Gemeindebrief Januar – Februar – März 2026

ALLES NEU
Wort des FeG-Präses zur Jahreslosung 2026

Gott spricht: Siehe, ich mache alles neu! 1 Offenbarung 21,5

„Gott spricht.“ Das lässt aufhorchen. Er lässt den Seher Johannes wissen, was jetzt wichtig ist. In einer Vision sieht er Gott auf einem Thron. Was für ein Entgegenkommen, dass Gott seine Botschaft in Worte und Bilder kleidet, die wir verstehen können! ,,Schreibe!“, sagt er dem Seher. Die Gemeinden sollen erfahren, was Gott zeigt. Das Schreiben soll die Runde machen und die Zeiten überdauern. Was für ein Wunder göttlicher Kommunikation! Der himmlische König kann wahrhaftig alles neu machen.

DIE BEDRÄNGTEN

Die Offenbarung des Johannes hat frühe Gemeinden vor Augen, die unter Druck standen. In den „Sendschreiben“ (Kap. 2+3) werden lrrlehrer genannt, die in den Gemeinden wirkten. Von außen machte den Gemeinden der zunehmende Kaiserkult Mühe. Kaiser Domitian (81-96) ließ sich seit 85 n. Chr. ,,unser Herr und Gott“ nennen. Das konnten und wollten die Christen des ersten Jahrhunderts nicht mitmachen. Der Platz auf dem göttlichen Thron ist vergeben. Und so gerieten sie in die Rolle von Oppositionellen. Je größer der Druck, umso erlösender wirken diese Worte: ,,Siehe, ich mache alles neu!“

DIE SCHÖNSTEN BILDER

Wenn alles neu wird, bleibt nichts mehr beim Alten: Ein neuer Himmel und eine neue Erde werden geboren. Das Meer, ein Sinnbild für Chaos, Bedrohung und Gottesferne (Offenbarung 13, 1 !) muss seine Toten herausgeben (20, 13) und dann verschwinden (21, 1 ). Was zurückkehrt, ist Wasser des Lebens (22, 1-2). Alles blüht und trägt Früchte, was mit diesem Wasser in Berührung kommt (22,2). Und Gott wird der Mittelpunkt dieser neuen Schöpfung sein (21,3). Er selbst ist so hell und strahlend, dass es keine Sonne mehr braucht, um sich zurechtzufinden.

Hier gibt es keinen Anlass mehr fürTränen, Angst und Geschrei. Der große Schmerz der Welt wird ein Ende haben. Vieles vergeht mit dieser Welt. Es hat dort keine Bedeutung mehr, wo alles neu wird. Das ist der Grund, warum die Erlösung durch Jesus Christus der einzige Weg in diese neue Welt Gottes ist. Sie befreit von allem, was vergehen muss, weil es in Gottes Gegenwart nicht existieren kann: Sünde als Trennung von Gott ist dort undenkbar, wo Gott allgegenwärtig ist. Fixierung auf uns selbst ist undenkbar, wo Anbetung Gottes so selbstverständlich wie das Atmen ist. Unbarmherzigkeit ist unvorstellbar, wo jeder und jede nur aus einem einzigen Grund anwesend sind: weil Gott gnädig ist. Der Tod ist dort undenkbar, wo das Leben unbegrenzt ist. Weil wir alle zutiefst in diese Dinge verstrickt sind, ist Erlösung Gottes Wunsch für jeden Menschen. Und der einzige Weg hinein in seine neue Schöpfung. Sie verschafft uns einen Vorgeschmack auf Gottes „alles neu“ und hat am Kreuz und im leeren Grab bereits begonnen.

