April-Mai-Juni 2025

Liebe Leser,

5 Eure Einstellung soll der von Jesus Christus gleichen:

6 Er war genauso wie Gott / und hielt es nicht gewaltsam fest, Gott gleich zu sein.

7 Er legte alles ab / und wurde einem Sklaven gleich. / Er wurde Mensch / und alle sahen ihn auch so.

8 Er erniedrigte sich selbst / und gehorchte Gott bis zum Tod – zum Verbrechertod am Kreuz.

9 Darum hat Gott ihn über alles erhöht / und ihm den Namen geschenkt, / der über allen Namen steht:

10 Denn vor dem Namen Jesus wird einmal jedes Knie gebeugt; / von allen, ob sie im Himmel sind, auf der Erde oder unter ihr.

11 Und jeder Mund wird anerkennen: / „Jesus Christus ist der Herr!“ /

Die Verse 6-11 wurden als poetischer Text geschrieben.

Ein Glaubensbekenntnis, vielleicht geschrieben als ein Lied, oder ein Gedicht. Wobei Vers 5 den Leser schon im Vorhinein aufruft dem Folgenden nachzueifern. Paulus zeigt, wie die Einheit, die er in den Versen davor beschreibt, gelingen kann. Wenn Jesus unser Vorbild ist, können wir eins sein.

Jesus Christus Vorbild und Herrscher.

So habe ich die Verse zusammengefasst. Wenn dieser Hymnus ein Lied war, dann hatte es 2 Strophen. Die erste Strophe (Verse 6-8) hat zum Inhalt: Jesus Christus war das Vorbild in Demut und Gehorsam. Die zweite Strophe (Verse 9-11), beschreibt Jesus als den Herrscher.

