Liebe Leser,
Paulus schreibt also diese Worte in seinem zweiten Brief an die Gemeinde in Korinth. Wie war damals dort die Situation? Korinth war eine Handelsstadt am Meer. Es war eine Kulturstadt mit ungefähr 700.000 Einwohnern. Es gab dort Kunstschulen, Rednersäle und Schulen der Philosophie. Der Aufschwung von Kultur und Reichtum hielt jedoch den sittlichen Niedergang nicht auf. Im Gegenteil: Ausdrücke wie „korinthisches Gelage“, oder „korinthischer Trinker“ waren sprichwörtlich.
Die Gemeinde in Korinth wurde von Paulus gegründet. Er betreute sie ungefähr zwei Jahre lang. Die Mitglieder der Gemeinde waren hauptsächlich Judenchristen. Außer ihnen gab es auch einige gläubige Heiden. Paulus spricht über konkrete Schwierigkeiten der Gemeinde.
Im ersten Brief an die Korinther geht es vorwiegend um die Ordnung in der Gemeinde. Im zweiten Brief steht der Dienst für den Herrn im Vordergrund.
In welchem großen Zusammenhang steht nun 2. Korinther 8,9? Die Kapitel 1-7 dienen zur Klärung von verschiedenen Missverständnissen in der Gemeinde, wie z.B. Kirchenzucht, Leiden und Belohnung im Dienst für den Herrn. Kapitel 8 und 9 beschreiben den besorgten Apostel. Er sorgt sich um eine Hilfeleistung für die Urgemeinde in Jerusalem. Verse 1-15 aus dem 8. Kapitel zeigen das Vorbild der mazedonischen Christengemeinden (Tipp: Kapitel 8, 1-15 lesen).
In diesen Versen begründet Paulus seinen Spendenaufruf nicht mit der herrschenden Not. Er begründet die gebende Liebe von Christus her. Die Gemeinden von Mazedonien sind Vorbilder für die Korinther damals und für uns heute. In allen Verfolgungen und Nöten wächst ihre Freude. Sie leben ein Leben im Geist Christi. Die Frucht des Geistes ist auch Freude und göttliche Liebe. Wachstum in dieser Liebe ist sichtbar. Der Glaube der Christen aus Mazedonien ist bewährt. Er ist echt. Sie bleiben nicht bei sich und ihrer eigenen Not stehen. Sie behalten den Blick für die Not der Geschwister. Sie freuen sich, dass sie helfen können. Ihre Gebefreudigkeit beruht auch auf der Gnade, die sie empfangen haben. Gott wirkt durch seinen Geist an ihnen. Die göttliche Liebe wird zur Tat.
Wie sieht unsere Liebe zu Gott aus?
Jesus Christus kam in diese Welt auf einzigartige Weise. Er wurde von der Jungfrau Maria geboren. Deshalb haben wir im Dezember Weihnachten gefeiert. Jesus lebte als Gottes Sohn fehlerlos auf dieser Erde. Er starb am Kreuz, um unsere Fehler vor Gott in Ordnung zu bringen. Danach ist Jesus von den Toten auferstanden und in den Himmel aufgefahren. Jesus bietet heute jedem von uns ewiges Leben an. Wir alle haben vor Gott nichts aufzuweisen. Unvollkommenheit trennt uns von Gott. Jeder von uns hat den ewigen Tod verdient.
Und jetzt wird uns die Gnade angeboten. Was ist denn Gnade? Gnade ist das Zerreißen eines Schuldscheines. Dieses Zerreißen kann ich mir nicht selbst verdienen. Wenn es um Gerechtigkeit geht, dann muss alle Schuld bezahlt werden. Wenn aber Gnade da ist, dann wird die Schuld erlassen. (Vers 9 lesen).
Jesus ist der König aller Könige. Er verließ seinen unermesslichen Reichtum. Er verließ seine allmächtige Stellung als Gott. Er wurde Mensch. Er wurde arm, obwohl er doch eigentlich als Sohn Gottes unvorstellbar reich ist. Er wurde arm wegen uns! Um uns reich zu machen. Wer Jesus aufnimmt, bekommt von ihm auch die Fähigkeit ein Kind Gottes zu werden. Das sagt uns die Bibel. Und Gottes Kinder sind reich. Sie haben einen Schatz im Himmel. Jesus hat mich reich gemacht. Seine Gnade ist mir bekannt. Ich bin dankbar für dieses große Geschenk. Gott erfüllt mein Herz mit Liebe, Dankbarkeit und Freude. Jesus starb aus Liebe zu den Menschen. Er gab sein Leben. Er lebte für die Armen, Kranken und Verachteten. Jesus Christus wurde arm, um uns reich zu machen.
Nun sind wir an der Reihe, die reich zu machen, die ärmer sind als wir. Wir können unsere Zeit Menschen zur Verfügung stellen, die unsere Hilfe brauchen. Unser Geld kann Menschen in Not retten. Wir selbst sind gefordert, durch unsere Worte und Taten, Menschen den Weg zu Gott zu zeigen. Nur so können wir Menschen wirklich reich werden. Dankt Gott für seine Gnade und nimm sie in dich auf! Alles was du hast und bist hat Gott dir gegeben! Er hat dir mehr gegeben als du wirklich brauchst.
Euer Pastor
Timon Fuchs