VON VORNE LEBEN

Das sind gute Aussichten! Der Kosmos geht nicht auf seinen Untergang zu, sondern auf seine Vollendung. Deshalb ist die Zukunft Hoffnungsland. Christen sind erlöste Jesus­Nachfolger und Menschen der Hoffnung. Sie leben von den besten Aussichten und auf sie zu. Das macht einen Unterschied für das alltägliche Lebensgefühl. Je stärker und konkreter die Hoffnung, umso höher die Widerstandskraft bei Gegenwind. Je stärker die Hoffnung, umso ausgeprägter die Fähigkeit, Unsicherheit und Mehrdeutigkeit auszuhalten. Christsein ist ein Leben, das von der Zukunft beeinflusst ist. Es ist ein Leben von vorne.
Für ein Leben von vorne steht der Ausgang fest und hat schon begonnen: Alles wird neu! Davon lasse ich mich jetzt schon inspirieren. Dieses Leben hier ist der Auftakt zur großen, ewigen Symphonie Gottes. Die wenigen Noten sollen Lust machen auf mehr. Menschen sind für mehr geschaffen als für dieses Leben-es wird hier nicht vollständig. Wir können in Raum und Zeit nicht ausschöpfen, was wir uns im Geiste ausmalen und erhoffen. Es zu versuchen, kann einem sogar den Frieden rauben, als die Erfüllung bringen. Deshalb versuche ich, von vorne zu leben, und warte ich auf den einen, der zu Recht sagt: ,,Siehe, ich mache alles neu.“

Henrik Otto
Präses des Bundes Freier evangelischer Gemeinden
praeses.feg .de

Oktober-November-Dezember 2025

Die frohmachende Beziehung

4 Freut euch, was auch immer geschieht; freut euch darüber, dass ihr mit dem Herrn verbunden seid! Und noch einmal sage ich: Freut euch!
5 Seid freundlich im Umgang mit allen Menschen; ihr wisst ja, dass das Kommen des Herrn nahe bevorsteht.
6 Macht euch um nichts Sorgen! Wendet euch vielmehr in jeder Lage mit Bitten und Flehen und voll Dankbarkeit an Gott und bringt eure Anliegen vor ihn.
7 Dann wird der Frieden Gottes, der weit über alles Verstehen hinausreicht, über euren Gedanken wachen und euch in eurem Innersten bewahren – euch, die ihr mit Jesus Christus verbunden seid.
Philipper 4,4-7

Liebe Leser,
das vierte Quartal hat begonnen. Wir blicken zurück auf ein dreiviertel Jahr mit schönen und weniger schönen Tagen. Wir gehen auf das Ende vom Jahr zu und fragen uns vielleicht, wo die Zeit hingeflogen ist. Die Kinder merken so langsam, dass Weihnachten näher rückt. Da kommt Freude bei ihnen auf. Bei den Erwachsenen hält sich die Freude oft in Grenzen. Es ist meistens eher Stress angesagt. Schaff ich bis zum Jahresende das, was noch unbedingt erledigt werden muss? Wenn ich nur auf das schaue, was noch fehlt, steh ich vielleicht hilflos und überfordert da. Denke ich aber mit Dankbarkeit zurück, wie Gott mich beschenkt hat in der Vergangenheit, dann sieht die Welt ganz anders aus.

Im Neuen Testament ermutigt uns Paulus zur Freude, egal, was passiert (Philipper 4,4-7 lesen). Diese Freude hat ihren Ursprung in der frohmachenden Beziehung. Gott schenkt uns Freude, die ansteckt. Paulus spricht hier zu einer Gemeinde zu der er ein sehr persönliches Verhältnis hat. Es war die erste christliche Gemeinde auf europäischem Boden. In der Apostelgeschichte wird uns berichtet, wie Paulus diese Gemeinde auf seiner zweiten Missionsreise gründet. Es beginnt damit, dass Paulus in der Nacht eine Erscheinung hat: Ein Mann aus Mazedonien bittet ihn zu sich, um ihnen zu helfen. Paulus versteht Gottes Rufen und macht sich auf den Weg. Philippi war die erste Stadt Mazedoniens, die Paulus und Silas erreichten. Es war eine römische Kolonie. Wir erfahren, dass die Purpurhändlerin Lydia sich taufen lässt. Wir hören von einer Wahrsagerin, die geheilt wird. Paulus und Silas werden ins Gefängnis geworfen. In der sichersten Zelle werden ihre Füße in einem Holzblock befestigt. Weil sie in der frohmachenden Beziehung zu Gott leben, beten sie mitten in der Nacht und singen laute Loblieder. Da geschieht ein Erdbeben. Der Gefängnisaufseher findet den Weg zum Glauben an Jesus. Danach ziehen Paulus und Silas weiter. Beeindruckend, was die Christen in Philippi in ihrer Gemeindegründungsphase erlebt haben.