Zuerst schauen wir kurz den Vers 5 an: Hier ist nicht der Einzelne angesprochen. Die Gemeinde ist gefragt. Was für eine Einstellung haben wir? Wie gehen wir miteinander um? Wer hat unsere Gesinnung geprägt? Können wir uns dann noch gegenseitig verletzen, wenn wir Jesus als Vorbild haben? Gibt es Menschen in unserem Leben, an die wir denken, wenn es um Vorbilder geht? Menschen die uns das Wesen Jesu gespiegelt haben? Ich habe an meinen Griechisch-Dozenten denken müssen. Er hatte eine Frage an die Tafel geschrieben und einen Studenten aufgerufen die Antwort anzuschreiben. Die Antwort, die der Student geschrieben hatte, war völlig daneben. Mein Dozent sagte darauf: „Ja, — Vielleicht nicht“. Er hatte eine freundliche, barmherzige, humorvolle Art. Er hat niemanden bloßgestellt. Hat aber auch niemanden dumm sterben lassen. In Liebe die Wahrheit sagen will gelernt sein. Gott will, dass wir eins sind. Er will, dass wir ihm gehorchen. Wir sollen uns ganz unter seine Herrschaft stellen. Jesus hat uns das vorgelebt. Gott wurde freiwillig Mensch. Einem Sklaven gleich. Das ist der krasseste Kontrast, der überhaupt möglich ist. Wir kennen vielleicht die Geschichte „der Prinz und der Bettelknabe“, wo für kurze Zeit ein Prinz ihr Leben tauschen. Im Vergleich zur Menschwerdung Jesu ist dies nur eine sehr schwache Parallele. Und Jesus hat das nicht nur für ein paar Wochen, um mal zu sehen, wie das als Mensch so ist. Jesus ist Gottes Sohn. Er war beim Vater vor der Erschaffung der Welt. Als er Mensch wurde, war er immer noch Gottes Sohn. Es gab keinen Sündenfall bei Jesus. Er hat sich freiwillig beschränkt auf ein irdisches Wesen. Nur so konnte er auch ein göttliches Opfer für alle Menschen sein. Ich habe das lange nicht begreifen können, dass Gott stirbt. Aber wie Gott etwas von sich bei der Schöpfung in uns hineingelegt hat und Gott immer noch Gott ist, so kann Gottes Sohn sterben. Und Gott ist immer noch Gott. Und Gott der Vater hat Gott den Sohn von den Toten auferweckt. Jesus gehorchte Gott bis zum Verbrechertod am Kreuz. Jesus Christus war das Vorbild in Demut und Gehorsam. Die Gemeinde in Philippi hatte wohl Probleme mit der Einheit. Unterschiedliche Meinungen können Gruppen auseinandertreiben. Paulus hat sie an das Vorbild Jesu erinnert. Wo zeigt sich heutzutage in der Gemeinde Demut und Gehorsam? Mir fällt die Fußball-Weltmeisterschaft 2006 ein. Damals war ich noch nicht als Pastor tätig. Zusammen mit einigen Geschwistern habe ich im Vorfeld überlegt, wie wir in unserem Ort dieses Ereignis nutzen könnten, um Menschen Jesus näher zu bringen. Es gab die Möglichkeit so genannte „kick off“-Veranstaltungen durchzuführen. Im Gemeindehaus die Fußballspiele übertragen und vorher und in der Halbzeitpause Gedanken über den Glauben zu vermitteln. Danach noch gemütlich zusammensitzen und Gedanken austauschen. Eine einmalige Gelegenheit. WM in Deutschland und wir als Gemeinde für die Menschen in unserem Dorf dabei. Ich war begeistert. Dann war es soweit, dass die Vorbereitungen losgehen sollten. Die Aktion musste nur noch in der Mitgliederversammlung bestätigt werden. Die Gemeindeleitung hat in der Mitgliederversammlung den WM „kick off“ und als Alternative „Pro Christ“ vorgestellt und zur Abstimmung gebracht. Unser Team hat nochmal deutlich gemacht, dass es Pro Christ noch oft geben wird, und dass wir das auch schon oft hatten. Aber dass es eine einmalige Gelegenheit ist mit der WM in Deutschland unser Dorf zu erreichen. Wie enttäuschend war das Ergebnis der Abstimmung für mich. Die Gemeinde hat mehrheitlich Pro Christ gewählt. Ich wäre am liebsten nach Hause gegangen und nie wieder in die Gemeinde zurückgekehrt. Aber dann wurde mir klar: Wenn meine Gemeindeleitung oder die Gemeinde eine Entscheidung trifft, dann ist das unsere Entscheidung. Gott will Einheit. Ich habe mir dann vorgenommen mich genauso für Pro Christ einzusetzen, wie ich es für den Kick-off gemacht hätte. Ich habe mich für die Moderation gemeldet und habe einen Sketch vorgetragen. Ich war an jedem Abend da und zu Gesprächen bereit. Jesus war für mich das Vorbild in Demut und Gehorsam. Wenn das unser Lebensprinzip ist, dann wird es Einheit in der Gemeinde geben. Die Verse 6-8 zeigen uns also wie Jesus freiwillig auf seine göttliche Macht verzichtet. Er ist der Handelnde. Er hat sich entschieden in Demut dem Vater zu gehorchen. Aus Liebe zu uns hat er auf jegliche Ehre und Ansehen in seiner Kultur verzichtet. Der Tod am Kreuz war für die Juden die größte Schande, die einen Menschen oder eine Familie treffen konnte.

Jesus war aus Liebe zum Vater und zu uns bereit sich selbst mit seiner Ehre und mit allem, was er war und hatte hinzugeben.

Lass Dich von seinem Vorbild inspirieren!

Soweit zur ersten Strophe. In der nächsten Ausgabe geht es mit der zweiten Strophe weiter. Bis dahin wünsche ich Euch Gottes reichen Segen!

Euer Pastor Timon Fuchs

Januar-Februar-März 2025

Grundsätzlich offen. Für Gott.

Wort des FeG-Präses zur Jahreslosung 2025

Prüfet alles und behaltet das Gute. | 1. Thessalonicher 5,21

Laut wissenschaftlichen Schätzungen trifft ein Mensch durchschnittlich etwa 20.000 bis 35.000 Entscheidungen pro Tag. Die Anzahl kann stark variieren, abhängig von individuellen Faktoren wie der Komplexität der täglichen Aufgaben, der Persönlichkeit und dem Lebensstil.

