Juli – August – September 2025

Liebe Leser,

5 Eure Einstellung soll der von Jesus Christus gleichen:

6 Er war genauso wie Gott / und hielt es nicht gewaltsam fest, Gott gleich zu sein.

7 Er legte alles ab / und wurde einem Sklaven gleich. / Er wurde Mensch / und alle sahen ihn auch so.

8 Er erniedrigte sich selbst / und gehorchte Gott bis zum Tod – zum Verbrechertod am Kreuz.

9 Darum hat Gott ihn über alles erhöht / und ihm den Namen geschenkt, / der über allen Namen steht:

10 Denn vor dem Namen Jesus wird einmal jedes Knie gebeugt; / von allen, ob sie im Himmel sind, auf der Erde oder unter ihr.

11 Und jeder Mund wird anerkennen: / „Jesus Christus ist der Herr!“ / (Phil. 2,5-11)

In der letzten Ausgabe vom Gemeindebrief haben wir uns die Verse 5-8 vom zweiten Kapitel im Philipperbrief näher angeschaut. Das Hauptthema zu den Versen 5-11: Jesus Christus Vorbild und Herrscher.

In der letzten Ausgabe ging es darum, dass Jesus Christus das Vorbild in Demut und Gehorsam war. (zur Erinnerung Verse 5-8 lesen)

Nach dieser unfassbar großen Erniedrigung geht es in der zweiten Strophe genauso unfassbar bergauf. Jesus Christus wird der Herrscher sein (Verse 9-11 lesen). Dieses „Darum“ (Vers 9) zeigt eine logische Schlussfolgerung. Nur weil Jesus gehorsam war, wurde er erhöht! Wenn Jesus ungehorsam gewesen wäre, hätte Gott die Himmelfahrt ausfallen lassen! Kreuzigung, Auferstehung, Himmelfahrt und Pfingsten zeigen deutlich, dass Jesus das Vorbild in Demut und Gehorsam war. Und darum setzt Gott ihn als Herrscher ein. Wir haben schon in der ersten Strophe gesehen, dass Gott-Vater und Gott-Sohn eigenständige Personen sind. Der Sohn hat sich entschieden, sein göttliches Wesen einzuschränken und aus Liebe zu uns Mensch zu werden. Der Vater hat den Sohn beauftragt. Der Sohn war gehorsam. Hier in der zweiten Strophe ist Gott der Handelnde. Der Vater erhöht den Sohn über alles. Der Vater hat seinem Sohn einen Namen gegeben. Dem „Stiefvater“ Josef hatte der Engel aufgetragen, das Kind „Jesus“ zu nennen. Und dieser Name steht über allen Namen. Jesus ist von den Toten auferstanden. Der erste Mensch mit einem neuen Leib. Der Vater hat ihn zu sich geholt. Aber das ist nicht so wie vorher. Das Wesen vom Sohn hat sich verändert. Die Gottesgestalt des Gottessohnes ist jetzt die Gestalt eines auferstandenen Menschen. Gottes Sohn hat einen Veränderungsprozess durchgemacht, damit wir mit Gott Gemeinschaft haben können. Und warum das alles? – Weil Gott uns liebt. Jesus Christus wird der Herrscher sein. Weiter lesen wir, dass jedes Knie sich vor ihm beugen wird. Damit ist kein Knicks oder Niederknien für den Ritterschlag gemeint. Im damaligen Sprachgebrauch beugte sich der Besiegte vor dem Sieger. Und zwar so weit, dass der Sieger seinen Fuß in den Nacken vom Besiegten setzen konnte. Da ging es nicht um Höflichkeit. Der Besiegte hat sein Leben dem Sieger übergeben. Jesus ist der Sieger! Über die Menschen, die ihm nachfolgen? Ja auch. Aber noch über viel mehr. Jeder Mensch zu jeder Zeit wird sich ihm unterwerfen. Über jedes Wesen in jeder Dimension wird Jesus herrschen! Und da gibt es kein Wenn und Aber. Da wird keiner sagen können: „Da mach ich nicht mit“. Oder: „Ich sag nichts ohne meinen Anwalt“. (Vers 11 lesen) Ist das das „happy end“? Alle bekennen Jesus und alle kommen in den Himmel? Wir wissen aus den Evangelien, dass das nicht so ist. Wir müssen Jesus schon hier vor den Menschen bekennen. Dann wird Jesus auch im Himmel zu uns stehen. Jesus herrscht über alles. Erinnern wir uns nochmal: Warum schreibt Paulus das hier an die Philipper? Es geht um Einheit. In Demut und Gehorsam Gott gegenüber eins sein. Jesus hat sich erniedrigt. Er hat seinen Willen unter Gottes Willen gestellt. Deshalb hat der Vater ihn erhöht. Die Gemeinde muss auf jede Selbsterhöhung verzichten. Es geht nicht um den Einzelnen und auch nicht um die Ehre der Gemeinde. Wir müssen nicht toll dastehen. Liebe üben, Dienen, gehorchen und sich beugen, so ist die Gemeinde brauchbar, um vom Vater erhöht zu werden. Im Himmel, beim Hochzeitsfest wird Jesus der Bräutigam und die Gemeinde wird die Braut sein. Wenn das mal keine Erhöhung ist!

Jesus Christus Vorbild und Herrscher!

Wenn wir ihm nachfolgen, ist unser Gehorsam und unsere Demut Ehre für den Vater im Himmel. Lasst uns in Einheit zusammenstehen. An der Liebe wird die Welt erkennen, dass wir Jesu Jünger sind.

Euer Pastor Timon Fuchs