Auf der dritten Missionsreise besucht Paulus die Gemeinde erneut. Er hat eine herzliche Beziehung zu den Glaubensgeschwistern. Das betont Paulus im Philipperbrief mehrfach. Und jetzt ruft er die Gemeinde zur Freude auf. Und das gleich zweimal (Vers 4 lesen). Doppelte Freude! Kann man sich bei allem, was passiert freuen? Und wenn ja, wie sieht diese Freude aus? Was ist der Grund der Freude? Es ist die frohmachende Beziehung zum HERRN! Er und seine Macht und Herrlichkeit schenken übernatürliche Freude! Weil ER die Quelle der Freude ist, hört sie auch nicht durch irdische Umstände auf! Auf dieser Grundlage ruft Paulus seine Gemeinde zur Freude auf! Und was Gott im Innern von einem Menschen wirkt, soll nach außen sichtbar werden (Vers 5 lesen). Hier am Ende seines Briefes kommen wichtige Ermutigungen. Als erstes die Freude im Herzen.

Hast Du Freude im Herzen, dann sag es Deinem Gesicht. Sei freundlich zu allen Menschen! Euer Umgang mit den Menschen soll zugewandt und hilfreich sein. Und das sowohl zu den Leuten, die uns mögen und auch zu den anderen, über die wir lieber nichts Gutes erzählen wollen. Paulus ermutigt uns Liebe und Friede weiterzugeben, weil das Kommen des Herrn nahe bevorsteht. Die Zeit ist also begrenzt. Also nutzt die Zeit zum Guten! Die frohmachende Beziehung zu Gott führt also zu Freude, die ansteckt. Und wenn unsere Freude von Sorgen erstickt wird? (Vers 6 lesen) Dann ist Reden mit Gott wichtig! Wie sieht dieses Reden aus? Die Sorgen abgeben, manchmal mit Nachdruck (Flehen) und das Danken nicht vergessen! Wie schon bei der Freude, der gleiche Grund auch hier bei der Sorgenfreiheit: Gott ist da – Er beschenkt und versorgt! Nachdem wir uns freuen und unsere Sorgen abladen sollen, kommt nun der Friede als Drittes hinzu (Vers 7 lesen). Wir haben es also hier nicht mit dem einfachen „Friede, Freude, Eierkuchen“ zu tun, sondern mit der übernatürlichen Freude, der Sorgenfreiheit und dem Friedenszuspruch zu tun. Und auch der Friede hat seinen Grund in der Verbundenheit mit Christus. So wie bei der Freude und bei der Sorgenfreiheit ist auch der Friede kein Gefühl, sondern eine Entscheidung.

Der Wunsch nach Frieden ist in unserer Gesellschaft so aktuell wie schon lange nicht mehr. Und wenn der Frieden nicht im Herzen beginnt, ist er nicht von Dauer. Gottes Friede bewahre und bewache unsere Herzen! Dann wird auch unser Reden und Handeln vom Frieden Christi regiert. So schreibt es Paulus in Kolosser 3,15: „Der Frieden, der von Christus kommt, regiere euer Herz und alles, was ihr tut! Als Glieder eines Leibes seid ihr dazu berufen, miteinander in diesem Frieden zu leben.“


Ich wünsche Euch von Herzen eine frohe, sorgenbefreite und friedvolle Advents- und Weihnachtszeit!


Euer Pastor Timon Fuchs

Juli – August – September 2025

Liebe Leser,

5 Eure Einstellung soll der von Jesus Christus gleichen:

6 Er war genauso wie Gott / und hielt es nicht gewaltsam fest, Gott gleich zu sein.

7 Er legte alles ab / und wurde einem Sklaven gleich. / Er wurde Mensch / und alle sahen ihn auch so.

8 Er erniedrigte sich selbst / und gehorchte Gott bis zum Tod – zum Verbrechertod am Kreuz.

9 Darum hat Gott ihn über alles erhöht / und ihm den Namen geschenkt, / der über allen Namen steht:

10 Denn vor dem Namen Jesus wird einmal jedes Knie gebeugt; / von allen, ob sie im Himmel sind, auf der Erde oder unter ihr.

11 Und jeder Mund wird anerkennen: / „Jesus Christus ist der Herr!“ / (Phil. 2,5-11)

In der letzten Ausgabe vom Gemeindebrief haben wir uns die Verse 5-8 vom zweiten Kapitel im Philipperbrief näher angeschaut. Das Hauptthema zu den Versen 5-11: Jesus Christus Vorbild und Herrscher.