Die meisten dieser Entscheidungen sind unbewusst und betreffen alltägliche Dinge, wie z. B. die Wahl der Kleidung, was man isst oder wie man sich bewegt. Nur ein kleiner Teil der Entscheidungen erfordert bewusstes Nachdenken, etwa bei wichtigen beruflichen oder privaten Angelegenheiten.

Interessant ist, dass viele Entscheidungen auf emotionaler Ebene bereits gefallen sind, bevor wir bewusst darüber nachdenken. Das liegt daran, dass unser Gehirn emotionale und intuitive Prozesse häufig schneller durchführt als die rationalen Überlegungen. Dann braucht es einen bewussten Denkprozess, um sich selbst ggf. noch einmal umzustimmen und nicht nur Gründe für die schon gefundene Lieblingslösung zu sammeln.

Grundsätzlicher Kompass

Die neue Jahreslosung ist ein bemerkenswert verlässlicher Kompass für solche Herausforderungen: „Prüfet alles und das Gute behaltet.“ So schreibt es der Apostel Paulus an die Gemeinde in Thessalonich. Am Ende seines Briefes verdichtet er wesentliche Erkenntnisse für die persönliche Nachfolge und den Gemeindeaufbau zu äußerlich unscheinbaren, aber hochwirksamen Sätzen. Der Vers des Jahres 2025 ist einer davon.

Ein meditatives Experiment dazu? Wie gehaltvoll die Worte sind, merkt man, wenn man ihnen durch Betonung Gewicht verleiht: Prüfet alles und das Gute behaltet. Prüfet alles und das Gute behalten. Prüfet alles und … usw. Wenn ich mich nicht täusche, schillert der Satz so in sechs verschiedenen Weisen. Für jeden Werktag der Woche eine eigene Perspektive!

Auch wenn jede Aufforderung des Paulus (5,14–24) gut für sich stehen könnte, ist es doch ratsam, den Zusammenhang im Auge zu behalten. Dort geht es nämlich nicht um eine allgemeine Suche nach dem Wahren, Guten und Schönen. Was den Abschnitt zusammenhält, findet sich vielmehr am Ende: Gott, der Frieden schenkt, mache euch ganz und gar zu Heiligen. (Vers 23 | Basis Bibel). Ein starker Satz. So weit soll es also noch kommen mit uns!

Was für eine Aussicht, einmal ganz und gar heil zu sein, ganz und gar ungebrochen an Leib, Seele und Geist. Ein Mensch aus einem Guss vor Gott und für Gott. Das kann man nicht machen, das macht nur Gott. Geplanter Zieleinlauf: Bei der Wiederkunft Jesu.

Wesentlich für diesen Weg ist, was Paulus zuvor für ein Leben im Glauben empfiehlt: zum Beispiel ein dankbares Herz, eine Haltung des Gebets, Geduld für jedermann, Hilfe zu einem geregelten Leben und Ermutigung für die Ängstlichen. Dazu tritt die Jahreslosung mit ihren Begleitern (Verse 19–21), Verse, die die Bedeutung des Heiligen Geistes hervorheben. Er, Gottes Geist, ist Motor und Kompass auf dem anspruchsvollen Weg der Nachfolge. Wir brauchen ihn unbedingt! Es wäre fatal, ihn außen vor zu halten oder ihm allerhand andere Geisteshaltungen gleichzusetzen. Nein, sondern er braucht und verdient Raum in unserem Leben, und zwar konkurrenzlos.

Das also ist unsere Jahreslosung im Zusammenhang: Gottes Geist leitet, begabt, lehrt, tröstet, feuert an (Vers 19) und spricht das aktuelle Wort zur Lage (Vers 20). Das ist das Gute, das es festzuhalten gilt (Vers 21). Und sollte etwas aus einem anderen, schädlichen Geist heraus gesprochen oder angetrieben sein, sollten wir es lieber heute als morgen loslassen.

Grundsätzlich offen

Mich begeistert die grundsätzliche Offenheit des Paulus für Gottes Reden und Wirken mitten in unserem (Gemeinde-)Leben. Die Geistvergessenheit, die sich in Teilen des abendländischen Christentums breitgemacht hat, wäre ihm suspekt gewesen. Er fordert die Gemeinde in Thessalonich auf, den Heiligen Geist nur ja nicht zu hindern und einzuschränken. Dabei ist an die ganze Bandbreite seines im Neuen Testament bezeugten Wirkens gedacht. Und klar, dabei kann es auch zu Auswüchsen kommen: Menschen, die sich profilieren wollen; Aussagen, die dem Evangelium entgegenstehen; oder Einseitigkeiten, die dem Leben nicht gerecht werden.

