin der jüngste von vier Brüdern. Einer meiner Brüder hat sich zurückgesetzt gefühlt, als ich dazu kam. Das hat er mich dann spüren lassen. In der Pubertät war es besonders krass. Den Begriff „Mobbing“ hätte man damals bei uns in Großbuchstaben schreiben können. An Bruderliebe war da nicht zu denken. Es hat Jahre gedauert, bis wir das gemeinsam aufarbeiten konnten. Ich kann mir nicht vorstellen, dass wir das ohne unseren Glauben hinbekommen hätten.

Gott hat den Menschen und die Familie geschaffen. Die Liebe stand an erster Stelle. Eine Liebesbeziehung von Gott zu Mensch und von Mensch zu Mensch war das Zentrum der Schöpfung. Weil der Mensch sich von Gottes Liebe entfernt hat, kam Lieblosigkeit und Hass in diese Welt. Im ersten Buch Mose lesen wir vom so genannten Sündenfall. Die ersten Menschen haben das Vertrauen zu Gott zerstört. Seitdem stehen wir im Kampf gegen Lieblosigkeit und Ungerechtigkeit.

Wer glaubt, liebt! Durch den Glauben bin ich in Gottes Familie aufgenommen. Die Liebe ist die Grundlage für die Beziehung. Johannes schreibt: „Ein Kind, das Gott, seinen Vater, liebt, liebt auch seine Geschwister“. Ist das so? Leben wir das so in unserer Gemeinde? Wir haben schon gehört, wie schwierig das in unserer Herkunftsfamilie sein kann. Vor allem dann, wenn keine gemeinsame Glaubens-Basis da ist. Als Kinder Gottes lieben wir alle den gleichen Vater. Und der Vater liebt jeden von uns. Das kann dann doch nur zu liebevollem Umgang führen, oder? Nach dem Motto: „Ganz der Vater“! Spiegeln wir im Umgang miteinander Gottes Liebe wider? Oder verhalten wir uns so, wie die Menschen um uns herum? Da wird der andere niedergemacht. Man lenkt von sich ab, indem man den anderen kritisiert. Und wenn man selbst Mist gebaut hat, versucht man möglichst viele mit hinein zu ziehen. Lob und Ermutigung ist im Alltagsgeschehen kaum zu finden. Rücksichtslosigkeit ist normal. Nach dem Motto: „Du machst, was ich sag – andernfalls Prozess am Hals!“ Recht ist nicht mehr Recht, weil man es oft nur bekommt, wenn man es einklagt. Derjenige, der nicht klagt, versauert im Unrecht. Diese Lebensweise beeinflusst auch unser Miteinander in der Gemeinde. Wie leben wir die Liebe untereinander aus? Schlagen wir das, was uns nicht passt, dem Bruder oder der Schwester lieblos um die Ohren? Wir reden über unsere Probleme: Hier bin ich benachteiligt worden, da verletzt worden. Damals hat mich keiner besucht. Der hat mich letztes Mal nicht gegrüßt. Und die hat letztes Mal nicht mitgeholfen. Alles was uns nicht gefällt wird kritisiert. In einer gottlosen Welt klagen wir Menschen einander an. Liebloser Umgang ist normal. Aber in Gottes Familie doch nicht – oder? Glaube ohne Liebe ist kalt. Ausgekühlte Christen sind leblos. Wir stecken uns gegenseitig mit geistlicher Erkältung an. Menschen, mit denen wir nicht so gut zurechtkommen, wollen wir nicht so oft sehen. Ist das so in unserer Gemeinde? Ich freue mich über Gemeinschaft mit Menschen, die in der Liebe zu Gott auch den Nächsten lieben. Das genieße ich gerne mehrmals in der Woche!

Wer glaubt, liebt! Was kann ich konkret tun, damit der Glaube und die Liebe wachsen? Wir brauchen den Heiligen Geist, damit die Liebe neu in uns entfacht wird (vgl. Galater 5,22). Ich kann mich für sein Wirken öffnen und ihn darum bitten, dann wird unser Herz neu von der Liebesflamme Gottes entfacht. Dann zünden wir im Herzen eine Kerze der Dankbarkeit an. Da wo Liebe und Wärme ist, da gehen wir gerne hin. Jeder einzelne trägt zum Familienklima bei. Es ist wichtig, dass ich Jesus Christus neu zum Mittelpunkt meines Lebens mache! Es ist nicht entscheidend, was der Mensch „Timon Fuchs“ will. Oder was ich über einen anderen Menschen denke. Wie JESUSdenkt und handelt, das soll mein Leben prägen. Meine Entscheidung und meine Hingabe sind gefragt! Da ist keiner von uns perfekt. Aber wenn wir merken, dass etwas schief gegangen ist, dann sollen wir zu Gott kommen. Er hat versprochen, dass er uns vergibt, wenn wir ihm unsere Fehler sagen und daraus lernen wollen. So sollen wir es im Leben mit Jesus in allen Bereichen tun: In der Liebe zu Gott und auch in der Liebe zu den Schwestern und Brüdern. Wir dürfen immer wieder neu anfangen. Wir sind aufgerufen, dem anderen zu vergeben. Und wir dürfen nicht zu stolz sein, uns vergeben zu lassen. Gott schenkt uns seinen Frieden und Geborgenheit in seiner Nähe. So können wir befreit leben. Mit offenen Augen und offenem Herzen die Wege Gottes sehen und gehen. Diesen inneren Frieden und SEINE Liebe wünsche ich uns ganz besonders und gerade dann, wenn wir in Bezug auf Gesundheit und Zukunft durch aktuelle Medienberichte verunsichert werden. Gottes Kinder haben einen liebenden Vater im Himmel, der sich um seine Kinder kümmert!

Euer Pastor Timon Fuchs