In der letzten Ausgabe ging es darum, dass Jesus Christus das Vorbild in Demut und Gehorsam war. (zur Erinnerung Verse 5-8 lesen)

Nach dieser unfassbar großen Erniedrigung geht es in der zweiten Strophe genauso unfassbar bergauf. Jesus Christus wird der Herrscher sein (Verse 9-11 lesen). Dieses „Darum“ (Vers 9) zeigt eine logische Schlussfolgerung. Nur weil Jesus gehorsam war, wurde er erhöht! Wenn Jesus ungehorsam gewesen wäre, hätte Gott die Himmelfahrt ausfallen lassen! Kreuzigung, Auferstehung, Himmelfahrt und Pfingsten zeigen deutlich, dass Jesus das Vorbild in Demut und Gehorsam war. Und darum setzt Gott ihn als Herrscher ein. Wir haben schon in der ersten Strophe gesehen, dass Gott-Vater und Gott-Sohn eigenständige Personen sind. Der Sohn hat sich entschieden, sein göttliches Wesen einzuschränken und aus Liebe zu uns Mensch zu werden. Der Vater hat den Sohn beauftragt. Der Sohn war gehorsam. Hier in der zweiten Strophe ist Gott der Handelnde. Der Vater erhöht den Sohn über alles. Der Vater hat seinem Sohn einen Namen gegeben. Dem „Stiefvater“ Josef hatte der Engel aufgetragen, das Kind „Jesus“ zu nennen. Und dieser Name steht über allen Namen. Jesus ist von den Toten auferstanden. Der erste Mensch mit einem neuen Leib. Der Vater hat ihn zu sich geholt. Aber das ist nicht so wie vorher. Das Wesen vom Sohn hat sich verändert. Die Gottesgestalt des Gottessohnes ist jetzt die Gestalt eines auferstandenen Menschen. Gottes Sohn hat einen Veränderungsprozess durchgemacht, damit wir mit Gott Gemeinschaft haben können. Und warum das alles? – Weil Gott uns liebt. Jesus Christus wird der Herrscher sein. Weiter lesen wir, dass jedes Knie sich vor ihm beugen wird. Damit ist kein Knicks oder Niederknien für den Ritterschlag gemeint. Im damaligen Sprachgebrauch beugte sich der Besiegte vor dem Sieger. Und zwar so weit, dass der Sieger seinen Fuß in den Nacken vom Besiegten setzen konnte. Da ging es nicht um Höflichkeit. Der Besiegte hat sein Leben dem Sieger übergeben. Jesus ist der Sieger! Über die Menschen, die ihm nachfolgen? Ja auch. Aber noch über viel mehr. Jeder Mensch zu jeder Zeit wird sich ihm unterwerfen. Über jedes Wesen in jeder Dimension wird Jesus herrschen! Und da gibt es kein Wenn und Aber. Da wird keiner sagen können: „Da mach ich nicht mit“. Oder: „Ich sag nichts ohne meinen Anwalt“. (Vers 11 lesen) Ist das das „happy end“? Alle bekennen Jesus und alle kommen in den Himmel? Wir wissen aus den Evangelien, dass das nicht so ist. Wir müssen Jesus schon hier vor den Menschen bekennen. Dann wird Jesus auch im Himmel zu uns stehen. Jesus herrscht über alles. Erinnern wir uns nochmal: Warum schreibt Paulus das hier an die Philipper? Es geht um Einheit. In Demut und Gehorsam Gott gegenüber eins sein. Jesus hat sich erniedrigt. Er hat seinen Willen unter Gottes Willen gestellt. Deshalb hat der Vater ihn erhöht. Die Gemeinde muss auf jede Selbsterhöhung verzichten. Es geht nicht um den Einzelnen und auch nicht um die Ehre der Gemeinde. Wir müssen nicht toll dastehen. Liebe üben, Dienen, gehorchen und sich beugen, so ist die Gemeinde brauchbar, um vom Vater erhöht zu werden. Im Himmel, beim Hochzeitsfest wird Jesus der Bräutigam und die Gemeinde wird die Braut sein. Wenn das mal keine Erhöhung ist!

Jesus Christus Vorbild und Herrscher!

Wenn wir ihm nachfolgen, ist unser Gehorsam und unsere Demut Ehre für den Vater im Himmel. Lasst uns in Einheit zusammenstehen. An der Liebe wird die Welt erkennen, dass wir Jesu Jünger sind.

Euer Pastor Timon Fuchs