Deshalb auch der Prüfauftrag. Nur – ein ängstliches Reproduzieren vermeintlicher Richtigkeiten, das wäre Paulus zu wenig gewesen. Das ist auch für einen Gemeindebund zu wenig, der eine geistliche Bewegung sein möchte und nicht nur ein Zweckverband. Es ist für jeden und jede von uns zu wenig, weil wir auf Jesus hinleben, weil das neue Leben mit ihm schon begonnen hat. Denn das zeigt sich in der vitalisierenden Anwesenheit von Gottes Geist.

Grundsätzlich alle

Es gibt die besondere Begabung einzelner, ein prophetisches Wort zu sagen, besondere Erkenntnisse einzubringen oder die hohe Sensibilität, der Gemeinde Jesu auf ihrem Weg in die zukünftige Welt den Weg durch die jetzige zu weisen, das steht außer Frage. Und doch richtet sich Paulus an alle Christen, an die ganze Gemeinde: Sie ist aufgefordert und in der Lage, verantwortliche Entscheidungen zu treffen. Sie kann Aussagen und Wegweisungen geistlich bewerten und sollte das auch tun!

Gemeinde zu bauen ist keine Aufgabe für ein paar Spezialisten, sondern eine Berufung, die grundsätzlich allen gilt. Das Ziel dieses Prüfauftrags ist übrigens nicht, Veränderungen möglichst zu verhindern oder das berühmte Haar in jeder Suppe zu finden. Das Ziel ist auch nicht das Prüfen an sich, sondern das Gute zu behalten. Wir suchen gemeinsam das Gute, das aufbaut, weiterbaut, ausrichtet und trägt. Eine schöne Aufgabe für die ganze Gemeinde!

Grundsätzlich unverzichtbar

Für Freie evangelische Gemeinden (FeG) gibt es einiges, das unverzichtbar zum Guten gehört:

  • Die Liebe zu Jesus als unserem Herrn und Erlöser und Freund. Wie schrieb Hermann Heinrich Grafe, der Gründer der ersten FeG, einst: „Es gibt Christen, die wollen aus dem Glauben ein System machen; ich will lieber eine Herzensangelegenheit daraus machen.“ Ich finde das angemessen. Das spricht auch gar nicht gegen eine gute gedankliche Durchdringung. Aber was den Glauben angeht, meine ich: Man denkt nur mit dem Herzen gut.
  • Ebenfalls unverzichtbar ist die feste Verankerung von Glauben, Lehre und Leben in der Bibel, in Gottes Wort. Sie ist der Maßstab, hier finden wir die Kriterien für das Gute, das wir festhalten wollen. Auch wenn uns das Ringen um die rechte Erkenntnis manchmal ganz schön fordert – es hält uns lebendig und wach. Die große Auslegungsgemeinschaft der Gemeinden ist mehr als Schwarmintelligenz. Sie ist eine geistliche Ressource.
  • Zum unverzichtbar Guten gehört auch die Bereitschaft weiterzugehen. Neue Zeiten, neue Anforderungen. Das bedeutet auch Verlust, der betrauert werden muss und darf; und Veränderung, die anstrengend ist. Das geht nur dann gut, wenn klar ist, wofür das geschieht, nämlich: Um Gott zu ehren, der den Wechsel der Zeiten in seine Schöpfung gelegt hat.

Grundsätzlich zu meiden

Im vergangenen Sommer habe ich das Jüdische Museum in Warschau besucht und war absolut beeindruckt! Ich gestehe, gerne hätte ich den Teil über das 20. Jahrhundert ausgespart: das jüdische Ghetto in Warschau, die Deportationen, die Vernichtung von etwa drei Millionen polnischen Juden. Natürlich habe ich mir nicht erlaubt, das auszulassen, und bin mir mehr denn je gewiss, wo die Grenze zum Bösen verläuft:

  • Zum Beispiel dort, wo irgendein menschliches Leben für mehr wert gehalten wird als ein anderes. Völlig gleichgültig, woher ein Mensch kommt, wie er oder sie lebt, wie leistungsfähig oder hilfebedürftig jemand ist – jedem Menschen kommt die volle Würde eines von Gott geliebten Geschöpfes zu. Oder wo man dem Gedanken folgt, dass eine Gruppe von Menschen für alle Unannehmlichkeiten oder alles Unglück verantwortlich gemacht werden kann – auch da verläuft die Grenze zum Bösen. Das Sündenbockprinzip funktioniert erschreckend verlässlich, immer noch; vor allem immer dann, wenn der Wohlstand einer Gesellschaft abnimmt.
  • Ich bin mir mehr denn je gewiss, dass keine Macht auf Erden absolut sein darf. Absolute Macht kommt allein Gott zu. Menschen müssen sich verantworten, müssen Macht teilen und regelmäßig an die Grenzen ihrer Wirksamkeit stoßen, um nicht sich und andere ins Unglück zu stürzen. Das bedeutet, dass Führung Autorität genießen, aber nicht autoritär sein darf; dass sich Christen niemals mit Haut und Haaren an eine Ideologie, einen Politikstil oder einen Verantwortungsträger hängen dürfen; dass man ein heiles Leben allein vom Heiland und nicht von Menschen erwarten kann.

Prüfet alles und das Gute behaltet. Diese Jahreslosung fordert uns grundsätzlich zu Offenheit auf. Wir sollen nicht bei dem bleiben, was unsere Erfahrungen, Emotionen und Mustererkennungen uns beinahe automatisiert vorgeben. Wo der Geist ist, da geschieht Neues und Unerwartetes. Dafür sollen wir offen sein, schreibt Paulus. Es ist aber keine Offenheit für alles Mögliche, sondern für das geistlich Gute – und das meint im Kern: für Gott selbst.

Foto: FeG Deutschland | NU

Henrik Otto | Präses des Bundes Freier evangelischer Gemeinden | praeses.feg.de

Oktober-November-Dezember 2024

Liebe Leser,

in den Geschäften wird alles weihnachtlich geschmückt. Wir werden ermutigt viele Geschenke zu kaufen, um dann unsere Lieben zu beglücken. In verschiedenen Kulturen wird Weihnachten ganz unterschiedlich gefeiert. Der Heiligabend ist oft kein Feiertag. Auch der zweite Weihnachtsfeiertag wird nicht überall gefeiert. Gemeinsam ist der 25. Dezember. Weihnachten fällt bei uns in die kalte Jahreszeit, manchmal sogar mit Schnee. Wer in Deutschland an Weihnachten denkt, sieht oft ein beleuchtetes verschneites Dörflein vor sich.

In meiner Zeit in Brasilien habe ich es ganz anders erlebt. Ich war am Äquator. Dort ist es das ganze Jahr heiß. Es war eine neue Erfahrung im T-Shirt neben einem geschmückten Weihnachtsbaum zu sitzen und zu schwitzen. Draußen war alles grün und teilweise waren die Früchte erntereif. So könnten wir viele Länder bereisen und noch mehr Unterschiede feststellen, auch in Bezug aufs Weihnachtsessen. Da gibt es ja schon in Deutschland ganz unterschiedliche Traditionen. Aber eines ist an Weihnachten überall gleich: Was meint ihr? – Die Geschenke!

Was wünschen sich die Kinder und was schenken dann die Eltern? Nicht immer werden alle Wünsche wahr. Manchmal ist der Wunsch zu groß für den Geldbeutel. Ein andermal ist der Wunsch in den Augen der Eltern nicht gut für das Kind. Eltern kennen ihre Kinder. Gute Eltern wollen nur das Beste für sie. Also schenken sie aus Liebe etwas, was den Kindern nicht schadet.

Weihnachten mal anders. Nicht aus der Frosch-Perspektive. Nicht der Mensch überlegt, was er sich wünscht, sondern Gott überlegt, was er sich für den Menschen wünscht. Weiß der Schöpfer, was sein Geschöpf braucht? Was ist das Wichtigste und Beste für uns Menschen?

Ich habe mal eine E-Mail bekommen, da stand folgender Text: „Liebes Christkind, bring mir bitte dieses Jahr ein dickes Bankkonto und einen schlanken Körper. Und bitte verwechsele es nicht wie letztes Jahr.“ Ist das dicke Bankkonto wirklich das Wichtigste im Leben? – Was nützt uns das ganze Geld, wenn wir uns nicht freuen können? Es ist doch meistens so, dass das, was wir nicht sehen wichtiger ist, als das, was wir sehen. Liebe, innerer Friede, Geborgenheit und Freude sind unbezahlbar. Wer sagt, dass er nur glaubt, was er sieht, hat über Liebe und Freude nicht genug nachgedacht. Liebe ist das Motiv zum Schenken. Ich beschenke meine Frau und meine Kinder, weil ich sie liebe. Ich hoffe, dass sie sich über die Geschenke freuen. Vielleicht helfen meine Geschenke ihr Leben zu verbessern. Ich schenke, weil ich liebe. Das ist meine Motivation an Weihnachten. UND WAS SCHENKT UNS GOTT?

„Denn Gott hat die Menschen so sehr geliebt, dass er seinen einzigen Sohn für sie hergab. Jeder, der an ihn glaubt, wird nicht zugrunde gehen, sondern das ewige Leben haben.“Johannes 3 Vers 16

Das ist Gottes Liebesgeschenk an uns. Ein Geschenk muss ich annehmen. Wer das Geschenk Gottes nicht annimmt, der bleibt für immer in der Trennung von der Liebe Gottes. So sagt es uns Gottes Wort in Johannes 3,36 Wer an den Sohn Gottes glaubt, der hat das ewige Leben. Wer aber nicht auf ihn hört, wird nie zum Leben gelangen, sondern Gottes Zorn wird für immer auf ihm lasten.

Jesus Christus wurde in Bethlehem in diese Welt geboren. Er ist Gottes Sohn! Es gab nichts, was ihn von Gott trennte. Er lebte fehlerlos. In seiner Liebe zu uns hat er durch seinen Tod am Kreuz für unser fehlerhaftes Wesen bezahlt. Das ist das, was die Bibel unter dem Begriff „Gnade“ versteht. Wenn ich der Liebe Gottes glaube, werde ich ewig mit Gott Gemeinschaft haben. Der Tod ist dann nur ein kurzes Ereignis, bei dem von irdischer Zeit zu himmlischer Ewigkeit umgeschaltet wird. Die Gemeinschaft mit Gott bleibt lückenlos bestehen. Das hat Gott versprochen. Ich habe dieses Geschenk angenommen. Weihnachten erinnert mich daran. Ostern erinnert mich daran. Jeder Sonntag erinnert mich daran. Die Liebe Gottes beschenkt uns mit einem Ruhetag in der Woche. Das hat Gott geschenkt. Die Liebe Gottes will, dass wir Frieden mit Gott haben. Die Liebe Gottes will, dass wir Frieden untereinander haben. Die Lichter an Weihnachten sollen uns daran erinnern, dass Jesus als Licht der Welt die Welt gerettet hat. Der Stern über Bethlehem soll uns zeigen, dass das kommen von Jesus Christus die Sternstunde für die Menschheit ist. Jesus starb und ist auferstanden. Er lebt im Himmel und ist durch seinen Geist heute in jedem Menschen, der ihm vertraut. Gott hat die Menschen geschaffen. ER will zu jedem Menschen eine Liebesbeziehung haben. Wir Menschen brauchen Liebe zum Leben. Gott schenkt uns an Weihnachte genau das: Seine Liebe. Die Liebe Gottes wird Mensch. Das ist der Ursprung von Weihnachten. Wir sollten nicht mit weniger Geschenk zufrieden sein! Weihnachten ist: die Liebe Gottes feiern. Weihnachten ist: auf das Geschenk der Gnade sehen. Weihnachten ist: Gottes Frieden im Herzen zu haben.

Ich wünsche von Herzen eine frohe und gesegnete Weihnachtszeit!

Euer Pastor Timon Fuchs